Grüne Labels, "natürliche" Materialen, ein Name der deutsch klingt. Die Kleidung sieht hochwertig aus, ist nicht günstig - alles vermittelt das Gefühl: Hier shoppen Sie nachhaltige Mode aus Deutschland.
"Und genau mit dieser Masche versucht man die Leute einzufangen. Und man hat mich eingefangen."
Margot Koch kauft oft im Internet ein. Und dachte, sie würde Fake-Shops erkennen. Anfang Februar bekommt sie auf Instagram Werbung für den Onlineshop Barbara-Mode angezeigt. Immer wieder. Sie wird neugierig.
"Du wischst das zehn mal zur Seite. Und beim elften Mal denke ich, ich guck mal. // TC 15:50 "Die Aufmachung, die Bilder, die Teile, die angeboten waren // TC 15:59 "Das war der Punkt, wo ich dann gesagt habe ja, das sieht alles schön aus."
Deshalb bestellt sie dort. Als das Paket nach einigen Wochen immer noch nicht da ist, wird sie skeptisch! Und schaut erst dann ganz genau hin, findet heraus: Die Mode kommt gar nicht aus Deutschland, sondern aus China - Hongkong. Zu spät um zu stornieren.
Sie ist nicht die Einzige, der das passiert ist. Im Netz findet sie mehr als tausend Bewertungen über Barbara-Mode.
"Der Name klingt deutsch. Die Seite sieht sehr deutsch aus, die Preise sind klassisch. Also es sind keine Billigklamotten, die verkauft werden. Das Gefühl entsteht natürlich auch, dass hier Qualität verkauft wird."
Die Realität sieht anders aus. Eineinhalb Monate nach der Bestellung kommt das Paket bei Margot in Bayern an. Die Qualität: mies!
"Die Größen entsprechen in keinster Weise dem deutschen Standard. Also ich trage Größe 46 48 und was Sie geschickt haben, ist vielleicht 40 42, wenn es hoch kommt." // "Es ist nichts drin, kein Größenschild, kein Material, Schild. Uns passt sich einfach schlecht an, ja, plastikmäßig."
Die 70-Jährige will die Sachen zurückschicken. Der nächste Schock: laut Rückgaberecht von der Seite geht das nur auf eigene Kosten. Satte 46 Euro müsste sie für das Paket nach China bezahlen! Und: Die 180 Euro die sie für die Anziehsachen bezahlt hat, würde sie nicht wieder ausgezahlt bekommen, sie würde nur eine Gutschrift bekommen - für den Onlineshop.
"Und das hat mich dann schon ziemlich wütend gemacht."
Margot Koch schickt das Paket nicht zurück! Sie will nie wieder dort bestellen. Und in Zukunft vorsichtiger sein.
"Meine Empfehlung ist immer, die Seite in Ruhe durchzuschauen, das Impressum anzuschauen. Wo hat die Firma eigentlich ihren Sitz?" // "Dazu kommt, dass ich immer empfehlen würde, die entsprechenden Bewertungsseiten anzuschauen, also Trustpilot de beispielsweise." // "Ein weiterer Tipp von mir ist auf jeden Fall auch zu schauen, ob es sich um einen Fake Shop handelt. Das geht beispielsweise über den Fake-Shopfinder der Verbraucherzentrale."
Margot hat der Verbraucherzentrale bereits ihre Erfahrung mitgeteilt. Sie will jetzt einfach damit abschließen - und andere warnen. Damit ihnen nicht das Gleiche passiert. Deswegen: Kein Impulskäufe, sondern beim Onlineshoppen immer alles ganz genau checken.