Medienkooperation

Webflow Test

Webflow im Test 2026: Erfahrungen & Preise

Am 13. Mai 2026 hat Webflow zwei seiner vier Tarife gestrichen – und für einen Teil der Bestandskunden wurde es dadurch teurer statt günstiger.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.
Webflow: Websites bauen wie im Design-Tool
Visueller Editor mit voller CSS-Kontrolle. Starter-Tarif dauerhaft gratis, bezahlte Site-Tarife ab 15 Dollar im Monat.

Am 13. Mai 2026 hat Webflow zwei seiner vier Tarife gestrichen – und für einen Teil der Bestandskunden wurde es dadurch teurer statt günstiger.

Webflow ist der Baukasten für Leute, die eigentlich Designer sind. Statt fertiger Blöcke zum Zusammenschieben bekommen Sie eine Oberfläche, die HTML und CSS sichtbar macht: Flexbox, Grid, Klassen, Breakpoints. Wer damit umgehen kann, baut Layouts, die kein anderer Website-Baukasten hinbekommt. Wer es nicht kann, sitzt Stunden vor einer leeren Seite.

Wir haben Tarife, Leistungsumfang, Vertragsbedingungen und die öffentlichen Kundenbewertungen auf zwei Portalen ausgewertet. Dieser Testbericht ordnet Webflow für den deutschen Markt ein: die neue Tarifstruktur seit Mai 2026, was die Dollar-Abrechnung mit Mehrwertsteuer wirklich kostet, warum es keine kostenlose Testphase gibt und wo beim Datenschutz eine Lücke klafft, die Sie selbst schließen müssen. Dazu die auffälligste Zahl des ganzen Artikels: Auf Trustpilot steht Webflow bei 1,4 von 5 Sternen – auf G2 bei 4,4.

Die Oberfläche von Webflow
3
Site-Tarife seit der Reform vom 13. Mai 2026 – vorher waren es vier
0
Tage kostenlose Testphase – es gibt nur den Gratis-Tarif
1,4/5
Trustpilot-Wertung aus 233 Bewertungen, Stand September 2026

Was ist Webflow und für wen ist es geeignet?

Webflow ist eine cloudbasierte Plattform aus San Francisco, seit 2013 am Markt, die visuelles Webdesign und Hosting in einem Produkt bündelt. Nach Unternehmensangaben arbeiten mehr als 300.000 Firmen damit. Sie ziehen Elemente auf eine Arbeitsfläche, vergeben ihnen Klassen und stylen diese Klassen – Webflow erzeugt daraus im Hintergrund sauberes HTML, CSS und JavaScript.

Genau das ist der Unterschied zu Wix, Jimdo oder Squarespace. Dort bekommen Sie fertige Bausteine, die Sie füllen. Bei Webflow bauen Sie die Bausteine selbst. Das Ergebnis: Eine mehrspaltige Sektion, die auf Smartphone, Tablet und Desktop exakt so sitzt, wie Sie sie gedacht haben – ohne eine Zeile Code zu tippen. Der Preis dafür ist eine Lernkurve, die deutlich steiler ist als bei jedem klassischen Baukasten.

Eine Besonderheit, die viele erst nach dem Kauf verstehen: Webflow rechnet auf zwei Achsen ab. Der Site-Tarif bezahlt das Veröffentlichen und Hosten einer einzelnen Website. Der Workspace-Tarif bezahlt, wer daran bauen darf. Zwei Websites bedeuten zwei Site-Tarife. Ein zweiter Mitarbeiter im Editor bedeutet einen bezahlten Platz im Workspace. Wer nur auf den Preis des Basic-Tarifs schaut, rechnet zu kurz.

Webflow Logo3,8/5★★★★☆Gestalterisch die stärkste Plattform im Testfeld – aber mit Dollar-Abrechnung, ohne Testphase und ohne fertige Lösung für deutsches Datenschutzrecht.
Bedienbarkeit & Lernkurve3,0
Design & Gestaltungsfreiheit4,6
CMS & Funktionsumfang4,2
SEO & Performance4,3
Preis-Leistung für Deutschland2,9
Ideal für
  • Designer und Agenturen, die Kundenprojekte ohne Entwickler umsetzen
  • Marketing-Teams, die viele Landingpages aus einer Vorlage generieren
  • Portfolios und Markenauftritte, bei denen das Layout das Produkt ist
  • Alle, die CSS-Grundlagen mitbringen und die Zeit zum Einarbeiten haben
Weniger geeignet für
  • Einsteiger, die in zwei Stunden online sein wollen
  • Onlineshops mit großem Sortiment und deutscher Steuerlogik
  • Projekte mit festem Euro-Budget – der Rechnungsbetrag schwankt mit dem Kurs
  • Nutzer, die deutschsprachigen Support oder ein fertiges Cookie-Banner erwarten

Webflow sitzt bewusst zwischen Baukasten und Entwicklerwerkzeug. Für Gründerteams, die zwischen Design-Anspruch und Tempo abwägen müssen, lohnt zusätzlich der Blick auf passende Website-Builder für Startups.

Den Editor unverbindlich ausprobieren
Der Starter-Tarif kostet nichts und läuft ohne Zeitlimit – so sehen Sie vor dem Kauf, ob Ihnen die Oberfläche liegt.

Funktionen und Bedienung im Test

Der erste Blick in den Designer erinnert eher an Photoshop als an einen Baukasten: links Elemente und Navigator, rechts die Style-Einstellungen, in der Mitte die Canvas. Wer schon einmal mit einem Design-Tool gearbeitet hat, findet sich zurecht. Alle anderen sollten die Webflow University einplanen – sie ist kostenlos, umfangreich und faktisch Pflicht.

Das Arbeitsprinzip: Sie setzen ein Div auf die Fläche, geben ihm eine Klasse, stylen die Klasse. Jedes weitere Element mit derselben Klasse übernimmt das Styling automatisch. Das ist mächtig und gleichzeitig die häufigste Stolperfalle – in den Bewertungsportalen berichten Nutzer regelmäßig davon, dass eine einzelne Änderung ungewollt die halbe Seite verändert hat, weil sie eine globale Klasse erwischt haben statt einer lokalen.

Praxistipp für den Einstieg
Legen Sie Ihnen vom ersten Tag an eine Namenskonvention für Klassen zu, etwa nach dem Muster „Bereich_Element_Variante“. Webflow bietet keine Umbenennung mit Rückwirkung auf bestehende Elemente an. Chaos im Klassenbaum lässt sich später nur mit sehr viel Handarbeit auflösen.

Das CMS: dynamische Inhalte ohne Plugin

Webflows CMS arbeitet mit Collections – strukturierten Inhaltstypen wie Blogbeiträgen, Teammitgliedern oder Projekten. Sie definieren die Felder einmal, bauen eine Vorlagenseite und Webflow erzeugt daraus automatisch alle Detailseiten. Für Marketing-Teams ist das der eigentliche Grund, zu Webflow zu wechseln: Aus einer einzigen Vorlage lassen sich Hunderte Landingpages ausspielen, ohne dass ein Entwickler eingreift.

Seit der Tarifreform im Mai 2026 ist das CMS im Premium-Tarif deutlich großzügiger bemessen: 20.000 CMS-Elemente und 40 Collections sind standardmäßig enthalten. Die früher üblichen Zusatzpakete für CMS-Elemente, die überraschend auf der Rechnung auftauchten, sind damit entfallen. Der kostenlose Starter-Tarif erlaubt 50 CMS-Elemente – gedacht zum Ausprobieren, nicht zum Betreiben.

Wo Webflow an Grenzen stößt

  • E-Commerce: Der Shop funktioniert für überschaubare Sortimente. Abo-Modelle, komplexe Lagerlogik oder deutsche Steuerbesonderheiten erfordern Umwege oder Drittanbieter.
  • Custom Code: Eigene Skripte im Head- oder Body-Bereich setzen laut Webflows Dokumentation entweder einen bezahlten Workspace ab Core oder einen aktiven Site-Tarif voraus. Im komplett kostenlosen Setup geht das nicht.
  • Animationen: Die Interactions sind ein Schaufenster-Feature. Wer sie großzügig einsetzt, verschlechtert die Ladezeit spürbar – gerade auf Mobilgeräten.
  • Sprache: Designer, Dokumentation und Support sind englisch. Eine deutsche Oberfläche gibt es nicht.

Webflow im Test: Vor- und Nachteile

Webflow polarisiert stärker als jede andere Plattform im Testfeld. Das liegt daran, dass Stärken und Schwächen dieselbe Wurzel haben: Die Plattform verlangt Fachwissen und belohnt es. Wer das Fachwissen nicht mitbringt, erlebt nur die Kosten, nicht den Nutzen.

Vorteile
  • Gestaltungsfreiheit: Flexbox, Grid und Klassen-Styling auf dem Niveau eines echten Frontend-Werkzeugs.
  • CMS ohne Plugin: 20.000 Elemente und 40 Collections sind im Premium-Tarif enthalten, Zusatzpakete entfallen.
  • SEO-Kontrolle: Meta-Angaben, Open Graph, kanonische URLs und Weiterleitungen sind pro Seite frei steuerbar.
  • Hosting inklusive: SSL, globales CDN und Versions-Snapshots stecken in jedem bezahlten Site-Tarif.
  • Code-Export: HTML und CSS lassen sich herunterladen – ein Sicherheitsnetz gegen vollständige Abhängigkeit.
Nachteile
  • Keine Testphase: Es gibt keinen Probezeitraum für bezahlte Tarife, nur den funktional stark beschnittenen Gratis-Tarif.
  • Dollar plus Steuer: Abgerechnet wird in US-Dollar, deutsche Privatkunden zahlen 19 % Mehrwertsteuer obendrauf.
  • Kein Consent-Banner: Webflow bringt keine eigene Cookie-Einwilligung mit – ein Drittanbieter ist Pflicht.
  • Support auf Englisch: Kein Telefon, kein deutscher Kanal, und die erste Instanz ist ein KI-Assistent.
  • Lernkurve: Ohne CSS-Verständnis dauert schon eine einfache Seite länger als bei jedem klassischen Baukasten.

Was kostet Webflow 2026?

Am 13. Mai 2026 hat Webflow die Site-Tarife von vier auf drei reduziert. CMS (vorher 23 Dollar) und Business (vorher 39 Dollar) wurden zu einem Tarif namens Premium für 25 Dollar im Monat verschmolzen. Der Basic-Tarif stieg leicht von 14 Dollar auf 15 Dollar, verdoppelte dafür das Seitenlimit auf 300. Darüber liegt neu ein Team-Tarif für 2.500 Dollar monatlich im Jahresvertrag, darunter weiterhin der kostenlose Starter.

Starter
dauerhaft kostenlos
0 $
webflow.io-Subdomain, 2 statische Seiten, 50 CMS-Elemente, 1 GB Datenvolumen. Zum Ausprobieren gedacht.
Basic
jährliche Zahlung
15 $/M
Eigene Domain, 300 statische Seiten, 10 GB Datenvolumen, kein CMS. Monatlich gebucht 25 $.
Empfehlung
Premium
jährliche Zahlung
25 $/M
20.000 CMS-Elemente, 40 Collections, ab 50 GB Datenvolumen. Monatlich gebucht 39 $.
Team
Jahresvertrag
2.500 $/M
Für Agenturen und größere Organisationen. Darüber folgt Enterprise auf Anfrage.

Für die meisten Projekte ist Basic das Minimum: eigene Domain, kein Webflow-Branding, Hosting inklusive. Sobald ein Blog, ein Projektarchiv oder eine Teamseite dazukommt, führt kein Weg an Premium vorbei. Wer monatlich statt jährlich bucht, zahlt bei Basic 67 % mehr – der Aufschlag ist seit der Reform deutlich härter als vorher.

Rechenbeispiel: Was 15 Dollar in Deutschland wirklich kosten
Webflow zieht bei Kunden mit deutscher Rechnungsadresse Umsatzsteuer ein, sofern keine gültige USt-IdNr. hinterlegt ist. Aus 15 Dollar werden damit 17,85 Dollar im Monat, aus dem Jahresbetrag von 180 Dollar werden 214,20 Dollar. Bei Premium sind es 29,75 Dollar monatlich beziehungsweise 357 Dollar im Jahr. Dazu kommt bei vielen Kreditkarten eine Fremdwährungsgebühr von rund 1 bis 2 %. Wer eine USt-IdNr. besitzt, trägt sie in den Workspace-Einstellungen unter „Billing“ ein und zahlt netto.

Der zweite Kostenblock wird regelmäßig übersehen: die Workspace-Tarife. Sie regeln, wer bauen darf. Starter ist kostenlos und für eine einzelne Person gedacht, Core liegt bei 19 Dollar pro Platz und Monat, Growth bei 49 Dollar. Ein Zwei-Personen-Team mit Blog landet realistisch bei 25 Dollar Site-Tarif plus 38 Dollar Workspace – also über 60 Dollar im Monat, bevor Zusatzleistungen wie Lokalisierung oder KI-Guthaben dazukommen.

Bezahlt wird per Kreditkarte, die Verarbeitung läuft über Stripe. SEPA-Lastschrift oder Kauf auf Rechnung gibt es im Selbstbedienungsbereich nicht. Wer aus Deutschland heraus kalkulieren muss, sollte das Wechselkursrisiko einpreisen – ein Punkt, den Anbieter mit Euro-Preisliste wie STRATO oder IONOS nicht haben. Ein Preisvergleich mit klassischem günstigem Webhosting lohnt deshalb besonders bei kleinen Projekten.

Aktuelle Tarife direkt prüfen
Site-Tarife ab 15 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung – inklusive eigener Domain, SSL und globalem CDN.

Sicherheit, Datenschutz und Support

Technisch ist Webflow solide aufgestellt. Rechtlich müssen Sie in Deutschland selbst nachrüsten – und genau hier liegt der Punkt, den kaum ein Vergleichstext benennt.

  • SSL und CDN: Jede veröffentlichte Website bekommt automatisch ein Zertifikat und läuft über ein weltweites Auslieferungsnetz. Sie müssen dafür nichts konfigurieren.
  • Backups: Webflow legt Versionsstände automatisch an, ältere Stände lassen sich im Designer zurückholen. Zusätzlich können Sie den Code exportieren und lokal sichern.
  • Cookie-Einwilligung: Webflow bringt kein eigenes Consent-Banner mit. Wer Analytics oder Marketing-Pixel einsetzt, muss eine Lösung wie Cookiebot, Usercentrics oder eine der kostenlosen Webflow-Vorlagen einbinden – Webflow beschreibt diesen Weg im eigenen Blog. Das setzt Custom Code voraus und damit einen bezahlten Tarif.
  • Serverstandort: Die Infrastruktur liegt überwiegend in den USA. Für einen datenschutzkonformen Betrieb brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag und eine saubere Datenschutzerklärung. Deutsche Rechtstexte liefert Webflow nicht mit.
  • Support: Erste Anlaufstelle ist ein KI-Assistent, danach folgt ein E-Mail-Ticket. Telefon-Support, Live-Chat mit Mensch und deutschsprachige Betreuung fehlen. Die Dokumentation und die Webflow University sind dafür außergewöhnlich gut – nur eben auf Englisch.
  • Kündigung und Erstattung: Tarife verlängern sich automatisch, Erstattungen gibt es grundsätzlich nicht. Webflow räumt allerdings Privatpersonen in der EU laut eigener Erstattungsrichtlinie ein 14-tägiges Widerrufsrecht ab dem Erstkauf ein. Für gewerbliche oder berufliche Nutzung gilt das ausdrücklich nicht.
Wichtig vor dem ersten Kauf
Eine kostenlose Testphase für bezahlte Tarife existiert nicht. Wer nach zwei Wochen merkt, dass die Plattform nicht passt, bekommt sein Geld nur zurück, wenn er als Privatperson gekauft hat und innerhalb der 14 Tage widerruft. Das gesetzliche Widerrufsrecht bei online abgeschlossenen Abos ist im Ratgeber des Europäischen Verbraucherzentrums Deutschland zusammengefasst. Praktische Konsequenz: Probier den Starter-Tarif gründlich aus, bevor Sie buchen – und setzen Sie sich vor dem Verlängerungsdatum eine Erinnerung.

Webflow Erfahrungen: Warum die Bewertungen so weit auseinanderliegen

Kaum ein Anbieter zeigt eine solche Schere zwischen den Bewertungsportalen. Auf Trustpilot steht Webflow bei 1,4 von 5 Punkten, auf G2 bei 4,4. Das ist kein Messfehler, sondern eine Frage der Zielgruppe – und lohnt eine genauere Betrachtung, bevor Sie eine der beiden Zahlen für bare Münze nehmen.

Trustpilot
1,4/5
233 Bewertungen, Stand September 2026
G2
4,4/5
rund 995 Bewertungen, Stand Juli 2026
Trustpilot-Verteilung
66 %
Ein-Stern-Anteil, 13 % geben fünf Sterne

Auf Trustpilot schreiben überwiegend Einzelpersonen, die auf eigene Faust gestartet sind – und dort wiegt jede Enttäuschung schwer. Die Stichprobe ist mit 233 Bewertungen klein, rund ein Viertel davon stammt aus den vergangenen zwölf Monaten. Zur Einordnung: Der direkte Wettbewerber Framer liegt dort bei 1,6 aus 140 Bewertungen, Wix bei 3,5 aus rund 29.000. Bewertungsportale bilden Frust zuverlässiger ab als Zufriedenheit.

Aufschlussreicher als die Durchschnittsnote ist, worüber sich Nutzer beschweren. G2 zählt die Kritikpunkte seiner Bewertungen aus, und das Ranking ist eindeutig: Preisthemen stehen mit 68 Nennungen an der Spitze, gefolgt von funktionalen Grenzen (55), eingeschränkter Anpassbarkeit (51), Lernschwierigkeiten (42) und schwachem Kundendienst (36). Dieselben vier Themen tauchen auf Trustpilot wieder auf – nur schärfer formuliert.

Wer die Bewertungen durchgeht, erkennt fünf wiederkehrende Muster – und sie sind aufschlussreicher als jede Durchschnittsnote.

  • Die Tarifreform hat Bestandskunden verteuert. Mehrere Bewertungen aus dem Sommer 2026 beschreiben Sprünge nach der Zusammenlegung von CMS und Business – ein Nutzer nennt einen Anstieg von 35 auf 46 Dollar monatlich für eine Portfolioseite mit 15 Seiten, deren CMS-Bedarf weit unter den neu enthaltenen 20.000 Elementen liegt.
  • Automatische Verlängerung ohne Hinweis. Der zweithäufigste Vorwurf: Der Jahresvertrag verlängert sich, und eine Erstattung wird unter Verweis auf die Richtlinie abgelehnt. Genau dafür gibt es das 14-tägige Widerrufsrecht – aber eben nur beim Erstkauf und nur für Privatpersonen.
  • Der Support beginnt mit einem KI-Assistenten. Nutzer berichten, dass Anfragen nach einem menschlichen Ansprechpartner wieder beim Chatbot landen. Telefon und Live-Chat mit Mensch gibt es nicht, der Weg führt über E-Mail-Tickets.
  • Globale Klassen als Stolperfalle. Ein wiederkehrendes Muster bei Einsteigern: Eine Änderung an einer Überschrift verändert sämtliche Überschriften der Seite, weil die Klasse global gesetzt war. Der Fehler fällt oft erst nach Dutzenden weiterer Schritte auf.
  • Gelobt wird die Tiefe. Positive Stimmen klingen einander sehr ähnlich: volle Kontrolle über das Layout, saubere Ergebnisse, und bei Agenturen die Möglichkeit, Redakteuren Zugriff auf Inhalte zu geben, ohne das Design freizugeben.

Praktische Lesart für Sie: Die 4,4 auf G2 beschreibt Webflow in den Händen von Profis. Die 1,4 auf Trustpilot beschreibt Webflow in den Händen von Menschen, die nur schnell eine Website brauchten. Beides stimmt – die Frage ist nur, zu welcher Gruppe Sie gehören.

Alternativen zu Webflow

Wenn Sie am Testergebnis vor allem die Lernkurve oder die Dollar-Abrechnung stört, gibt es Plattformen, die diese Punkte anders lösen:

  • Framer: Ähnliche Zielgruppe, klarer auf Animationen und Präsentationsseiten zugeschnitten, mit einem etwas sanfteren Einstieg. Der Basic-Tarif beginnt nach Anbieterangaben bei 10 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung.
  • Squarespace: Der Mittelweg für Selbstständige und Kreative, die ein hochwertiges Ergebnis wollen, ohne sich in Klassen und Breakpoints einzuarbeiten. Preise in Euro ab 12 € im Monat im Jahrestarif.
  • Wix: Die schnellste Route für alle ohne Vorkenntnisse, mit großer Vorlagenauswahl und deutschsprachigem Support. Der Light-Tarif liegt bei 16,66 € im Monat.

Fazit: Lohnt sich Webflow?

Webflow ist gestalterisch die stärkste Plattform in diesem Testfeld. Die Kontrolle über Layout und Responsiveness reicht an das heran, was sonst nur mit handgeschriebenem CSS möglich ist, das CMS ersetzt bei strukturierten Inhalten ein eigenes Redaktionssystem, und der erzeugte Code ist schlank genug, um bei Ladezeit und SEO zu überzeugen. Für Designer und Agenturen, die Kundenprojekte ohne Entwicklerbudget umsetzen, gibt es dazu kaum eine Alternative.

Für den deutschen Markt bleiben drei Einschränkungen, die im Alltag mehr wiegen als jede Funktionsliste. Erstens: Es gibt keine Testphase. Wer nicht als Privatperson innerhalb von 14 Tagen widerruft, bleibt auf dem Jahresbetrag sitzen. Zweitens: Abgerechnet wird in Dollar, plus 19 % Umsatzsteuer, plus Fremdwährungsgebühr – der Endpreis liegt spürbar über der Zahl in der Tarifübersicht. Drittens: Datenschutzkonformität ist Eigenleistung. Weder Consent-Banner noch deutsche Rechtstexte kommen mitgeliefert.

Die Empfehlung lautet deshalb: Webflow lohnt sich, wenn Design ein wesentlicher Teil Ihres Produkts ist und Sie entweder selbst CSS verstehen oder jemanden haben, der es tut. Sobald der Fokus auf „schnell und rechtssicher online“ liegt, ist ein Anbieter mit Euro-Preisliste und deutschem Support die vernünftigere Entscheidung. Machen Sie auf jeden Fall den Umweg über den kostenlosen Starter-Tarif und bauen Sie dort eine Seite fertig, bevor Sie Geld in die Hand nehmen.

3,8/5
★★★★☆
Design-Werkzeug der Spitzenklasse mit deutschem Kleingedruckten – Webflow liefert Gestaltungsfreiheit, die kein anderer Baukasten erreicht. Dafür zahlen Sie in Dollar, ohne Testphase und mit Datenschutz zum Selbstbauen. Für Profis ein klares Ja, für Einsteiger ein ebenso klares Nein.
Erst bauen, dann bezahlen
Im Gratis-Tarif eine komplette Seite anlegen und erst upgraden, wenn sie online gehen soll.

Häufige Fragen zu Webflow

Was kostet Webflow 2026?

Seit der Tarifreform vom 13. Mai 2026 gibt es drei Site-Tarife: Starter kostenlos, Basic für 15 Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung (25 Dollar monatlich) und Premium für 25 Dollar (39 Dollar monatlich). Darüber liegt ein Team-Tarif für 2.500 Dollar monatlich im Jahresvertrag sowie Enterprise auf Anfrage. Die früheren Tarife CMS und Business wurden zu Premium zusammengelegt.

Kommt bei Webflow Mehrwertsteuer auf den Dollar-Preis dazu?

Ja. Webflow ermittelt die Steuer anhand der hinterlegten Rechnungsadresse und berechnet Kunden in Deutschland Umsatzsteuer, sofern keine gültige USt-IdNr. eingetragen ist. Aus 15 Dollar werden damit 17,85 Dollar im Monat. Unternehmen tragen ihre USt-IdNr. in den Workspace-Einstellungen unter „Billing“ ein und zahlen netto. Da in US-Dollar abgerechnet wird, kommt je nach Karte noch eine Fremdwährungsgebühr hinzu.

Was hat sich mit dem Premium-Tarif im Mai 2026 geändert?

Webflow hat die Tarife CMS (23 Dollar) und Business (39 Dollar) zu einem Tarif namens Premium für 25 Dollar verschmolzen. Enthalten sind seitdem 20.000 CMS-Elemente und 40 Collections als Standard, die früheren Zusatzpakete für CMS-Elemente entfallen. Basic stieg von 14 Dollar auf 15 Dollar, das Seitenlimit verdoppelte sich auf 300. Für Kunden mit kleinem CMS-Bedarf bedeutete die Umstellung teilweise eine höhere Rechnung.

Gibt es bei Webflow eine kostenlose Testphase?

Nein. Webflow bietet keinen Probezeitraum für bezahlte Tarife an. Stattdessen gibt es den dauerhaft kostenlosen Starter-Tarif mit zwei statischen Seiten, 50 CMS-Elementen und einer webflow.io-Subdomain. Sie können dort eine Website vollständig aufbauen und erst beim Veröffentlichen unter eigener Domain upgraden. Das ist die einzige Möglichkeit, die Plattform ohne finanzielles Risiko zu prüfen.

Kann ich mein Webflow-Abo widerrufen und Geld zurückbekommen?

Grundsätzlich erstattet Webflow keine Zahlungen, weder für Tarife noch für Zusatzleistungen. Eine Ausnahme gilt für Privatpersonen aus der EU und dem EWR: Diese können den Vertrag laut Webflows Erstattungsrichtlinie innerhalb von 14 Tagen nach dem Erstkauf widerrufen und den vollen Betrag zurückverlangen. Bei gewerblicher oder beruflicher Nutzung entfällt dieses Recht. Verlängerungen laufen automatisch.

Reicht der kostenlose Starter-Tarif für eine echte Website?

Für einen öffentlichen Auftritt reicht er nicht. Der Starter-Tarif erlaubt nur zwei statische Seiten, 50 CMS-Elemente zum Testen und 1 GB Datenvolumen. Die Website läuft auf einer webflow.io-Subdomain, eine eigene Domain lässt sich nicht verbinden, und eigener Code im Head-Bereich ist ohne bezahlten Workspace oder Site-Tarif nicht möglich. Als Lernumgebung ist er dagegen sehr brauchbar.

Ist eine Webflow-Website DSGVO-konform?

Nicht automatisch. Webflow liefert weder ein Consent-Banner noch deutsche Rechtstexte mit, und die Infrastruktur steht überwiegend in den USA. Für einen rechtskonformen Betrieb brauchen Sie einen Auftragsverarbeitungsvertrag, eine eigene Datenschutzerklärung mit Impressum und ein Einwilligungswerkzeug eines Drittanbieters. Letzteres wird über eigenen Code eingebunden und setzt damit einen bezahlten Tarif voraus.

Brauche ich zusätzlich zum Site-Tarif einen Workspace-Tarif?

Für eine Einzelperson genügt meist der kostenlose Starter-Workspace. Sobald mehrere Personen im Designer arbeiten sollen oder Sie eigenen Code einsetzen wollen, brauchen Sie Core für 19 Dollar pro Platz und Monat oder Growth für 49 Dollar. Wichtig: Der Site-Tarif bezahlt das Veröffentlichen einer Website, der Workspace-Tarif bezahlt das Bauen. Beide Kosten fallen parallel an.

Wie gut ist Webflow für SEO?

Sehr gut. Seitentitel, Meta-Beschreibungen, Open-Graph-Angaben, kanonische URLs, Weiterleitungen und die robots.txt lassen sich vollständig steuern, auch für dynamisch erzeugte CMS-Seiten. Der ausgegebene Code ist schlank und semantisch sauber. Strukturierte Daten müssen Sie allerdings selbst per Code einbinden, ein Assistent wie bei WordPress-Plugins fehlt. Zu viele Animationen können die Ladezeit belasten.

Warum ist Webflow auf Trustpilot so schlecht bewertet?

Webflow steht dort bei 1,4 von 5 aus 233 Bewertungen, 66 % davon vergeben einen Stern. Auf G2 sind es dagegen 4,4 aus rund 995 Bewertungen. Der Unterschied liegt an der Nutzergruppe: Auf Trustpilot melden sich überwiegend Einzelpersonen, deren Erwartung an einen einfachen Baukasten enttäuscht wurde. Die häufigsten Kritikpunkte sind Preissteigerungen, die Komplexität und der Support ohne direkten Menschenkontakt.

Kann ich meine Webflow-Website exportieren und woanders hosten?

In bezahlten Tarifen lässt sich der erzeugte HTML- und CSS-Code herunterladen und auf einem beliebigen Server ablegen. Damit verlieren Sie allerdings das CMS, die Formularverarbeitung und die Veröffentlichungslogik – dynamische Inhalte müssten neu aufgebaut werden. CMS-Inhalte können Sie separat als CSV sichern. Ein nahtloser Umzug zu einem anderen Baukasten ist so nicht möglich.

Gibt es Webflow auf Deutsch und mit deutschem Support?

Nein. Der Designer, die Dokumentation, die Webflow University und der Support sind ausschließlich englischsprachig. Es gibt keine Telefonnummer und keinen Live-Chat mit einem Menschen als erste Anlaufstelle – Anfragen laufen zunächst über einen KI-Assistenten und danach über E-Mail-Tickets. Wer deutschsprachige Betreuung braucht, ist bei Anbietern wie IONOS, STRATO oder Jimdo besser aufgehoben.