Es ist ein Schock für die ganze Familie: Nach dem Kauf von vierzehn Halsbandsittichen fühlt sich Walter Reintges aus dem nordrhein-
westfälischen Mechernich plötzlich krank. Das Atmen fällt ihm immer schwerer. Er kommt ins Krankenhaus.
Nicole Reintges, Ehefrau: "Dann hat er, bevor er sediert wurde, noch eine WhatsApp-Nachricht an unsere Kinder geschickt. Es hörte sich im Nachhinein an, wie ein Abschiedsbrief."
Wie sich herausstellt, leidet Walter Reintges an der Papageienkrankheit. Anders, als der Name vermuten lässt, wird sie nicht nur von Papageien, sondern auch von anderen Vögeln wie Tauben oder Möwen übertragen, auch von Säugetieren wie Katzen oder Hunden. Bei Walter Reintges waren es die Halsbandsittiche. Menschen stecken sich durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren oder auch deren Kot an. Das Heimtückische: Betroffene führen die Symptome zunächst meist auf etwas ganz anderes zurück.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist: "Die Papageien-Krankheit führt beim Vogel wie auch bei Menschen zunächst mal zu grippeähnlichen Symptomen, das heißt man ist schlapp, man denkt, man hätte sich irgendwo erkältet, man kann Fieber haben und das Gefürchtete dabei ist immer dann die Lungenentzündung, eine sogenannte atypische Pneumonie, die sich dann auch bei Menschen einstellen kann."
Vergangenes Jahr wurden deutschlandweit vierzehn Fälle gemeldet, bis Ende Februar fünf weitere. Auch in Nachbarländern wie Österreich und Dänemark gibt es mehr Fälle als gewöhnlich, dort starben sogar insgesamt fünf Erkrankte, was aber trotzdem eher selten vorkommt.
Dr. Christoph Specht, Arzt und Medizinjournalist: "Man kann dieses Bakterium nämlich ganz gut bekämpfen, wenn man das frühzeitig erkennt, mit bestimmten Antibiotika. Diese Chlamydien sind durchaus sensibel, also empfänglich für diese Antibiotika, lassen sich damit also bekämpfen."
Und damit die Papageienkrankheit bei Betroffenen früh genug erkannt wird, warnt die WHO jetzt davor. Walter Reintges leidet immer noch unter den Folgen.
Walter Reintges: "Man ist halt nicht mehr leistungsfähig. Wenn ich 200 Meter gehe, dann muss ich schon ein Päuschen machen."
Familie Reintges will jetzt auf Nummer sicher gehen: Vögel kommen ihr nicht mehr ins Haus.