Mitten im Grünen, knapp fünf Kilometer vor der österreichischen Grenze, liegt die Fachklinik Schlereuth. Eine Einrichtung für suchtkranke Frauen. Eine von ihnen ist Marianne. Die 38-Jährige wohnt mit ihren zwei jüngsten Kindern seit fast drei Monaten in der Klinik, um vom Alkohol wegzukommen. In ein paar Tagen darf sie wieder nach Hause.
Für die fünffache Mutter ist Alkohol lange ein Rettungsanker. Als sie sich 2019 von ihrem ersten Ehemann trennt und wieder zu ihren Eltern ziehen muss, fängt sie an zu trinken. Den Höhepunkt erreicht ihre Sucht nach einer Fehlgeburt vor zwei Jahren. Die Trauer betäubt Marianne mit Alkohol. Obwohl sie dann noch zwei gesunde Töchter bekommt, kann sie schon nicht mehr aufhören. Am Tag trinkt sie fast fünf Liter Wein und Bier. Bis plötzlich Nachbarn unangemeldet auftauchen.
Neben Marianne kämpfen noch 43 andere Frauen in der Rehaklinik gegen ihre eigene Sucht an. Eine von ihnen ist die 32-jährige Charlotte. Sie ist seit einem halben Jahr in Schlereuth. "Ich bin seit 2019 kokainabhängig. Ich bin viel fortgegangen am Wochenende. Dann ist es halt viel ums Konsumieren gegangen. Und am nächsten Tag halt, dann war ich sehr ausgelaugt und die Gedanken waren halt so, dass ich wieder meine, ich brauche wieder Koks, ich brauche wieder Koks und so und das war halt schon sehr anstrengend. Und es geht sehr ins Geld." Sogar ihren Großvater, den Menschen, den Charlotte am meisten liebt, hinterging sie für eine Line Kokain.
Nach einem ersten gescheiterten Entzug lebt Charlotte erst auf der Straße. Doch sie sagt den Drogen noch mal den Kampf an und kommt zurück in die Klinik.