Es war ein ganz normaler Zoobesuch in der Stuttgarter Wilhelma als DIESE zwei Ameisen Biologie-Student Max Härtel über den Weg gekrabbelt sind. Das geschulte Auge des selbst ernannten Ameisen-Enthusiasten erkennt sofort: „Das kann nix heimisches sein und deshalb hab ich die sofort eingepackt.“ ... und an der Universität Hohenheim genau unter die Lupe genommen.
Mit dem Ergebnis: Es handelt sich um die asiatische Nadelameise. „Sie werden in der Regel mit Gartenpflanzen übertragen. […] In den USA weiß man dass diese Ameisenart andere Arten verdrängt oder vielleicht sogar vernichtet."
Denn das ist das Problem bei solchen invasiven Arten, die hier nicht heimisch sind: Sie verdrängen die heimischen Arten, indem sie mit ihnen um Wasser und Nahrung streiten, sie als Feinde bekämpfen oder Krankheiten übertragen.
Als extrem aggressive invasive Art gilt zum Beispiel die asiatische Hornisse, die sich im letzten Sommer explosionsartig verbreitet hat.Die asiatische Tigermücke treibt schon länger ihr Unwesen in deutschen Kleingartenanlagen. „Ich hatte 40 Stiche, das ist mir mit einer heimischen Mücke noch nie passiert."
Die große Drüsenameise aus dem Mittelmeerraum ist zwar nicht gesundheitsschädlich, dafür bildet sie Riesenstaaten mit Millionen Tieren die Gehwege zum Einsacken bringen und für Stromausfälle sorgen.
Die neue asiatische Nadelameise kann durch ihren Stich eine Allergie auslösen. Das liegt an den Eiweißen im Gift. „Wenn wir dann erst einmal Kontakt damit hatten, dann können manche Menschen, die zu Allergien neigen, dadurch sensibilisiert werden und bekommen dann dadurch besonders starke Allergien.“ Mit heftigen Reaktionen bis hin zu anaphylaktischen Schocks. Auch aus diesem Grund wurde die Asiatische Nadelameise in die höchste Gefahrenklasse der EU heraufgestuft.
Beim Spazierengehen sollten wir jetzt auf jeden Fall aufmerksam sein – im Stuttgarter Rosensteinpark gleich neben dem Zoo wurde nämlich eine ganze Kolonie entdeckt. Und es bleibt sicher nicht das einzige neue Zuhause der Asiatischen Nadelameise.