Erschreckende Bilder in einem Berliner Hausflur: Verdreckte Wände, Spritzen, Fäkalien. Obdachlose haben sich hier einquartiert. Für die Mieterinnen und Mieter, der Horror!
Wir sind in Berlin-Neukölln unterwegs, ein Problembezirk. Graffitis und Aufkleber gehören hier zum Straßenbild. Mittendrin wohnt Paula Granoux. Die 36-jährige Fotografin fühlt sich in ihrer Wohnung nicht mehr sicher. Der Grund: Obwohl die Mieter von innen abschließen, wurde die Eingangstür zum Haus schon mehrfach aufgebrochen. Seitdem schließt sie nicht mehr richtig.
Vor zwölf Jahren ist die gebürtige Französin in das Haus eingezogen – mit einer intakten Haustür und einem sauberen Flur. Die Zustände haben sich im letzten Jahr verschlimmert, nachdem die Tür das erste Mal aufgebrochen wurde.
Wir wollen uns ein genaueres Bild von den Zuständen machen. Schon beim ersten Betreten des Hausflurs fällt ein starker Geruch auf. Von Paula Granoux erfahren wir, wo der herkommt …
Den Bereich hinter der Hinterhoftür nutzen die Eindringlinge als Klo. Und nicht nur das: Die Suchtkranken laden ihren Müll hier ab: Leere Bierflaschen, Drogenwerkzeug. Und sie brechen Briefkästen auf, vandalieren.
Laut der 36-Jährigen wurde das Haus 2020 von einer Wohnungsgesellschaft übernommen. Seitdem wird sich wenig gekümmert, es zerfällt. Die Türen und Schlösser sind marode, die Haustür wird alle paar Tage aufgebrochen. In einer WhatsApp-Gruppe halten die Mieter die Zustände fest.
Die Obdachlosen tun ihr zwar Leid. Aber sie und die anderen Bewohner fühlen sich von der Hausverwaltung im Stich gelassen: Die Tür wird immer nur notdürftig repariert, das Schloss lediglich festgeschraubt. In eine neue, sichere Tür mit stärkerer Schließanlage wird nicht investiert.
Ich möchte die Hausverwaltung mit den Zuständen konfrontieren. Dazu hole ich mir vorher juristischen Rat ein und treffe mich mit Christoph Albrecht, Fachanwalt für Mietrecht. Welche Rechte haben die Mieter in so einem Fall?