„Wärmflasche explodiert! Akku von Wärmesohle im Schuh explodiert! Wärmesohle explodiert in Schuh von Reiterin!“
Bilder wie diese zeigen, zu welchen schlimmen Verbrennungen Wärme-Gadgets führen können. Und auch wir werden heute noch ein Produkt zum Dampfen bringen. Steffen Ottilie von der Freiwilligen Feuerwehr Eisleben nimmt diese beliebten Wärmeprodukte unter die Lupe. Sein erster Tipp: Vor dem Kauf die Angaben auf der Verpackung checken:
Das CE Zeichen und das GS Zeichen sollte drauf sein. Man sollte sich informieren, was für Akkumulatoren, also Akkus, drin sind . Ob Lithium Ionen oder Nickel Cadmium / sind.
Da Nickel-Cadmium-Akkus in der EU verboten sind, werden meist Lithium-Ionen-Akkus verwendet. Bei hoher Belastung können diese allerdings brechen.
Solche elektrischen Handwärmer oder Heizgürtel findet unser Experte erstmal unbedenklich. Doch Achtung beim Aufladen:
Ich sollte dann das Ladegerät nicht ohne Akkus in der Steckdose lassen und auch die nicht unbeaufsichtigt laden.
Denn wenn die enthaltenen Akkus unkontrolliert thermisch beansprucht werden, kann es zu einer Verpuffung kommen.
Wärmflaschen enthalten keinen Akku, aber auch hier kommt es immer wieder zu Unfällen. Wie bei Annie Thomas aus Nottingham in England. Ihre Wärmflasche soll plötzlich aufgeplatzt sein. Die 28-Jährige landete mit Verbrennungen im Krankenhaus. Eine mögliche Ursache:
Dass dieser Gummi porös geworden ist, abgenutzt ist und dass man da nicht drauf geachtet hat.
Denn: Wärmflaschen haben tatsächlich ein Ablaufdatum. Oft wird das Herstellungsdatum auf die Flasche gedruckt oder eingeprägt. Der TÜV empfiehlt, die Wärmflasche alle zwei bis drei Jahre auszutauschen. Und was viele nicht wissen: Wärmflaschen immer nur zu zwei Drittel befüllen und KEIN kochend heißes Wasser nehmen.
Es soll nicht über 50 Grad heiß sein. Und ich empfehle, es aus der Warmwasserleitung zu nehmen.
Denn so kann jeder das Wasser richtig temperieren und Verbrühungen vermeiden.
Und auch bei beheizbaren Schuhsohlen ist Vorsicht geboten: Diesen Winter kam es bereits in mehreren Fällen zu schweren Fuß-Verbrennungen. Der Experte schaut sich ein vergleichbares Modell an: CE- und GS-Kennzeichnung sind vorhanden. Aber die Sohlen bringen ein anderes Problem mit sich:
Die Sohlen würde ich jetzt eigentlich nicht empfehlen, weil ich einfach zu viele Umwelteinflüsse habe. Also eine scharfe Kante, Die Schuhe, die ich trage, sind die so stabil, sind sie nicht stabil? / Und dann ja, ist das Risiko, mich zu verbrennen, recht groß.
Was passiert, wenn der Akku beschädigt wird, demonstriert der Feuerwehrmann mit einem Nagel: Das Produkt wirkt zunächst stabil. Doch als der Nagel den Akku trifft fängt die Sohle an, zu dampfen. Der Feuerwehrmann misst eine Oberflächentemperatur von 78 Grad. Bereits ab 40 Grad wird es gefährlich und es kann zu schweren Verbrennungen auf der Haut kommen. Sicherer sind solche Wärmesohlen ohne Akku, die man einfach in den Schuh kleben kann. Sie wirken wie Wärmepflaster.
Bei den anderen Produkten gibt der Experte aber Entwarnung. Solange sie richtig genutzt werden und die genannten Prüfzeichen aufweisen, halten sie schön warm und helfen uns durch den kalten Winter.