Familie Lehmann aus Dresden liebt die Ostsee. Deswegen mieten sie mit Kids und Hund in Boltenhagen ein Ferienhaus für rund 1600 Euro. Doch das angebliche Ferienhaus ist in Wahrheit eine fest vermietete Doppelhaushälfte.
Ich war verzweifelt. Was machen wir jetzt? Aber die Kinder so traurig gesehen zu haben. Das war eigentlich das Schlimmste.
Abzocke im Urlaub - leider kein Einzelfall. Doch das Besondere hier: Es handelt sich nicht um einen anonymen Betrüger, sondern um eine greifbare Privatperson. Und sie gibt den Betrug auch offen zu:
Vermieterin: weiß ich, dass das dumm war. Aber ich hatte zu dem Zeitpunkt einfach keine andere Möglichkeit für mich gesehen
Im September 2023 sucht Björn Lehmann über Facebook ein Ferienhaus an der Ostsee.
Papa: Und daraufhin hat sich die Frau gemeldet. Und ganz normaler Schriftverkehr dann per Privatnachricht. Hat mir einen Link geschickt von dem Ferienhaus. Sah alles super schön aus. Und der Preis war es auch. Es war nie zu billig und es war auch nicht zu teuer.
Die angebliche Vermieterin - wir nennen sie Maria T. zeigt Bilder eines real existierendes Ferienhauses. Das gehört ihr allerdings nicht und auch die Adresse ist falsch. Nichtsahnend zahlen die Lehmanns 650 Euro an. Wir schauen uns vor Ort um und finden eine bewohnte Doppelhaushälfte.
Sie sind hier der Mieter. Sie wohnen hier fest?
Ja.
Das ist keine Ferienimmobilie?
Nein. Keine Ferienwohnung. Wir wohnen schon seit vier Jahren hier.
Neben Familie Lehmann haben sich noch neun weitere Opfer bei uns gemeldet.
Am Gartenzaun können wir Maria T. zur Rede stellen. Sie gibt alles zu, schiebt eine vermeintliche Notlage vor.
Vermieterin: Ich habe einen ganz extrem gewalttätigen Exfreund. Der hat mich unter Druck setzt, der hat mich erpresst. Und ich habe das Ganze nicht gemacht, um anderen Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, sondern einfach nur, weil ich mir in dem Moment nicht anders zu helfen wusste.
RTL Reiseexperte Ralf Benkö erfährt von ihr danach am Telefon, dass sie 50.000 Euro Schulden hatte. Aus Geldnot sei ihr die Idee mit der Fake-Ferienwohnung gekommen.
Ralf Benkö: Sie würde es extrem bereuen, Sie versucht, es wiedergutzumachen und den Betroffenen das Geld zurückzahlen, allerdings hat sie bisher nur einer Geld zurückgezahlt..."
Maria T. soll unter anderem bereits wegen Warenkreditbetrug vorbestraft sein. Der Fall Boltenhagen liegt nun bei der Staatsanwaltschaft.
Polizei: Es ist jetzt an der Staatsanwaltschaft, zu entscheiden, ob Anklage erhoben wird. Und natürlich steht auch noch im Raum, die zivilrechtlichen Ansprüche, die die Geschädigten gegenüber der Beschuldigten haben. Die möchten natürlich wieder an ihr Geld kommen.
Familie Lehmann wartet nach wie vor auf ihre 650 Euro.
Papa: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Bei sowas kann ich auch jedem raten, der sowas vorhat oder privat zu buchen. Ruft in der Touristikbehörde in der Örtlichen dort an und fragt nach, ob es den von mir auch wirklich gibt.
Die Betrügerin bestätigt uns heute Morgen per Whatsapp, dass sie den Betroffenen innerhalb der nächsten 3 Monate das Geld zurückzahlen will. Familie Lehmann jedenfalls gibt die Hoffnung auf Entschädigung nicht auf.