Viele machen es immer noch, brutzeln gefährlich lange in der prallen Sonne - obwohl digitale Helfer längst warnen würden! Welche Gadgets uns wirklich im Sommerurlaub schützen - und wie zuverlässig eine Handyapp gefährliche Hautkrankheiten erkennt:
Urlauberin: "Also wenn ich das jetzt hör frag ich mich, soll ich gleich ins Krankenhaus oder am Strand bleiben?"
12 Uhr, Mittagshitze am Malle-Strand. Sonnenhungrige, die es riskant auf einen Sonnenbrand anlegen, müssen Reporterin Julia und Ärztin Dr. Miramanee Neumann hier nicht lange suchen.
Ärztin: "Leider ist jeder Sonnenbrand gefährlich egal ob klein oder groß. weil sich die Zellen verändern können."
Und damit steigt das Risiko für gefährliche Hautkrankheiten und Hautkrebs! Eine kostenlose App verspricht JETZT eine schnelle Erst-Diagnose! Die App haben wir bereits ALLE auf dem Handy: Google!
Reporterin: "Einfach ein Foto von der Haut machen, mit anderen Google-Ergebnissen vergleichen und dann soll die App einem sagen ob man eine Hautkrankheit hat oder eben nicht. Aber funktioniert das wirklich?"
Seit dem neuesten Update soll die Handyapp Hautkrankheiten erkennen können. Dafür scannt Julia zuerst ihre Haut am Unterarm. Das Ergebnis: erschreckend!
Urlauberin: "Rote Pünktchen am Fuß, komische rote Punkte an den Beinen. Also Google Lens hat ganz eindeutig den Arm als Bein erkannt. Ausschlag in der Schwangerschaft. Narbenstörung, Mückenstich."
Statt harmloser Muttermale und Leberflecken präsentiert die App Julia zahlreiche Fehldiagnosen! So auch bei unseren Urlauberinnen. Ihr Fazit ist eindeutig:
Zwar schreibt Google: Einen Arzt kann die Anwendung nicht ersetzen. Aber wirklich hilfreich erschien uns die App auch nicht.
Besser, um auffällige Hautkrankheiten zu identifizieren: die ABCDE-Regel!
Ärztin: "A steht für Asymmetrie, das heißt ein unauffälliger Leberfleck ist rund. B steht für Begrenzung rund/eckig. C ist die Colorierung, ein normaler Leberfleck hat nur eine Farbe, wenn ich mehrere habe kann das eine Gefahr zeigen. D ist der Durchmesser, wenn der sich verändert. und E steht für die Entwicklung: verändert sich der Leberfleck, das sind auffällige Zeichen!"
Damit die Haut im Urlaub möglichst wenig Schäden nimmt, sollten wir einen Sonnenbrand dringend vermeiden! Dabei soll diese kostenlose Spiegel-App laut Hersteller-Versprechen helfen! Und zeigen, wie gründlich wir eingecremt sind!
Ärztin: "Das wäre sehr sinnvoll! weil es viele Stellen gibt die manchmal unwissentlich nicht eingecremt wurden. Wo der Bikini, wo der Badeanzug direkt sitzt. Die Übergänge von Füßen, Zehen, Kniekehlen."
Reporterin Julia cremt ihren Unterarm neu ein:
Reporterin: "Hier oben habe ich ja irgendwann aufgehört einzucremen."
Ärztin: "Das sieht man deutlich! Die eingecremte Stellte erscheint dunkel, die nicht eingecremte hell! Grundsätzlich gut, dass es solche Apps gibt, es ersetzt aber nicht die Eincremeregeln. Wenn ich Hauttyp Eins bin, also habe sehr helle Haut, habe fast rote oder sehr blonde Haare, Sommersprossen IMMER Faktor 50 nehmen. Auch gerne für Hauttyp zwei oder drei. Man kann anfangen mit dem Rechtsschutz Faktor 25, wenn man sehr gut vorgebräunt oder insgesamt ein sehr dunkler Typ ist. Nachcreme immer nach dem Baden gehen!"
Ob die Urlauber das so ernst nehmen? Wir fragen nach:
"Ich nehme keine Sonnencremen, nein nie!" / "Haben sie nicht angst um ihre Haut?" / "Nein!"
"Also wir cremen uns wirklich regelmäßig ein"
"Ich hab mein UV-Shirt wenn man ins Wasser geht, eincremen und Schatten."
Wie gründlich Urlauberin PIA gecremt hat, überprüfen wir mit der Sonnenschutz-App:
Reporterin: "Gibts auch helle Stellen?"
Ärztin: "Bisschen an ihrem Gesicht finde ich."
Urlauberin: "Das stimmt, Gesicht habe ich tatsächlich auch nicht eingecremt."
Funktioniert! Einziger Haken: Die UV-App gibts aktuell nur für Huawai-Handys mit einer SPEZIELLEN Kamera!
Mädels "Das ist ein fetter Minuspunkt finde ich. - ich glaube es würde andere gründe geben warum ich mir ein neues Handy kaufe als diese App."
Fazit: naja bis nö. Dann doch lieber einfach regelmäßig eincremen!
Wie HEFTIG die Sonne gerade brutzelt und wie wir uns deswegen VERHALTEN sollten - zeigt der UV-Index. Und den misst dieses Gadget: der UV-Bodyguard für stolze 75 Euro. Zuerst mit der passenden App verbinden und Daten eingeben:
Reporterin "Ich hab Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 30 und mein Hauttyp, da bist du Expertin."
Ärztin: "Von sehr hell bis dunkel - Augenfarbe braun: 3! Also mittelhell - genau."
So kann sich jedes Familienmitgleid ein eigenes Haut-Profil anlegen und wird entsprechend schnell gewarnt! Dafür den UV-Sensor an den Bikini klemmen oder Richtung Sonne halten: Sonne/ Schatten. Reporterin: "Jetzt kommt auch die sonne wieder raus"
Ärztin: "Ich bin erstaunt wie sensibel er reagiert. 7,8,9 erwarte ich zu dieser zeit. jetzt sind bei 7,5 das ist durchaus realistisch."
Ärztin: "Ab einem UV-Index 3-5 sollte man sich auf jeden fall schützen mit Sonnencreme, mit T-Shirts. und ab 5-6 bitte Mittagssonne meiden, immer einen Sonnenhut auf und auch was Langärmliges drüberziehen."
Sofort gibt uns auch die App einen entsprechenden Warnhinweis.
Reporterin: "Dann steht hier sofort: nachcremen, Achtung hohe UV-Belastung"
Ärztin: "Als zusätzliche Kontrolle halte ich das für durchaus für nützlich."
Urlauberin Miriam ist mit ihren hellen Haaren, Augen und Haut mit Sommersprossen besonders Sonnenbrandgefährdet! Überzeugt sie das Produkt?
Miriam: "Alles worauf mich das hinweist, finde ich sinnvoll."
Reporterin: "75 Euro kostet das!"
Miriam: "WAS, krass! würd ich nicht dafür ausgeben."
Der stolze Preis rüttelt massiv am Endergebnis. Daumen mittel bis runter für den UV-Bodyguard! Wer sich das Geld sparen will: die meisten Wetterapps zeigen den aktuellen UV-Wert sogar KOSTENLOS an!
Unser Test hat gezeigt: das UV-Gadget und die Sonnencreme-App können uns sicher durch den Sommer bringen - haben aber ihren Preis! Die Google Bildersuche können wir zum Abchecken von Hautkrankheiten nicht empfehlen. Allgemein gilt: die altbewährten Eincremeregeln anweden. Und vor allem auf eines verlassen: unseren eigenen Verstand!