Das hier wird eine Geschichte zum Mitmachen. Mich jedenfalls hat sie bei der Recherche nicht nur einmal überrascht. Beispiel? Gerne! Hier Zitronen knallgelb, frisch gekauft im Supermarkt – im Netz! Und diese Netze sind bunter als mir klar war, denn dahinter steckt ein Trick! Das probiere ich heute aus, denn wie ich noch lernen werde: Die Netzfarbe hat einen tieferen Sinn, der uns beim Einkauf ganz offenbar beeinflusst. Farben steuern unsere Kaufentscheidung – wie das funktioniert, das lerne ich heute noch. Die Verbraucherschützerin Britta Schautz unterstützt mich dabei. Es gibt eine Menge Tricks und Kniffe, mit denen Händler uns gern ein kleines bisschen beeinflussen wollen. Und wie sie das machen, das will ich in diesem Film mal ausprobieren. Wir machen’s jetzt erst mal so: Ich schlendere ein wenig durch verschiedene Läden und achte mal nicht auf die Waren an sich, sondern aufs Drumherum. Britta Schautz erster Hinweis an mich: Ich solle mal auf die Laufrichtung achten…
Im Discounter wie im Supermarkt.
Ich gehe letztlich gegen den Uhrzeigersinn.
Hier geht’s endlich mal im Uhrzeigersinn durch den Laden und nicht gegen der Uhrzeigersinn – das ist allerdings selten, glaube ich.
Zufall oder steckt da mehr dahinter? Ok, da achte ich ab jetzt mal drauf…
Gegen den Uhrzeigersinn laufen wir nämlich langsamer, und das stresst weniger. Der Eingang ist meistens hier und dann geht’s so herum Richtung Kasse. Übrigens: Gleich hinterm Eingang warten Obst und Gemüse – das ist auch in der Realität der Fall, egal ob im Supermarkt oder Discounter.
Der Grund offenbar: Aldi Nord ist wohl dabei, alles Obst und Gemüse wieder nach vorne zu holen. Und es wirkt ja auch echt einladend, finde ich. Vor allem, wenn man sich die Präsentation mal im Einzelnen anschaut.
Das fällt mir im Discounter erstmal auf. … Und das sieht ja fast aus wie auf dem Wochenmarkt.
Wieder was anderes: Holzwände am Obst und Gemüse.
In diesem Supermarkt dafür: geflochtene Körbe fürs Bio-Obst. Überhaupt: Sehr natürlich soll es oft aussehen…Und das sieht fast aus wie auf dem Wochenmarkt…
Nur halt nicht unter freiem Himmel.
Den Effekt will ich jetzt mal selbst testen und biete Obst unterschiedlich präsentiert einfach mal auf der Straße an… Natürlich unter anderem auch in einer Holzkiste.
Und diesen unbewussten Eindruck will natürlich kein Händler kaputt machen. Was mich zu etwas bringt, das ich in diesem Ausmaß wirklich zum ersten Mal wahrnehme. Es geht um Netze für Obst und Gemüse, genauer: Deren Farbe!
Britta Schautz zu Studie: Das ist wieder Psychologie im Supermarkt.
Den Grund hat die Uni Gießen tatsächlich erforscht – und mir netterweise mir dieses Bild zur Verfügung gestellt. Na, fällt was auf? Die Köpfe wirken eingefärbt, oder? Nur… sind sie es nicht. Es sind die feinen Farblinien über den Gesichtern, die unser Gehirn irritieren. Die Gesichter selbst sind völlig unverändert wie in der untersten Reihe. Und diesen Effekt nutzen Supermärkte und Discounter!
Und hierzu mache ich jetzt mal ein halb-wissenschaftliches Experiment. Was passiert denn, wenn ich Zitronen in den unterschiedlichsten Netzfarben anbiete?
Na, was denken Sie? Welche Zitronen wirken am appetitlichsten? Welche halten Sie für am attraktivsten, am frischesten?
– Die Gelben.
– Auch die gelben! Ich hab das Gefühl, das mit dem rosa sieht künstlicher aus als wenn es dieselbe Farbe ist.
Alle Testpersonen haben ihre Wahl mit dem Eindruck von Frische und Natürlichkeit begründet. Gelb musste das Zitronen-Netz hierfür offenbar nicht sein, aber rot und pink gingen gar nicht.
Im Supermarkt und Discounter laufen aber noch mehr unbewusst wirkende Tricks. Alles sollen uns möglichst entspannt einkaufen lassen, Stress reduzieren, denn dann bleiben wir länger im Markt und kaufen womöglich mehr als geplant. Hierfür sei es im Laden oft spürbar kühl, erklärt mir die Expertin, und die Beleuchtung variiert: Das Regal rechts neben der Expertin wirkt viel heller als die Fleischtheke hinter mir.
Und dann zeigt mir Britta Schautz noch das hier. Lebensmittel mal sichtbar, mal unsichtbar im Wagen vor mir. Die Ablagefläche ist nämlich abschüssig, damit wir einen Teil des Einkaufs aus dem Blick verlieren. Außerdem, sagt mir die Expertin, sind die Wagen tatsächlich größer als früher. Das bringe bis zu 40% mehr Umsatz. Neuerdings sehen die Griffe übrigens oft so aus – damit lässt sich der Wagen leichter lenken. All das wirkt unbewusst und verleitet zum Geld ausgeben. Daher jetzt mal Tipps, mit denen wir ganz bewusst sparen.
Britta Schautz mit Tipps
– immer Einkaufszettel
– nicht hungrig einkaufen
– SB-Kasse und viell. sogar bar zahlen statt Karte!
Psychotricks der Discounter und Supermärkte, na – auf euch fallen wir jetzt nicht mehr so leicht rein.