Seit zwei Jahren wartet Rentner Markus Weidemann auf diesen Moment - aus Essen nach Sansibar angereist sieht er den Rohbau seines Hauses. Denn Sansibar wird seine neue Heimat werden. Eine kleine Insel mitten im indischen Ozean. Das Paradies Ost-Afrika:
OT Markus Weidemann:
"Dankbarkeit...dass es so friedlich sein kann"
Denn hier auf Sansibar entsteht gerade eine grüne Stadt der Zukunft. Fumba Town.
Und die soll so modern, günstig und nachhaltig wie möglich sein.
Das Experiment: Eine Idee von einer besseren Welt.
OT Diepholz:
"Das ist eigentlich ein Modell. Wenn es funktioniert, ready to copy"
Sieht so die Zukunft aus? Könnte diese Stadt Vorbild für die ganze Welt sein und wie lebt es sich zwischen Baustelle und grüner Oase?
-Blende-
Etwa 20 Kilometer von der Hauptstadt Stonetown entfernt liegt Fumba Town. 60 Hektar, also so groß wie 90 Fußballfel-der. Vieles ist noch nicht fertig. Kathrin Dietzold ist Gründerin von Fumba Town. Gemeinsam mit ihrer Familie ver-folgen sie eine weltweit einzigartige Mission: Sie sagen dem Klimawandel den Kampf an.
OT Katrin Dietzold:
"Dass wir so bauen , dass die Städte durch Begrünung , durch intelligente Infrastruktur so ge-baut sind , dass sie steigenden Wind , steigende Hitze , steigende Wasser, steigende Meeress-piegel abfangen kön-nen, dass das mög-lich ist, dass wir die Temperatur run-ter regeln in den Städten , dass wir die die Winde bre-chen , die , die reinkommen , dass wir zeigen können , Urbanisierung geht auch anders."
Kathrin Dietzold kommt aus Leipzig. Gemeinsam mit ihrem Mann, ebenfalls Gründer von Fumba, eröffnen sie in Deutschland eine Immobilienfirma. Weil Kathrins Ehemann in Tansania auf wächst - ist für ihn klar: Er will zurück nach Afrika. 2011 ent-schließen sie sich also auszuwandern und leben mit vier Kindern hier. Von Ostdeutschland nach Ostafrika:
OT Kathrin Dietzold:
"Also wir arbeiten beide voll und sind berufstätig und lieben auch unseren Job und gehen auch gerne arbeiten . Und mit dieser Konstellation in Deutschland zu leben , war wirklich eine große Heraus-forderung . Man ist , man reibt sich auf zwischen Haushalt , verantwortungsvollen Job , adäquater Kinderbetreuung Es fühlt sich leichter an , es fühlt sich einfacher an."
Sansibar gehört als teilautonomer Staat zu Tansania. Außer Tourismus und Fischern gibt es auf der Insel wenig. Ein Viertel der 1,8 Millionen Einwohner ist arm. Städte oder Dörfer mit funktionierender Infra-struktur gibt es kaum. Gleichzeitig wächst die Bevölke-rung und es fehlen Wohnungen. Und genau da soll Fumba ansetzen: Eine multi-kulturelle Stadt für jedes Portemonnaie und das lockt vor allem deutsche Rentner wie den 73jähri-gen Markus Weidemann an.
OT Markus Weidemann:
"Ich habe hier immer Sonne...Lebenshaltungskosten günsti-ger."
Der Preis und seine Liebe zu Afrika haben den Essener überzeugt, hier zu investieren. Mit rund 1500 Euro Rente im Monat lebt Weidemann hier weit über dem sansibarischen Standard. Im Monat hat er hier gerade einmal Ausgaben von 500 Euro. Das Haus des Rentners soll Ende des Jahres fertig werden und die Bauarbeiter sinds für heute.
-frei: Assante + küssen Flasche + gut
Völkerverständigung: Swaheli - Deutsch.
Rentner Markus Weidemann bekommt eine Luxusvilla für umgerechnet 300.000 Euro. 6 Zimmer auf 400 qm verteilt mit Garten und Meerblick.
OT Markus Weidemann:
"Da ist schon Balkon...Einfach wahn-sinnig schön."
Andrea Tapper war eine der ersten Käuferinnen in Fumba Town. Die eine Hälfte des Jahres lebt sie hier, die andere in Hamburg. Wir treffen sie im Kwetu Kwenu Stadt-Cafe.
OT Andrea Tapper:
"Das ist nicht nur so die Deutschen...hab gesagt, die Entwicklung interessiert mich, die möchte ich mal beobachten"
Gerade von dem grünen Konzept der Zukunftsstadt sind viele Käufer wie überzeugt. Chefgärtner Franko Göhse arbeitet nach dem Konzept der sogenannten Permakultur. Heißt: Nachhaltige Land-wirtschaft und Ressourcennutzung.
OT Franko Göhse:
"Die letzten hundert Jahre waren ja nicht so erfolg-reich...Müll umzugehen."
Wie in Deutschland, wird auch hier der Müll getrennt. Alle Essensreste landen auf dem Kompost – 94 Prozent des Abfalls sollen recycelt wer-den. Fumba Town will Vorbild sein - nicht nur bei der Bepflanzung, sondern bei der medizinischen Versorgung - Fumba hat eine Klinik für alle gebaut. Dr. Jenny Bouraima hat die ärztliche Leitung. Sie glaubt hier wirklich etwas bewirken zu können.
OT Dr. Jenny Bouraima: 10:24:26
"Es war mir sehr wichtig....bekommen."
Nicht nur die Klinik, auch die Stadt soll für die sansibarische Bevölkerung zugänglich sein. Weil der Großteil der Einheimischen aber kein Geld zum Kaufen hat, sollen für sie Mietwohnungen entstehen. Subventioniert durch die ausländischen Investoren. Ein 65- Quadratmeter-Fertigreihenhaus kostet z.B. 100.000 Euro. Und dann gibts noch die Luxusvariante:
OT/Szene Katrin Dietzold:
"Hier sind wir bei Bostanis...3 Be-drooom..
Die gleiche Villa, die Rentner Markus bekommt.
OT/Szene Katrin Dietzold:
„Jetzt sind wir drin...das macht ei-ne Stadt für mich aus."
1000 Menschen wohnen bereits in Fumba Town. 700 Wohneinheiten sind fertig, mehr als 4000 sollen noch entstehen. In ein paar Jahren sollen bis zu 20.000 Menschen hier leben oder arbeiten. Fumba Town - Eine Zukunftsstadt im Paradies - bis dahin ist es noch ein langer Weg.