Ihr Projekt wird irgendwo geteilt, die Besucher strömen – und dann ist Schluss. Readymag begrenzt im Einstiegstarif die Seitenaufrufe auf 10.000 im Monat.
Kein anderer Baukasten in diesem Vergleich misst, wie viele Menschen Ihre Arbeit ansehen dürfen. Für ein Portfolio, das ruhig vor sich hin läuft, spielt das nie eine Rolle. Für eine Kampagnenseite, die plötzlich Aufmerksamkeit bekommt, ist es eine Decke, mit der Sie nicht gerechnet haben – und sie gilt für Ihr ganzes Konto, nicht je Website.
Wir haben Tarife, Grenzwerte, Funktionsumfang und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was Readymag gestalterisch auszeichnet, wo die Grenzen liegen und welcher Tarif zu welchem Vorhaben passt. Erfreulich für deutsche Leser: Der Anbieter liefert die Preisseite regional aus und nennt in Europa Eurobeträge.
Was ist Readymag und für wen ist es geeignet?
Readymag ist ein Website-Baukasten, der die Gestaltung in den Mittelpunkt stellt. Statt vorgefertigter Blockstrukturen arbeiten Sie auf einer freien Fläche: Jedes Element lässt sich genau platzieren, animieren und mit einem Verhalten beim Scrollen versehen. Das macht ihn zu einem der flexibelsten Werkzeuge seiner Art – setzt aber Gestaltungsverständnis voraus.
Die Zielgruppe ist eng umrissen: Grafikdesigner, Kreativagenturen und alle, die ihren Auftritt als Teil ihrer visuellen Identität verstehen. Portfolios, Magazinseiten, Kampagnenseiten und Lookbooks sind die Paradedisziplinen. Ein Firmenkatalog oder ein Onlineshop gehören ausdrücklich nicht dazu.
3,7/5★★★★☆Gestalterisch die größte Freiheit im Vergleich – erkauft mit einer Obergrenze für Besucher und einem Editor, der Vorwissen verlangt.- Fotografen, Designer und Kreative mit eigener Handschrift
- Portfolios und Kampagnenseiten mit überschaubarem Besucheraufkommen
- Agenturen, die Projektergebnisse präsentieren
- Wer in Euro abrechnen möchte statt in Dollar
- Einsteiger ohne Gestaltungserfahrung – der Editor verlangt Vorwissen
- Seiten, die viele Besucher bekommen sollen
- Wer über Google gefunden werden muss
- Shops und Firmenseiten mit vielen Unterseiten
Funktionen und Bedienung
Der Start dauert Minuten: Konto anlegen, Projekt benennen, Vorlage oder leere Fläche wählen. Dann beginnt die Einarbeitung. Der Editor erinnert eher an ein Gestaltungsprogramm als an einen Baukasten – Sie arbeiten mit Ebenen und platzieren Objekte frei. Für Gestaltungsprofis ist das ein Gewinn, für alle anderen zunächst eine Hürde.
Die Stärken liegen bei Typografie und Bewegung. Eigene Schriften lassen sich einbinden, Schriftgrößen genau steuern, Textelemente frei drehen. Effekte beim Scrollen setzen Sie ohne Programmieren: Elemente tauchen auf, verschieben sich, verblassen. In dieser Preisklasse bietet das kein anderer Baukasten.
Ein zweiter Punkt, den Preisvergleiche übersehen: Wie viele Websites Sie veröffentlichen dürfen, ist deutlich enger gefasst als die Zahl der Entwürfe. Personal erlaubt genau eine veröffentlichte Seite, Freelancer fünf, unbegrenzt ist erst Advanced. Dafür sind die Unterseiten je Projekt ab Personal unbegrenzt – im Gratistarif sind es zehn.
Was fehlt, ist alles Strukturelle. Ein Blog existiert nur in Grundzügen, ohne Kategorien und ohne Feed. Verkaufsfunktionen gibt es nur über angebundene Zahlungsdienste, kein vollständiges Shopsystem. Mehrsprachigkeit lösen Sie über getrennte Projekte. Und für Suchmaschinen ist eine frei gestaltete Fläche schwer zu erfassen – wer auf Verkehr über Google angewiesen ist, liegt hier falsch.
Code-Export: nur in der höchsten Stufe
Einen Punkt geben viele Testberichte falsch wieder: Readymag bietet sehr wohl einen Code-Export an – allerdings ausschließlich im Advanced-Tarif für 51 Euro im Monat. Damit lässt sich ein Projekt herauslösen und anderswo betreiben. In allen günstigeren Stufen bleiben Inhalte und Gestaltung an die Plattform gebunden. Wenn Ihnen die spätere Mitnahme wichtig ist, ist das die einzige Stufe, die infrage kommt.
Readymag im Test: Vor- und Nachteile
- Freie Fläche statt Raster: Jedes Element genau dort, wo Sie es haben wollen.
- Bewegung ohne Programmieren: Effekte beim Scrollen per Klick, in dieser Klasse einzigartig.
- Volle Typografie: Eigene Schriften und genaue Steuerung gehören dazu.
- Abrechnung in Euro: Kein Währungsrisiko, anders als bei fast allen Wettbewerbern dieser Art.
- Unbegrenzte Unterseiten ab Personal: Die Seitenzahl ist nicht das Problem.
- Code-Export im Advanced-Tarif: Ein Ausweg aus der Plattformbindung.
- Obergrenze für Besucher: 10.000 Aufrufe im Monat bei Personal, kontoweit gezählt.
- Nur eine veröffentlichte Seite bei Personal: Für mehrere Projekte wird es teuer.
- Steile Einarbeitung: Ohne Gestaltungserfahrung wird es mühsam.
- Kaum auffindbar: Für Suchmaschinen ist die freie Fläche schwer zu erfassen.
- Kein strukturierter Blog: Ohne Kategorien und Feed.
- Nur Englisch: Support und Hilfeseiten bieten keine deutsche Fassung.
Was kostet Readymag?
Vier Stufen stehen zur Wahl. Readymag liefert die Preisseite regional aus – in Europa erscheinen Eurobeträge, keine umgerechneten Dollarpreise. Die folgenden Beträge gelten bei jährlicher Zahlung; monatlich abgerechnet liegen sie höher.
| Tarif | Preis | Veröffentlichte Seiten | Domains | Aufrufe/Monat |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 € | 1 (bis 10 Unterseiten) | keine eigene | – |
| Personal | 13 €/M | 1 | 1 | 10.000 |
| Freelancer | 27 €/M | 5 | 3 | 25.000 |
| Advanced | 51 €/M | unbegrenzt | 10 | 75.000 |
Für ein einzelnes Portfolio ist Personal mit 13 Euro die richtige Wahl – unbegrenzte Unterseiten, eigene Domain, kein fremdes Logo. Freelancer lohnt bei mehreren Kundenprojekten. Advanced nur, wenn Sie viele Seiten betreiben, hohe Besucherzahlen erwarten oder den Code-Export brauchen.
- Kreditkarte: Die üblichen Anbieter werden akzeptiert.
- Kein PayPal: Nach Angaben des Anbieters nicht verfügbar.
- Jährliche Zahlung: Günstiger, aber im Voraus für zwölf Monate fällig.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- Verschlüsselung in allen Tarifen: Jede Seite wird verschlüsselt ausgeliefert, ohne eigenes Zutun.
- Passwortschutz ab Personal: Einzelne Projekte lassen sich vor fremden Blicken schützen – praktisch, wenn Sie einem Kunden einen Entwurf zeigen wollen.
- Sitz in den USA: Readymag ist ein US-Unternehmen. Ein garantierter Serverstandort in Deutschland steht nicht zur Wahl; wenn ein Geschäftskunde das verlangt, klären Sie es vorab. Dass in Euro abgerechnet wird, ändert am Firmensitz nichts.
- Keine ausgebaute Versionsverwaltung: Einen vollständigen Rückgriff auf frühere Stände wie bei den großen Baukästen gibt es nicht. Sichern Sie wichtige Entwürfe zusätzlich außerhalb.
- Support nur auf Englisch: Per E-Mail und über ein Hilfezentrum. Einen Chat oder deutschsprachige Unterstützung gibt es nicht.
Readymag Erfahrungen und Bewertungen
Auf Bewertungsportalen liegen jeweils nur einige Dutzend Stimmen vor – die Zahlen sind entsprechend wenig belastbar. Die genannten Punkte wiederholen sich aber und decken sich mit den Tarifdaten.
- Gelobt wird die Gestaltungsfreiheit. Nutzer beschreiben Readymag als erstes Werkzeug, mit dem sich umsetzen ließ, was ihnen vorschwebte – vor allem wegen der Bewegungseffekte.
- Kritisiert wird die Auffindbarkeit. Für reine Schaustücke sei das Werkzeug erstklassig, für alles andere zu eingeschränkt. Das deckt sich mit dem Funktionsumfang.
- Kritisiert wird der Preis der höchsten Stufe. Wer nur ein Portfolio betreibt, wechselt nach einer Weile in eine günstigere Stufe zurück.
- Die Datenbasis ist dünn. Mit einigen Dutzend Bewertungen je Portal lassen sich kaum verlässliche Schlüsse ziehen – probieren Sie den Gratistarif selbst aus.
Alternativen zu Readymag
- Webflow: Noch mehr Kontrolle, dazu ein echtes Redaktionssystem und bessere Auffindbarkeit – ohne Obergrenze für Besucher.
- Framer: Ähnliche gestalterische Ausrichtung, günstigerer Einstieg und stärker auf veröffentlichte Websites ausgelegt.
- Squarespace: Weniger Freiheit, dafür Blog, Verkaufsfunktionen und keine Besucherbegrenzung – die Wahl, wenn die Seite mehr leisten soll als schön zu sein.
Fazit: Lohnt sich Readymag?
Gestalterisch bietet Readymag mehr Freiheit als jeder andere Baukasten in diesem Vergleich. Die freie Fläche ohne Raster, die volle Kontrolle über Typografie und die Bewegungseffekte beim Scrollen ergeben Ergebnisse, die nach Gestaltungsbüro aussehen. Für Portfolios, Kampagnenseiten und Magazinformate gibt es kaum etwas Besseres – zumal in Euro abgerechnet wird.
Drei Einschränkungen sollten Sie kennen. Die Aufrufe sind gedeckelt: 10.000 im Monat bei Personal, kontoweit gezählt. Veröffentlichen dürfen Sie dort genau eine Website. Und über Google gefunden wird eine so gestaltete Seite kaum.
Unser praktischer Rat: Schätzen Sie Ihre Besucherzahlen ehrlich ein, bevor Sie buchen – daran hängt die Tarifwahl, nicht an der Zahl Ihrer Entwürfe. Für ein Portfolio, das über Empfehlungen läuft, reichen 10.000 Aufrufe locker. Wenn Sie aber eine Kampagne planen, die Aufmerksamkeit erzeugen soll, rechnen Sie mit Freelancer oder Advanced. Und wenn Ihnen wichtig ist, das Projekt später mitnehmen zu können, ist Advanced die einzige Stufe mit Code-Export.
Häufig gestellte Fragen zu Readymag
Bei jährlicher Zahlung kostet Personal 13 Euro monatlich, Freelancer 27 Euro und Advanced 51 Euro; der Gratistarif ist dauerhaft kostenlos. Monatlich abgerechnet liegt Personal bei 18 Euro. Readymag liefert die Preisseite regional aus – in Europa erscheinen Eurobeträge, keine umgerechneten Dollarpreise.
Das ist die wichtigste Grenze: 10.000 Seitenaufrufe im Monat bei Personal, 25.000 bei Freelancer, 75.000 bei Advanced. Gezählt wird über alle veröffentlichten Seiten Ihres Kontos zusammen, nicht je Website. Kein anderer Baukasten in diesem Vergleich misst das – rechnen Sie also in Besuchern, nicht in Projekten.
Im Personal-Tarif genau eine, bei Freelancer fünf, unbegrenzt erst bei Advanced. Das wird oft übersehen, weil sich Entwürfe unbegrenzt anlegen lassen. Für Freiberufler mit mehreren Kundenprojekten reicht Personal deshalb nicht aus.
Ja, und das ist unter vergleichbaren Gestaltungswerkzeugen die Ausnahme. Der Anbieter liefert die Preisseite regional aus; aus Europa aufgerufen erscheinen Eurobeträge. Ein Währungsrisiko durch Kartenkurs oder Auslandsentgelt entfällt damit – anders als bei Framer, Softr oder Glide.
Nur im Advanced-Tarif. Dort gibt es einen Code-Export, mit dem sich ein Projekt herauslösen und anderswo betreiben lässt. In allen günstigeren Stufen bleiben Inhalte und Gestaltung an die Plattform gebunden. Wenn Ihnen die spätere Mitnahme wichtig ist, führt kein Weg an der höchsten Stufe vorbei.
Eine Website mit bis zu zehn Unterseiten auf einer Readymag-Adresse, mit sichtbarem Anbieterlogo. Formulare, Bewegungsdateien und eigener Code funktionieren dort nur in der Vorschau, nicht in der veröffentlichten Fassung. Zum Kennenlernen des Editors reicht das, für einen echten Auftritt nicht.
Ab dem Personal-Tarif unbegrenzt – die Seitenzahl ist bei Readymag also nicht das Problem. Im Gratistarif sind es zehn. Begrenzt sind stattdessen die veröffentlichten Websites und die Seitenaufrufe je Monat.
Kaum. Eine frei gestaltete Fläche ist für Suchmaschinen schwer zu erfassen, ein strukturierter Blog mit Kategorien und Feed fehlt. Wer organischen Verkehr über Google aufbauen will, ist mit Webflow oder Squarespace besser bedient. Für ein Portfolio, das über Empfehlungen und Mappen läuft, spielt es keine Rolle.
Es hilft erheblich. Der Editor arbeitet mit Ebenen und einer freien Fläche und erinnert eher an ein Gestaltungsprogramm als an einen Baukasten. Wer schon einmal mit Ebenen und Schriftgrößen gearbeitet hat, findet sich schnell zurecht. Wer von einem Baukasten wie Jimdo kommt, braucht Geduld.
Ja, ab dem Personal-Tarif gibt es einen Passwortschutz für einzelne Projekte. Das ist praktisch, wenn Sie einem Kunden einen Zwischenstand zeigen wollen, ohne ihn öffentlich zu stellen. Im Gratistarif steht die Funktion nicht zur Verfügung.
Nein. Hilfe gibt es per E-Mail und über ein Hilfezentrum, beides auf Englisch. Einen Chat oder eine Telefonnummer gibt es nicht. Dass in Euro abgerechnet wird, ändert daran nichts – der Anbieter sitzt in den USA.
Für Designer, Fotografen und Agenturen, die ein Portfolio oder eine Kampagnenseite mit eigener Handschrift bauen wollen und mit englischem Support zurechtkommen. Wer viele Besucher erwartet, über Google gefunden werden muss oder ohne Gestaltungserfahrung startet, ist bei Framer, Webflow oder Squarespace besser aufgehoben.
