„Illegaler Einwanderer“ steht unter Passagier auf dem fiktiven Abschiebeticket. Start für die Rückkehr: der Tag der Bundestagswahl Ende Februar. Hier in Karlsruhe landet der als Flugschein gestaltete AfD-Flyer in den vergangenen Tagen in Briefkästen und sorgt für Empörung.
„Vor allem wenn man das bei den Ausländern hereinwirft und die extra noch sucht, dann ist das Diskriminierung.“
„Ich finde es nicht ok, ich finde es überhaupt nicht ok.“
„Schlimm. Bodenlos, ganz einfach, braucht man gar nicht mehr dazu zu sagen.“
Er hatte die Idee zum Abschiebeticket: Marc Bernhardt, Bundestagsabgeordneter der AfD in Karlsruhe. Das sei legitimer Wahlkampf und solle keine Angst machen, sagt er. Andere Kreisverbände der Partei seien von der Idee begeistert und hätten längst die Druckvorlage angefordert.
Marc Bernhardt, AfD Karlsruhe
„So ein Flugticket schaut sich jeder an und fragt sich, was ist das. Auf der Rückseite sieht man die berechtigten Forderungen.“
Das Abschiebe-Ticket erinnert an eine ähnliche Aktion der rechtsextremen NPD 2013. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts auf mögliche Volksverhetzung, von der AfD-Bundesspitze gibt es heute keinen Kommentar.
Tom Kollmar, RTL-Reporter
„Remigration steht seit dem Wochenende im Wahlprogramm der AfD. Die offizielle Begründung: Man wolle ihn neu definieren. Zeigen, dass man nicht für die Ausweisung von Deutschen mit Migrationshintergrund ist. Extremismus light. Diese Aktion zeigt: das ist höchstens Fassade.“
20.000 Exemplare des Flyers sind nach Angaben der Rechtsaußen-Partei gedruckt. Trotz der massiven Kritik will die AfD damit in Karlsruhe weiter auf Stimmenfang gehen.