Der erste Eindruck zählt! Das menschliche Gehirn benötigt für gewöhnlich nur wenige Sekunden, um den Gesprächspartner positiv oder negativ einzuordnen. Doch was, wenn Sie sich auf eine Stelle bewerben und vorab die „Hürde“ der schriftlichen Bewerbung meistern müssen, ehe es überhaupt zu einem Face-to-Face-Gespräch kommt? Die Bewerbung sollte daher möglichst perfekt sein. Was Sie auf dem Weg zur optimalen Bewerbung beachten müssen, verrät Bewerbungstrainer und Recrutingexperte Johannes Pelzer.
Johannes Pelzer empfiehlt: Strukturiertes Vorgehen
Bevor Sie die ersten Sätze ihres Anschreibens formulieren: Erstellen Sie eine Liste, wie Sie vorgehen und welche Anlagen Sie ihren Bewerbungen beifügen. Zwar werden gerade in der heutigen Zeit Online-Bewerbungen immer beliebter – jedoch muss die Zusammenstellung stets passen. Die Bewerbung ist gewissermaßen ihre Visitenkarte, ihre erste Arbeitsprobe. Zu einer guten Bewerbung gehören, natürlich auch abhängig von der Stelle, folgende Unterlagen:
- Deckblatt
- Anschreiben
- tabellarischer Lebenslauf
- Zeugnisse/Zertifikate
- Arbeitsproben
Wichtig: Wenn Sie sich online bewerben, achten Sie unbedingt darauf, dass die Bewerbung nicht den zulässigen Speicherplatz überschreitet, den das Postfach des Empfängers „verkraften“ kann. Oftmals wird in der Ausschreibung angegeben, welchen Umfang die Bewerbung haben darf.
Das Anschreiben
Das Anschreiben sorgt bei der Erstellung einer Bewerbung nicht selten für die eine oder andere Schweißperle auf der Stirn. Aber das ist gar nicht nötig, wenn Sie sich an einige Regeln halten.
Im Briefkopf ist es wichtig, dass ihre Kontaktdaten und die des Unternehmens zu sehen sind. Datum und Überschrift gehören ebenfalls zu den Must-haves.
Selbstbewusstsein ist Trumpf
Oft entscheiden positive oder negative Eindrücke bei der Durchsicht des Anschreibens. Verlieren Sie sich nicht in Floskeln, sondern kommen Sie gleich auf den Punkt. Besonders wichtig: Stellen Sie selbstbewusst ihre Stärken, Alleinstellungsmerkmale und Erfahrungen heraus!
Machen Sie dem Recruiter oder Personalchef klar, warum SIE die Stelle bekommen sollten und was SIE dafür qualifiziert. Natürlich sollten Sie nicht übertreiben – achten Sie jedoch gleichzeitig darauf, ihr Licht nicht unnötig unter den Scheffel zu stellen. Das Anschreiben beenden Sie mit einem persönlichen Gruß und einer Aufstellung der beigefügten Anlagen.
Tabellarischer Lebenslauf
Der tabellarische Lebenslauf ist ebenfalls ein sehr wichtiger Teil auf dem Weg zur perfekten Bewerbung. Denn dort sieht der Personalchef ihre bisherigen Stationen – angefangen von der schulischen über die eventuelle akademische Laufbahn bis hin zur bisherigen Berufserfahrung.
Achten Sie bei der Erstellung darauf, dass ihre Aufführungen durchgängig sind. Zwar scheiden sich die Geister an der Frage, ob Lücken im Lebenslauf noch immer kritisch gesehen werden sollten, dennoch sind sie unbedingt zu vermeiden. Nur so können Sie ein vollständiges und ehrliches Bild von sich zeichnen.
Zeugnisse
Zeugnisse oder Zertifikate gehören – sofern vorhanden – auf jeden Fall als Anlage zu einer Bewerbung. Fügen Sie daher Abiturzeugnis, Ausbildungs- und Zwischenzeugnisse oder andere erworbene Zertifikate hinzu. Damit untermauern Sie die im tabellarischen Lebenslauf angegebenen Stationen und Qualifikationen. Achten Sie bitte auf einen hochwertigen Scan, um alle Informationen gut leserlich darzustellen.
Arbeitsproben
Gerade in kreativen Berufen kann es nicht schaden, eine Mappe mit Arbeitsproben zu erstellen. Auch bei Online-Bewerbungen ist das problemlos möglich, sofern Sie die maximale Datenmenge nicht überschreiten. Achten Sie bei der Zusammenstellung der Arbeitsproben darauf, dass Sie auch wirklich aussagekräftige Werke versenden, die einen guten Eindruck hinterlassen.
Allgemeine Tipps und Hinweise
Ihre Bewerbung muss sauber und ordentlich sein. Wenn Sie sie per Post versenden, nutzen Sie hochwertiges Druckerpapier. Stellen Sie außerdem sicher, dass keine Eselsohren oder Flecken auf den Dokumenten sind. Besonders wichtig ist die fehlerfreie Rechtschreibung! Lesen Sie die Bewerbung mehrmals Korrektur, idealerweise mit einem Tag Pause dazwischen. Sonst kann es unter Umständen passieren, dass Sie den einen oder anderen Flüchtigkeitsfehler übersehen.
Wenn Sie an ihre Grenzen kommen oder unsicher sind, dann ist es keine Schande, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenden Sie sich zum Beispiel an einen Recruiter oder Recruiting-Trainer, wie Johannes Pelzer. Die Profis können ihnen genau sagen, worauf Sie achten und was Sie gegebenenfalls an ihrer Bewerbung ändern sollten.


