Paulina und Moritz sind zwei der vielen Kinder, die von ihren Eltern regelmäßig überhört werden, weil DIE stattdessen ihrem Handy alle Aufmerksamkeit schenken.
„… reden, die machen mmm, 10 minuten später fragt man, dann hab ich nicht mitbekommen“
Sehen 62 Prozent der Eltern laut einer aktuellen Studie auch ein und sagen, ja ok, wir verbringen zu viel Zeit an Bildschirmen!
Gilt aber generell für viele Erwachsene - wie wir in einem Experiment in der Fußgängerzone noch sehen werden.
Für die Eltern von Paulina und Moritz ist damit jetzt für ein Wochenende Schluss!
Sven: Es ist so geil dass ihr hier seid ein wochenende ohne Handy. Ich finds geil.
Sagt er jetzt noch…sie ist da etwas nervöser…
„Ich hab sogar schlecht geschlafen. Ehrlich? Es ist schwer ja…da geb ich euch lieber das Kind für ein Wochenende und hab dann ein bisschen Ruhe am Handy“
Uff. Dabei haben die Kinder doch einen sehnlichen Wunsch und freuen sich auf das Experiment:
dann machen wir am Wochenende mal viel gemeinsam.
Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder?
Vor dem Experiment erstmal die schonungslose Bestandsaufnahme:
Wie lange sitzen denn eure Eltern täglich am Handy?
Paulina: Meist den ganzen Tag…
Moritz: Das stimmt wirklich so…
Moritz: Sie sind auch erwachsen…
Paulina: Trotzdem kann man zu viel am Handy sein.
Allerdings. Und das sogar am Esstisch. Eigentlich sind bei der Familie Handys am Tisch tabu. Eigentlich.
Die hauptsächlichen die das machen, sind die beiden hier. Das Ding ist, die Kinder halten sich an das Verbot. Aber manchmal sind es auch wichtige Sachen…
Die nicht bis nach dem Essen warten können …is klar.
Laut der Bildschirmzeit der vergangenen Woche ist Papa Sven meist so zwischen 6 und 7 Stunden pro Tag am Smartphone - ohne Handynavi-Zeit sind es durchschnittlich 3 Stunden.
Natalie kommt ganz ohne Navifunktion auf durchschnittlich 7 Stunden Bildschirmzeit am Tag.
In den nächsten drei Tagen wird hier aber eine dicke 0 stehen. Wir kassieren die Handys der Erwachsenen ein und tauschen gegen eine kleine Kamera, damit die Familie Videotagebuch führen kann.
Und schon nach ein paar Stunden das erste Drama….
Wir zahlen sonst alles digital mit der Karte und haben jetzt keine digitale Karte und suchen die normalen Karten.
Boah lass mich in Frieden.
Wir müssen was abholen und bezahlen und das ist natürlich schlecht so ohne Bargeld.
Und auch das Handy-NAVI wird schmerzlich vermisst...
Mit 1 Stunde Verspätung sind wir da jetzt angekommen nachdem wir durch die Siedlung geirrt sind…
Tjaa…man verlässt sich eben sonst auf’s Handynavi und schaltet das Hirn ab. Dafür gibt’s am Abend aber die lang ersehnte Familytime.
Statt am Handy sitzen hier alle und zocken… anders digital. Aber zusammen!
Immerhin das…
Und am nächsten Morgen das nächste Problem:
Wir wurden geweckt, weil das mit dem Handy nicht geklappt hat, Wecker auf dem handy.
Das Handy als Wecker sollte man laut Experten ohnehin vermeiden, um nicht morgens schon in den Tiefen des Smartphones abzutauchen.
Insbesondere bei Mama Nathalie scheint der Griff zum Smartphone längst pure Gewohnheit zu sein.
Ich bemerke, dass es euch schwer fällt ohne Handy. Das stimmt…sind jetzt seit ner Stunde im Auto, unterwegs hätte ich schon 5,6 mal was gegoogelt, interessiert hätte.
Der Social Media Entzug stört Nathalie hingegen nicht, sagt sie.
Bildschirme lenken ab und ziehen die ganze Aufmerksamkeit auf sich – auch in der Fußgängerzone glotzen ganz viele nur auf ihre Handys. Aber was passiert, wenn wir ihnen einen Clown direkt vor die Nase setzen? Bemerken sie den überhaupt oder jongliert er chancenlos gegen die Smartphones an?
Er ist stets bemüht…aber diese beiden hier bekommen einfach GAAAR nichts mit. Ah doch, ER kann seinen Blick mal kurz vom Bildschirm lösen. Aber Sie… braucht erst nen Anstupser.
Ich hab nach nem Schminkspiegel gesucht und nem Schminktisch.
Ich passe schon mehr auf, kriege mit, was um mich rum passiert.
Der nächste…
Haben sie mitbekommen, was um sie rum passiert? Gar nicht, war mit meinem Handy beschäftigt. Börsen kontrolliert
Manchmal gewinnt der Clown aber doch das Duell gegen’s Smartphone…er hier in olivgrün verschiebt seine Aufmerksamkeit auf die lustigen Zaubertricks.
Glaube, dass viele nicht wissen, was um sie herum passiert.
Korrekt – er hier zum Beispiel merkt nicht, dass Clown Daniel mehr als 2 Minuten vor seiner Nase rumhantiert.
Achso, das kann sein. Ich war mit meinem Handy beschäftigt. Ja genau. Nachrichten angeschaut, was alles passiert.
Aber was direkt um ihn herum passiert, verpasst er. Doch warum zieht uns das Teil so sehr in den Bann?
OT Expertin, Iren Schulz 01:03 - 01:18 Wenn ich mir...gebannt dabei sind.
So geht es auch Familie Papesch immer wieder. Aber nicht aktuell - denn die Handys der Eltern haben wir einkassiert. Stattdessen verbringt die Familie gemeinsame Zeit auf der Kirmes. Und alle haben Spaß – ganz ohne Smartphone und anderen Bildschirmen. Am nächsten Tag fällt das Fazit zu den handylosen Eltern gemischt aus…
das schlechte war halt, dass man euch nicht schreiben konnte
Und das gute war etwas mehr gemeinsame Zeit
hinten: zum beispiel sind wir nach dem Essen viel länger sitzen geblieben und haben gequatscht.
Und ein bisschen möchte die Familie das Experiment auch weiter in ihrem Alltag integrieren…
ich hab mir auch die Tage Gedanken gemacht, dass wir auch mal einen Tag, Nachmittag, Abend ohne Handy sind. // damit wir mal sprechen und nicht nebeneinander sitzen.
…und im Handy versinken. Gute Idee für alle! Denn schon eine Stunde Smartphone-Glotzen weniger pro Tag, wirkt sich laut zahlreichen Studien positiv auf die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden aus. Der komplette Handy-Verzicht wie in unserem Experiment ist dafür also gar nicht nötig.