Tief im Herzen Bayerns, wo normalerweise Zucht und Ordnung herrschen, ist ein Firmenchef völlig verärgert, wenn er seine Produktionshalle leer vorfindet. "Jetzt stehst du da am Montag und es ist niemand da, der die Arbeit macht", beklagt er sich. Er warnt, dass man vorsichtig sein muss, um nicht noch mehr Fehltage anzusammeln, da dies zu ernsthaften Produktionsproblemen führen kann. Diese Situation ist nicht nur auf seinen bayerischen Holzbetrieb beschränkt, sondern betrifft ganz Deutschland.
"Wir sind Weltmeister im Kranksein. Aber warum?", fragt er. Ein Gesprächspartner erklärt, dass einige Menschen, die in der Statistik regelmäßig als krankgemeldet werden, dies wahrscheinlich aufgrund einer gewissen Einstellung tun. Deutschland ist mit 25 bezahlten Krankheitstagen pro Jahr tatsächlich führend in der Welt, weit vor den Niederlanden und Frankreich. Diese Situation zwingt Führungskräfte dazu, kreativ zu werden.
Der CEO der Allianz Versicherung schlug vor, den Karenztag wieder einzuführen, was bedeuten würde, dass die Arbeitnehmer die Kosten für den ersten Krankheitstag selbst tragen würden. Es entsteht eine hitzige Diskussion, ob dies die richtige Lösung ist oder nicht. Einige befürchten, dass dies dazu führen könnte, dass mehr Menschen trotz Krankheit zur Arbeit kommen, nur um Geld zu sparen.
Ein junger Unternehmer aus Hamburg zeigt jedoch, wie Krankheitstage reduziert werden können, ohne solche drastischen Maßnahmen. Er zahlt seinen Mitarbeitern jedes Quartal eine Prämie, wenn sie zu 100 % anwesend sind. Auch andere Unternehmer denken darüber nach, solche Belohnungssysteme einzuführen, um die Anzahl der Krankentage zu reduzieren.
Aber trotz dieser Bemühungen bleiben Fragen offen: Wie schlecht steht es wirklich um die Arbeitsmoral in unserer Gesellschaft? Sind wir wirklich Weltmeister im Kranksein oder ist es nur ein Vorurteil?