Jurist Matthias Pöhl recherchiert seit Jahren zu „Mission Freedom”, der Organisation, die das Kinderheim führte. Pöhl erzählt im RTL-Interview: „Da geht es dann eben um die Vorstellung dämonischer Mächte. Also es gibt bestimmte Befreiungsdienste, die eingesetzt werden zur Behandlung angeblicher dämonischer Besessenheiten.”
Aber die Vorwürfe gegen das Heim gehen weit darüber hinaus. In einem Gerichtsbeschluss ist von grausamen methoden die Rede: „Beispielsweise sei einem Kind mehrfach gegen seinen Willen Sambal Oelek auf die Lippen geschmiert worden. [...] Ein weiteres Kind sei gegen seinen Willen in die Dusche gezerrt und dort kalt abgeduscht worden. [...] Einem Kind sei angeboten worden, einen Waschlappen in den Mund zu nehmen, damit es merke, wenn es laut summe. [...] und ihm sei der Waschlappen zum Teil unter Zwang in den Mund gesteckt worden.”
Wir haben Mission Freedom um Stellungnahme zu den massiven Vorwürfen gebeten, eine Antwort bekamen wir nicht. Auf seiner Homepage behauptet der Verein aber: „Eine von uns im März beauftragte externe Kinderschutzfachkraft stellte nach Prüfung fest, dass keine aktuelle Kindeswohlgefährdung vorlag.”
Im April greifen die Behörden schließlich durch. Das Jugendamt holt alle sechs Kinder aus dem Heim. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.