Sie geben sich gegenseitig Kraft, wollen zeigen ‚wir sind stark und lassen uns nicht brechen.‘ Denn Marie und Julia mussten offenbar Furchtbares durchstehen.
Marie: „Ich hoffe einfach, das Recht gewinnt. Ob das gut geht oder nicht gut geht? Man weiß es nicht.“
Heute vor der Urteilsverkündung treten die beiden Frauen Kevin B und seinem Komplizen Martin S gegenüber. Unterstützt werden sie von Maries Mutter. Auch sie hat klare Erwartungen.
Maries Mutter: „Wegsperren für immer. Dass sie erstmal weg sind und niemandem mehr was antun können.“
Es ist Juni 2024. In dieser Kleingartenanlage in Wismar kommt es zu grausamen Szenen. Kevin B soll Marie zusammen mit einem Kumpel entführt und in der Laube offenbar schwer misshandelt haben. Dann soll Kevin B Marie mit einem Cuttermesser in den Hals gestochen haben. Marie fällt es schwer, vor laufender Kamera über das Erlebte zu sprechen. Aber ihre Mutter erzählt uns.
Maries Mutter: „Sie kämpft ganz doll damit. Immer noch. Immer noch Angst.“
Angst vor Kevin B. Das ist anscheinend auch Julia nicht fremd, wie sie uns im Februar vor Prozessbeginn erzählt. Kennengelernt hat sie Kevin B. Damals bei einem Aggressionstraining. Aus den beiden wurde ein Paar. Am Anfang schien auch alles perfekt, aber dann kam es immer öfter zum Streit. Am 14. Februar 2022 soll die Situation eskaliert sein.
Julia: „Wir hatten erst normal gestritten. Dann wollte ich losgehen, meine Sachen packen. Er hatte mich zurückgezogen. An den Haaren, hat mir seine Uhr, die hat er hier so zwischen den Händen vorne gemacht, hat mir die Uhr mit seiner Faust gegen den Kopf gehauen, so dass ich das blaue Auge hatte. Er hat auf mich eingetreten. Er hat mich bespuckt."
Ein Schock für Julia. Kevin soll ihr versprochen haben, dass so etwas nie wieder vorkommen würde. Aber offenbar passiert es doch, und deshalb trennt Julia sich von ihm. Auch bei Marie, Julias Nachfolgerin soll Kevin B ein ähnliches Muster gezeigt haben. In dieser Gartenlaube wäre Marie wohl um ein Haar gestorben. Doch die junge Frau kann schwer verletzt fliehen. Unser Reporter hat sich damals selbst ein Bild vor Ort gemacht.
Reporter: „Aus dieser Gartenanlage hinter mir schleppte sich die schwerverletzte Frau mit allerletzter Kraft bis hier vor die Einfahrt der Molkerei. Sie blutüberströmt zusammenbrach.
Nach kurzer Zeit kam sie wieder zu sich und lief hier zwischen den Gebäuden entlang. noch mal 150 Meter bis zur Bushaltestelle, wo sie dann auf ihre Retter traf.“
Marie wird notoperiert, leidet aber noch heute unter den Folgen der Tat, auch psychisch. Wie uns ihre Mutter erzählt.
Das ist nicht vorbei. Damit fängt es jetzt erst an, dass sie anfangen kann, das aufzuarbeiten, eventuell irgendwann wirklich mal wieder ein vernünftiges Leben anzufangen, jemandem zu vertrauen.
Schließlich fällt das Urteil unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung muss Martin S. fünf Jahre und einen Monat in Haft. Der Haupttäter Kevin B acht Jahre und Kevin B soll anschließend sogar in Sicherungsverwahrung, weil.
Der bereits zuvor einschlägig verurteilt worden ist. Wegen derartiger Delikte, also Körperverletzungsdelikte nach Einholung einer sachverständigen Expertise, ist dementsprechend davon auszugehen, dass der Beschuldigte ein Hangtäter ist, das heißt zu diesen Taten neigt und dementsprechend auch in Zukunft davon auszugehen ist, dass er solche Taten begehen würde.
Nur Martin S. Zeigt nach dem Urteil Reue. Marie bleibt aber nur eines irgendwann damit abzuschließen und in ihr altes Leben zurückzufinden.