Diese Bilder zeigen, wie Schweine kurz vor der Schlachtung mit CO2 betäubt werden.
Es ist die gängigste Methode in Deutschland, circa 80 Prozent der Schweine werden so vor der Schlachtung behandelt. Das in der EU zulässige Verfahren steht schon länger in der Kritik.
"CO2 reagiert auf den Schleimhäuten zu Kohlensäure. Das heißt, das sind brennende Stechen, brennende, stechende Schmerzen in der Lunge, in der Nase, auf den Schleimhäuten, in den Atemwegen. Und die Tiere haben ein Erstickungsgefühl. Das heißt, das ist hier wirklich ein Todeskampf, über den wir hier sprechen."
Die geheim entstandenen Bilder wurden der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch nach eigenen Angaben zugespielt. Entstanden sind sie an mehreren Tagen im März und April in diesem Jahr in einer Großschlachterei in Kellinghusen. Dort werden jedes Jahr rund eine Million Schweine geschlachtet. Seit mehr als zehn Jahren gehört der Betrieb zum größten deutschen Schlachtunternehmen Tönnies, dessen Dachgesellschaft sich im vergangenen Jahr in Premium Food Group umbenannt hat. Diese verteidigt sich heute in einem schriftlichen Statement.
"Die CO₂-Betäubung ist eine rechtlich zugelassene und wissenschaftlich intensiv untersuchte Methode. Fachleute bewerten sie als die derzeit praktikabelste und tierschutzgerechteste Methode für die Betäubung von Schweinen."
Laut eigener Aussage forsche die Firma derzeit an Alternativen. Auf den Aufnahmen sind aber wohl auch Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zu sehen. So schlagen Mitarbeiter mit sogenannten Treibpaddels auf die Tiere ein. In zwei Fällen schneidet ein Mitarbeiter Schweinen jeweils einen Hinterfuß ab, bevor sie getötet werden. Dazu schreibt Tönnies:
"Dieses Verhalten tolerieren wir nicht. Gleichwohl zeigen die Bilder eine tiefe Narkotisierung der Tiere durch die tiefe CO2-Betäubung und damit keine Wahrnehmungsfähigkeit."
Tönnies betont zudem, dass bei einer Überprüfung des Standorts in Kellinghusen keine systematischen und strukturellen Mängel aufgetreten seien. Animal Rights Watch sieht das nach den vorliegenden Aufnahmen anders.
"Daher, dass diese Aufnahmen an unterschiedlichsten Tagen entstanden sind, an unterschiedlichen Stellen im Schlachthof, das heißt unterschiedliche Mitarbeitende zeigen, sieht man, dass das einfach der Standard ist, wie dieser Betrieb eben läuft. Und das liegt natürlich daran, dass in diesen großen Schlachthöfen ein Fließbandsystem herrscht."
Der Kreis Steinburg, dessen Veterinäramt für den Schlachthof zuständig ist, prüft die Aufnahmen derzeit gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium, um mögliche Maßnahmen einzuleiten. Die Aufnahmen schockieren aber nicht nur die Tierschützer, auch Landwirte, die den Schlachthof beliefern, fordern eine gründliche Aufarbeitung und Konsequenzen.