Wir sind auf einem Kölner Wochenmarkt. Deutscher Spargel an zig Ständen. An diesem Stand wartet ein vermeintlich unschlagbares Angebot: Ein Kilogramm deutscher Spargel, soll hier gerade einmal 3,50 € kosten.
Unsere Reporterin Pia Lindenberg will wissen, woher der Spargel genau kommt.
Die Verkäuferin scheint die Herkunft nicht genau zu kennen.
Trotzdem: Wie kann es sein, dass der Spargel so günstig ist? Pia kommt das äußerst ungewöhnlich vor – sie kauft ein Kilo – vermeintlich deutschen Spargel.
Kein guter Deal, wie sich schon kurz nach dem Kauf herausstellt.
Also wirklich gut sieht der Spargel nicht aus, er schimmelt schon.
Wir schauen uns weiter um – die Preise für Spargel variieren von Stand zu Stand. Dieser Stand mit deutschem Spargel – für 6 € das Kilo – fällt uns dabei ins Auge.
Wir bemerken: Der vermeintlich deutsche Spargel liegt in einer Kiste eines ausländischen Gemüsehändlers. Handelt es sich hierbei also vielleicht gar nicht um deutschen Spargel?
Das wollen wir genau wissen und bringen alle auffälligen Proben, darunter auch den 3,50 Spargel, für eine Herkunftsanalyse in ein spezielles Labor nach Jülich.
Aber woran erkennen wir GUTEN Spargel? Das wollen wir vom Experten wissen:
Spargelbauer Gerno Köhrmann rät: Immer nach den Köpfen gucken. Sind die fest? Sieht das alles gut aus? // Und mal in die Hand nehmen. So ein bisschen kann er sich biegen, aber wenn ich ein bisschen mehr mache, springt er gleich auseinander.
Ausländischer Spargel hat lange Lieferwege zum Kunden, HIER wird das Gemüse direkt nach dem Stechen für den Handel vorbereitet.
Im eigenen Hofladen kostet ein Kilo Spargel je nach Klasse zwischen 6 und 15 Euro. Der Preis kann aber noch runtergehen, sagt Gerno Köhrmann. Die Preise bleiben grad stabil gehen weiter ins kältere, je weniger Spargel gibt es // Wenn wir warmes Wetter bekommen, ..wirds günstiger.
Aber 3,50 Euro, wie hier das Kilo auf dem Kölner Wochenmarkt? Ein unschlagbares Angebot, oder Betrug? Dr. Markus Boner, Agroisolab GmbH hat den Spargel untersucht: Nach unseren Ermittlungen liegt hier eine Wahrscheinlich von 98 % vor, dass dieser Spargel nicht aus Deutschland stammen kann.
Wir konfrontieren den Verkäufer mit unseren Laborergebnissen:
Wir haben letzte Woche Ihnen Spargel gekauft und hier im Labor kam raus, dass er nicht aus Deutschland kommt.
Der Verkäufer rechtfertigt sich:
Wir haben den im Großmarkt gekauft & der Verkäufer hat uns gesagt, dass das deutscher Spargel ist, und wir haben das geglaubt.
Beim Kauf hieß es noch, der Spargel komme direkt vom Bauern. Trotzdem zeigt sich der Verkäufer einsichtig.
Wer aber auf Nummer sicher gehen will, dass am Ende wirklich deutscher Spargel auf dem Teller landet, kauft am besten beim Spargelbauern seines Vertrauens oder im Supermarkt – denn auch hier sind die Kontrollen deutlich strenger.