„Ja, es ist halt schwierig für uns, so ohne Abschied./ Der Papa fehlt ihr!“
Angela K. kommt mit ihrer neun Jahre alten Tochter an den Unglücksort in Ochtrup, an dem sie ihren ehemaligen Partner und ihre Tochter ihren Papa verloren haben. Denn auch der 46-Jährige war eines der Unfallopfer aus dem Münsterland am Sonntag. Angela K. selbst bekommt erst nichts von der Tragödie mit.
Erst sehr, sehr spät erfahren, weil meine Tochter einen Tanzauftritt hatte. Und wir wurden durch Bekannte, die haben Informationen an ihren Uropa geschickt und das war alles so viel für uns an dem Tag. Wir haben eigentlich auf den Papa gewartet, dass er zum Tanzen kommt und diese ganzen Bilder und das konnte der Uropa nicht verarbeiten. Der hat dann am Abend sogar noch einen Herzinfarkt erlitten und ist danach über eine Stunde Reanimation im Krankenhaus gestorben.
Dass Angela K. mit ihrer Tochter an die Unfallstelle kommt, war für sie wichtig.
„Sie konnte sich überhaupt nicht von ihm verabschieden und das war wichtig für uns, hier noch mal hinzukommen, dass sie sich verabschieden kann. Und ich habe gesagt, sie soll ihm noch einen Brief schreiben und dass sie so einen kleinen Abschluss hat, dass er nicht einfach so von uns gegangen ist.“
Trotz des heftigen Schicksalschlags, gibt Angela K. nicht auf.
„Wir werden auch noch einen Teil als Andenken mitnehmen. Und irgendwie schaffen wir das zusammen.“
In der Nacht zu Sonntag gegen drei Uhr geriet ein 20-Jähriger mit einem BMW auf der Landstraße bei Ochtrup ins Schleudern und krachte in den Gegenverkehr. Nach dem Zusammenstoß mit dem Auto eines 36-jährigen brannte eines der Fahrzeuge komplett aus. Insgesamt starben sechs Menschen zwischen 20 und 46 Jahren bei der furchtbaren Tragödie.