„Sauber ist das jetzt nicht“
„Es wird nicht besser, oder?“
„Absolut nicht!“
Maria und Sonia stellen sich unserer Putzmittel-Challenge: Markenprodukte gegen Eigenmarken von Discountern und Drogerie!
Als erstes geht’s an die Wäsche! Dieses günstige Waschmittel aus der Drogerie kostet 16 Cent pro Wäsche, eine Waschladung mit dem vergleichbaren Markenprodukt 40 Cent!
Maria bekommt – ohne es vorher zu wissen - das günstige Waschmittel, Sonia das teure.
Beide waschen die gleichen T-Shirts mit den gleichen Flecken: Schokolade, Saucen, Fett – und: sie stellen exakt den gleichen Waschgang ein.
Bis die Maschinen fertig sind, testen sie Spülmittel:
„Hauptsache die Fettflecken gehen weg und es gibt keine Schlieren.“
Das Discounterprodukt kostet 95 Cent pro Liter, das Markenspülmittel 3,31 Euro pro Liter – also fast viermal so teuer!
Beide bekommen das gleiche beschmutzte Geschirr, den gleichen Spülschwamm und die gleiche Menge Wasser, wissen aber nicht mit welchem Spülmittel sie arbeiten. Los gehts!
„Bisher fühlt sich das noch ganz gut an.“
Das günstige rechts schäumt mehr.
Gibt es sonst Unterschiede?
„Was sagst du, bei dir?“
„Sauber“
„Bei mir ist alles super.“
„Ja, funktionieren beide gut. Ja.“
Beide sind mit ihrem Endergebnis zufrieden. Die Auflösung …
„Das Günstige reicht vollkommen aus.“
Warum es trotzdem einen Preisunterschied gibt, erklärt Hauswirtschaftsexpertin Roxanna Pelka.
„Wenn ich mir das hier mal anschaue, das ist ein günstiges Produkt. Hier sind 5-15 Prozent Tenside drin. Und in dem teureren Produkt sind 30 Prozent drin.“
Tenside sind wichtige Substanzen für das Ablösen von Schmutzpartikeln. Im teuren Spülmittel ist die Konzentration höher, man braucht also weniger davon.
Gut sauber machen aber beide.
Ist das bei Küchenreinigern auch so? Diesmal bekommt Maria das günstige Drogerieprodukt für 2,65 Euro pro Liter, Sonia den teuren Reiniger für 3,99 Euro. Beide Flächen sind gleich stark beschmutzt.
„Ok, ich muss nochmal nachsprühen auf jeden Fall!“
Mit dem teuren Putzmittel geht es schneller.
„Bei Sonja habe ich gesehen, dass sie nur einmal rüber wischen musste, und es hatte sich mehr oder minder alles gleich in dem Küchentuch reingesetzt. Bei mir hat sich alles nur vermischt und auf der Fläche verteilt.“
Das zeigt auch der Sauberkeitscheck:
„Es ist sehr viel vom Ketchup noch übriggeblieben, was mich sehr anekelt und mir auch das Gefühl gibt, den günstigen Küchenreiniger tatsächlich zu haben.“
Richtig geraten! Hier überzeugt ganz klar der teure Küchenreiniger. Unsere Hauswirtschaftsexpertin checkt die Inhaltsstoffe:
„Was mir hier auf jeden Fall sofort aufgefallen ist, ist, dass in dem günstigen Küchenreiniger Chlor enthalten ist, was natürlich im Einkauf super günstig ist, aber sehr schädigend sein kann für die Oberflächen.“
Also: Lieber Finger weg von chlorhaltigen Reinigungsmitteln!
Weiter geht’s mit feuchten Bodentüchern für Fliesen. Das Drogerieprodukt kostet 10 Cent pro Tuch, das Markenprodukt mehr als doppelt so viel: 23 Cent.
Los gehts mit den günstigen Tüchern: 6 Minuten dauert es bis der Boden sauber ist.
„Man musste nur ganz wenige Male rüber wischen damit es sauber wurde. Es ist sehr robust gewesen und es riecht auch ziemlich gut.“
Und was können die teuren Fliesentücher?
„Also es wischt mit der Hand sehr gut muss man sagen. Man hat das Gefühl hier wirklich den Dreck wegzukriegen.“
3 Minuten hat das Putzen mit den teuren Tüchern gedauert.
„Von der Qualität vom Anfassen her würde ich tatsächlich denken, dass die hier teurer sind.“
„Ich glaube das genau andersrum tatsächlich.“
Wir lösen auf!
„Wenn ich mir die Inhaltsstoffe anschaue, sind sie ähnlich. Sie haben beide nur Tenside und Alkohol drin und Duftstoffe.“
Die gleichen Inhaltsstoffe, nur etwas anders dosiert. Punkt fürs günstige Produkt!
Weiter geht’s mit Glasreinigern: Der günstige kostet 85 Cent pro Liter, der teure 3,98!
Die beiden putzen den Spiegel - links das teure, rehts das günstige Produkt.
„Also es wischt gleichmäßig bei mir. Schlieren kommen zwar nach, aber gehen auch gleich wieder weg.“
Maria ist mit dem günstigen deutlich schneller als Sonia.
„Ich bin noch lange nicht fertig und selbst, wenn ich weitermachen würde, es ist nicht …“
„Es wird nicht besser, oder?“
„Absolut nicht.“
Hier hat der günstige Glasreiniger bessere Ergebnisse erzielt! Das überrascht unsere Expertin nicht:
„Was mir aufgefallen ist beim Glasreiniger ist auf jeden Fall, dass beide dieselben Inhaltsstoffe haben und einfach in der Dosierung ein Unterschied ist.“
Bei unseren Testerinnen ist die Überraschung dagegen groß:
„Ich bin sprachlos, ehrlich gesagt, dass das wirklich der Teure ist. Also, ich würde es nirgends verwenden.“
Fehlt noch die Wäsche! Die Freundinnen hatten den gleichen Waschgang eingestellt, aber unterschiedlich teures Waschmittel genutzt.
„Sauber ist es jetzt nicht.“
„Ja, ne, wir haben das halt auch ohne Vorbehandlung reingepackt.“
Trotzdem gibt es kleine Unterschiede bei den Flecken:
„Bei dir ist der Fettfleck halt weggegangen. Deswegen würde ich sagen, dass deins ein bisschen besser ist als meins.“
Das teure Pulver überzeugt.
„Weil, wie man bei den Ölflecken gesehen hat, dass da doch ein bisschen mehr von weggewaschen wird und weil es auch wirklich angenehmer riecht.“
Aber das ist ja nun mal Geschmackssache.
„Muss man auch selber für sich entscheiden, wie zufrieden man mit dem Waschergebnis ist. Jeder hat zu Hause auch andere Wäsche zu bewältigen.“
Es müssen also nicht immer Markenprodukte sein!
Gerade bei ähnlichen Inhaltsstoffen haben günstiges Spüli, Glasreiniger und Bodentücher in unserem Test super funktioniert.