Tödliche Attacke von Fahrgast: Zugbegleiter Serkan (†36) ging schon seit Wochen mit Angst zur Arbeit
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Anfang Februar 2026 kommt Zugbegleiter Serkan Çalar ums Leben, weil ihn ein 26-jähriger Fahrgast ohne Ticket so schwer verletzt, dass er kurz darauf im Krankenhaus stirbt. Jetzt berichten seine Brüder RTL: Es war nicht der erste Vorfall dieser Art und Serkan ging schon in den Wochen vor der tödlichen Attacke mit Angst zur Arbeit.
,,Er war wirklich ein toller Mensch. Er hatte einen super Charakter. Herz aus Gold. Also, er war wirklich ein liebevoller, freudiger Mensch. Er war der beste Vater auf dieser Welt."
Es fällt Serkans vier Brüdern schwer, über ihren großen Bruder zu sprechen. Die Trauer ist auch drei Monate später jede Sekunde zu spüren.
„Man kann das nicht mit Worten fassen. Da ist eine große Lücke, großer Schmerz und Trauer.“
Es ist der 2. Februar, als Serkan Çalar im Regionalexpress in Rheinland-Pfalz einen Schwarzfahrer bittet, den Zug zu verlassen. Der 26-jährige Fahrgast schlägt daraufhin auf Serkan ein. Er verliert das Bewusstsein, wird noch am Bahnsteig reanimiert. Zwei Tage später stirbt der 36-Jährige an einer Hirnblutung.
„Wir haben uns nochmal von ihm verabschiedet, als wir dann nochmal im Krankenhaus waren, als es schon vorbei war. Das letzte Mal, wo wir ihn dann umarmen konnten.“
Serkans Vater erleidet durch den Schock sogar einen Herzinfarkt. Was der Familie bleibt, ist der unendlich große Schmerz, aber auch die Frage, ob Serkans Tod hätte verhindert werden können.
„Er hatte Angst, aber er musste arbeiten. Für seine beiden Kinder.“
„Genau auf dieser Strecke, wo halt diese Tat passiert ist, wollte er auf jeden Fall nicht hin. Ihm ist schonmal dort ein paar Mal was passiert.“
Mehrfach sei Serkan nach Angriffen auf der Arbeit im Krankenhaus gelandet. Familie Çalar meidet heute den öffentlichen Nahverkehr. Sie fühlen sich dort nicht mehr sicher.
„Vielleicht könnte man das vermeiden. Seine Angstgefühle könnte man vermeiden, als mehr Sicherheit den Mitarbeitern zu geben. Für uns ist es zu spät, aber für seine Arbeitskollegen sollte es nicht zu spät sein.“
Nach Serkans Tod entflammt eine politische Debatte über die Sicherheit von Mitarbeitern bei der Deutschen Bahn. Der Konzern beschließt Maßnahmen für mehr Schutz und Prävention. Für Yalçın Tekinoğlu, den Anwalt der Familie, hakt es aber auch an anderer Stelle: Zivilcourage. Er hat die Überwachungsvideos und Handyaufnahmen von Zeugen gesehen und ist entsetzt über das Ausmaß der Gewalt.
„Man sieht es auch auf dem Sicherheitsvideo, dass einige Passagiere schon vor der Tat dort diesen Waggon verlassen, weil sie merken: Da braut sich was zusammen. Da ist eine Person, die wird immer ausfallender, immer aggressiver. Da hätte ja nur eine Person dazwischengehen und sagen müssen: ‚Stopp!‘“
Den Brüdern bleibt jetzt nur noch die Erinnerung an Serkan. Sie wollen aufrechterhalten, wofür ihr Bruder stand.
„Sein erster Wunsch war immer, dass die Menschen sich gegenseitig akzeptieren und respektvoller umgehen.“
Der Prozess gegen den Angreifer soll Ende Juni starten. Er hat die Tat bereits gestanden. Serkans Familie will am Prozess teilnehmen und hofft auf Gerechtigkeit.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
