Eine elegante Villa mit Traumblick direkt auf's offene Meer. Dazu ein schicker Pool und jede Menge Platz. Als Katja und ihre Familie DIESE Villa auf Booking.Com sehen, kommt direkt Urlaubsfeeling auf.
„Wir haben uns irrsinnig gefreut, dass wir so was Tolles gefunden haben. Haben das dann auch gebucht."
Die fünfköpfige Familie zahlt rund 2.300 Euro für sechs Nächte. Fliegt im Juni mit gepackten Koffern nach Mallorca. Vor Ort dann der Schock: Die Traum-Villa ist belegt, und zwar von Besitzer Wido Roessler. Er wohnt hier und hat mit dem Angebot auf der Buchungsseite nichts zu tun.
„Ich kann immer nur wieder sagen, mir tun die Leute leid. Ich denke immer, dass mir das passieren würde, mit meiner Familie. Abends irgendwo in der Walachei ein Haus gemietet, man freut sich und alles schön. Und dann sagt einer hau ab!“
Denn Katja und ihre Familie sind nicht die ersten, die verdutzt vor Wido Roesslers Haustür stehen - in der Hoffnung, HIER Urlaub zu machen.
„Eine Woche später ist dann das Objekt herausgenommen worden bei Booking und ich habe das jeden Tag kontrolliert und da waren schon drei weitere Wochen gebucht."
Die Bilder aus der Anzeige haben Betrüger vermutlich von einer Makler-Seite geklaut. Denn Wido Roessler's Villa steht aktuell zum Verkauf und wurde als Fake-Anzeige bei Booking reingestellt.
Es ist eine fiese Masche, auf die auch Chiara Zocco und ihr Freund Antonio Casella reinfallen. Das Paar entdeckt ebenfalls bei Booking.com eine Traum-Unterkunft auf Sardinien. Neun Nächte für 1.250 Euro, direkt am Strand.
„Deswegen wollten wir das auch unbedingt haben und haben auch deswegen 1000 Anfragen hingeschickt."
Per Mail schreiben die beiden schließlich mit dem vermeintlichen Vermieter und erhalten so einen Buchungslink. Was sie aber nicht ahnen: Über diesen Link landen sie auf einer Fake-Seite, die so aussieht wie das Original - und ihr Geld ist weg.
„Es war erstmal so ein kleiner Schockmoment. Richtig beschissen."
„Man vertraut darauf, dass es dann auch über Booking halt seriös läuft und nicht , dass sich da irgendwelche Betrüger einklinken, einlenken können."
Von Booking wollen wir genau das wissen. Wie kann es sein, dass Kriminelle solche Fake-Anzeigen überhaupt online stellen können? Darauf antwortet man uns: Das passiere nur sehr selten. Und weiter:
„Dank unserer strengen Kontrollen und Systeme sind wir in der Lage, die überwältigende Mehrheit
an verdächtigen Aktivitäten zu erkennen und zu blockieren, bevor sie sich auf unsere Partner
oder Kunden auswirken können."
Trotzdem: Beim Buchen sollte man immer ganz genau hinschauen und sich fragen: ist die Unterkunft auffällig billig oder gibt es nur wenig Bewertungen? Gebucht werden sollte außerdem IMMER direkt über die Original-Website.
„Sobald mir ein angeblicher Vermieter quasi signalisiert, dass es viel besser wäre, über Mail, über Telefon, WhatsApp, was auch immer zu kommunizieren, sollten bei mir schon die Alarmglocken angehen."
Auch Katja und ihre Familie erhalten damals über WhatsApp einen vermeintlichen Buchungslink und überweisen das Geld daraufhin.
„Wir waren eigentlich guter Dinge, dass das funktioniert hat. Vor allem deswegen wegen diesem WhatsApp, weil WhatsApp gibt dann so das Gefühl, da hat man schon einen Freund gewonnen."
Katja und ihre Familie stehen aktuell noch im Austausch mit dem Onlinereiseanbieter, ob sie das verlorene Geld wiederbekommen. Chiara und Antonio hingegen haben inzwischen den ganzen Betrag erstattet bekommen.