Lilly Orth hat keine schönen Erinnerungen an ihr Auslandssemester auf La Reunion. Die 23-Jährige ist auf der Trauminsel gestochen worden, von einer Tigermücke. Die Überträgerin eines Virus namens ... Chikungunya.
Ein Virus, das krassere Auswirkungen hat, als ein normaler Mückenstich.
"Sobald meine Gelenkschmerzen angefangen haben, weil da wird man dann schon hörig, weil man hat ja schon viel von der Krankheit gehört auf La Reunion und da wurde mir das dann bewusst. Besonders, sobald ich Fieber gekriegt habe. Da war es mir dann klar, dass ich Chikungunya habe."
Ein normaler Mückenstich juckt einfach nur. Lilly hat sich aber eine Tropenkrankheit eingefangen, die bei ihr auch noch einen unangenehmen Ausschlag auslöst. Hervorgerufen durch einen Stich der Tigermücke, die mittlerweile auch in Deutschland zu Hause ist.
Vor allem in Hessen. Rheinland-Pfalz und Baden Württemberg gibt es sehr viele von ihnen.
Optisch erkennt man sie durch ihre auffällige schwarz-weiße Musterung. Aber nicht jede Tigermücke überträgt auch das Virus.
Ein Stich von ihr ist allerdings nur schwer von anderen heimischen Mücken zu unterscheiden.
Afsaneh Fatemi, Dermatologin: "Das Besondere der Tigermücke gegenüber der herkömmlichen hiesigen Mücke ist einfach, dass wir nicht nur eine lokale Reaktion haben, wie eben Rötung und Schwellung, sondern wir haben auch körperliche Symptome, die sehr grippeähnlich sind. Dem gesunden Patienten tut das nichts, das heilt aus wie eine Grippe. Schwierig wird es natürlich bei Schwangeren, bei Kindern oder bei Patienten mit chronischen Erkrankungen."
Über KI-Tools wie ChatGPT kann man Fotos von Insekten-Stichen oder Schwellungen analysieren lassen. Einen Besuch beim Arzt ersetzt die Künstliche Intelligenz allerdings nicht.
Afsaneh Fatemi, Dermatologin:
"Man sollte zum Arzt gehen nach einem Insektenstich immer dann, wenn man den Eindruck hat, dass man mehr als eine lokale Störung oder lokale Symptome hat. Das heißt Herz-Kreislauf-Probleme. Oder wenn die Wunde anfängt zu nässen oder zu eitern."
Lilly Orth hat auf einen Arztbesuch verzichtet. Sie hat aber immer noch starke Gelenkschmerzen, die sie an den Stich der Tigermücke immer noch erinnern.