Sie richten für Ihr fünfköpfiges Team Adressen unter eigenem Namen ein und zahlen dafür nichts extra. Bei den großen Profi-Anbietern für WordPress bräuchten Sie dafür einen zweiten Vertrag.
Das ist mehr als ein Nebenpunkt: Wer beruflich arbeitet, braucht Adressen unter eigenem Namen, und zwei getrennte Verträge bedeuten zwei Rechnungen und zwei Ansprechpartner im Störungsfall. Dazu kommt, was diesen Anbieter für Fachleute interessant macht – geprüfte Sicherheitsstandards, Server in Deutschland und Werkzeuge, die sonst nur eigene Server bieten.
Wir haben Tarife, enthaltene Leistungen, Zusicherungen und Datenschutzangaben ausgewertet. Dieser Testbericht zeigt, was im Preis steckt, für wen sich das rechnet und wo die Grenzen liegen. Ein Hinweis vorab: Die Preise verstehen sich ohne Umsatzsteuer.
Was ist Mittwald und für wen ist es geeignet?
Mittwald ist ein deutscher Anbieter aus Espelkamp, gegründet 1999, mit klarem Zuschnitt auf Fachleute. Statt eines Baukastens bekommen Sie eine betreute Umgebung: Aktualisierungen, Sicherheitskorrekturen und Serverpflege übernimmt der Anbieter, während Sie Zugriff auf Werkzeuge behalten, die es sonst nur bei eigenen Servern gibt.
Die Zielgruppe sind Agenturen, Selbstständige und Entwickler, die mehrere Projekte betreuen. Wer zum ersten Mal eine Seite aufsetzt, ist hier überversorgt und mit einem Baukasten oder Onecom schneller am Ziel.
4,2/5★★★★☆Unbegrenzte Postfächer, geprüfte Sicherheitsstandards und Server im Inland – dafür ein Preis, der ein berufliches Projekt voraussetzt.- Agenturen mit mehreren Kundenprojekten
- Wer Postfächer und Website beim selben Anbieter will
- Unternehmen, die Nachweise über Dienstleister brauchen
- Alle, denen ein deutscher Serverstandort wichtig ist
- Die erste eigene Website ohne Vorkenntnisse
- Private Projekte mit kleinem Budget
- Wer eine fertige Seite per Vorlage erwartet
- Projekte, die weltweit schnelle Ladezeiten brauchen
Leistung und Verwaltung
Die Verwaltung folgt einer eigenen Logik: Sie legen zuerst ein Projekt an, fügen dann Anwendungen hinzu – WordPress, TYPO3, Shopware und weitere stehen bereit – und richten Adressen und Postfächer ein. Wer die üblichen Standardoberflächen anderer Anbieter gewohnt ist, braucht dafür eine Einarbeitung. Nach einer Stunde sitzt die Systematik.
Für Agenturen ist die Rechteverwaltung auf Projektebene der praktische Vorteil: Sie geben einem Kunden Zugriff auf genau sein Projekt, ohne dass er die anderen sieht. Dazu kommt eine Schnittstelle, über die sich wiederkehrende Vorgänge automatisieren lassen – wer zwanzig Kundenseiten betreut, spart damit regelmäßig Stunden.
Eine Lücke bleibt: Ein weltweites Auslieferungsnetz gehört nicht zum Angebot. Wenn Ihre Besucher überwiegend aus Deutschland kommen, spielt das keine Rolle. Bei internationalem Publikum müssen Sie es separat einbinden – machbar, aber ein zusätzlicher Schritt.
Geprüfte Standards und Zusicherungen
Der Anbieter ist nach ISO 27001 zertifiziert und sichert eine Erreichbarkeit von 99,99 % zu. Für private Projekte spielt beides keine Rolle. Wenn Sie aber für ein Unternehmen arbeiten, das Nachweise über eingesetzte Dienstleister verlangt, ist genau das der Punkt, an dem günstige Anbieter ausscheiden – sie haben solche Prüfungen schlicht nicht. Zusammen mit dem Serverstandort Deutschland ersparen Sie sich damit die Fragen, die bei amerikanischen Anbietern aufkommen.
Mittwald im Test: Vor- und Nachteile
- Postfächer unbegrenzt: Anzahl und Größe, nur der Gesamtspeicher begrenzt.
- ISO 27001 zertifiziert: Bei günstigen Anbietern selten.
- Server in Deutschland: Keine Übermittlung in Drittländer.
- 99,99 % zugesichert: Erreichbarkeit vertraglich zugesagt.
- Betreuung rund um die Uhr: Auf Deutsch, laut Anbieter jederzeit.
- Automatische Sicherungen: Gehören zum Angebot.
- Hoher Einstieg: Ab 13 € netto, für private Seiten unverhältnismäßig.
- Nettopreise: Aus 13 € werden 15,47 € mit Umsatzsteuer.
- Kein Auslieferungsnetz: Für internationales Publikum separat nötig.
- Einarbeitung nötig: Die Verwaltung folgt einer eigenen Logik.
- Tarif je Projekt: Die Beispielpakete sind auf ein Projekt zugeschnitten.
- Nichts für Einsteiger: Ohne Vorkenntnisse überfordernd.
Was kostet Mittwald?
Der Anbieter zeigt drei Beispielkonfigurationen, jeweils für ein Projekt; darüber hinaus lässt sich frei zusammenstellen. Alle Preise ohne Umsatzsteuer.
| Tarif | Netto | Brutto | Postfächer | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| Webhosting S | 13 € | 15,47 € | unbegrenzt | Einzelnes Projekt |
| Webhosting M | 19 € | 22,61 € | unbegrenzt | Wachsende Projekte |
| Webhosting L | 36 € | 42,84 € | unbegrenzt | Ressourcenhunger |
- Lastschrift, Kreditkarte und PayPal: Alle gängigen Wege.
- Keine Einrichtungsgebühr: Und kein Aktionspreis, der später steigt.
- Kostenloser Einstieg möglich: Der Anbieter wirbt damit – Konditionen vorab prüfen.
Sicherheit, Datenschutz und Support
- ISO 27001 zertifiziert: Eine anerkannte Prüfung für Informationssicherheit. Wenn Ihr Kunde Nachweise über Dienstleister verlangt, ist das der Punkt, an dem günstige Anbieter ausscheiden.
- Server in Deutschland: Für eine Seite mit Kontaktformular oder Kundendaten entfällt damit die Frage nach der Übermittlung in Drittländer.
- Automatische Sicherungen: Gehören zum Angebot. Spielen Sie einmal probeweise eine zurück, solange das Projekt klein ist – dann wissen Sie im Ernstfall, wie es geht.
- Spamschutz enthalten: Der Anbieter filtert verdächtige Nachrichten, bevor sie in Ihren Postfächern landen.
- Betreuung rund um die Uhr: Der Anbieter wirbt mit jederzeit erreichbarer Hilfe auf Deutsch. Das ist zusammen mit ALL-INKL.COM ein Vorteil gegenüber internationalen Anbietern, bei denen alles auf Englisch läuft.
Mittwald Erfahrungen und Bewertungen
Die Rückmeldungen teilen sich nach Anwendungsfall. Vier Punkte wiederholen sich.
- Gelobt wird die Betreuung. Dass fachkundig und auf Deutsch geantwortet wird, nennen Agenturen als Hauptgrund fürs Bleiben.
- Gelobt wird die Verlässlichkeit. Der Betrieb läuft über Jahre stabil, Wartungen werden vorher angekündigt.
- Kritisiert wird der Preis. Wer von einem günstigen Anbieter kommt, zahlt ein Vielfaches – für berufliche Projekte gilt das als vertretbar, für private nicht.
- Kritisiert wird die Umstellung. Die Verwaltung folgt einer anderen Logik als gewohnt; nach einigen Tagen empfinden das viele als Vorteil.
Alternativen zu Mittwald
- ALL-INKL.COM: Deutlich günstiger, ebenfalls deutsch, mit Telefonnummer – ohne geprüfte Zertifizierung.
- Hetzner: Sehr günstiger deutscher Anbieter für einfache Projekte ohne Agenturfunktionen.
- Kinsta: Ähnliches Profi-Segment mit Betreuung auf Deutsch – dafür ohne Postfächer und in Dollar.
Fazit: Lohnt sich Mittwald?
Für berufliche Projekte ist das ein rundes Angebot, und der Preis täuscht. Unbegrenzte Postfächer, geprüfte Sicherheitsstandards nach ISO 27001, Server in Deutschland und eine zugesicherte Erreichbarkeit von 99,99 % bekommen Sie bei günstigeren Anbietern nicht – dort fehlen entweder die Postfächer, die Zertifizierung oder beides.
Drei Dinge sollten Sie wissen. Die Preise sind netto, aus 13 € werden 15,47 €. Ein weltweites Auslieferungsnetz fehlt. Und die Verwaltung folgt einer eigenen Logik, die Einarbeitung verlangt.
Unser praktischer Rat: Vergleichen Sie nicht die Grundpreise, sondern die Gesamtrechnung. Ein Anbieter für 5 € plus Postfächer für drei Personen liegt schon über dem Einstiegstarif hier – und hat weder Zertifizierung noch zugesicherte Erreichbarkeit. Wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind, rechnen Sie ohnehin mit den Nettobeträgen; dann verschiebt sich das Bild noch einmal deutlich zugunsten dieses Anbieters.
Häufig gestellte Fragen zu Mittwald
Unbegrenzt viele – der Anbieter hält ausdrücklich fest, dass Anzahl und Größe der Adressen und Postfächer nicht begrenzt sind. Die Grenze ist allein der gebuchte Gesamtspeicher. Das unterscheidet ihn von betreuten WordPress-Anbietern, bei denen es gar keine Postfächer gibt.
Die drei Beispielkonfigurationen kosten 13, 19 und 36 € im Monat, jeweils netto und für ein Projekt. Mit Umsatzsteuer sind das 15,47, 22,61 und 42,84 €. Es gibt keine Einrichtungsgebühr und keinen Aktionspreis, der nach zwölf Monaten steigt.
Das entscheidet die Gesamtrechnung, nicht der Grundpreis. Ein Anbieter für 5 € im Monat plus Postfächer für 5 € je Person liegt bei drei Personen bereits darüber – und bietet weder Zertifizierung noch zugesicherte Erreichbarkeit. Rechnen Sie deshalb alle Posten zusammen, bevor Sie vergleichen.
Eine anerkannte Prüfung für Informationssicherheit, die ein unabhängiger Prüfer vergibt. Für private Projekte spielt sie keine Rolle. Wenn Ihr Kunde oder Arbeitgeber aber Nachweise über eingesetzte Dienstleister verlangt, scheiden günstige Anbieter ohne solche Zertifikate von vornherein aus.
Netto. Auf alle Beträge kommt die Umsatzsteuer hinzu: Aus 13 € werden 15,47 €, aus 19 € werden 22,61 €. Wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind, ist das ein durchlaufender Posten. Privat zahlen Sie den Bruttobetrag – rechnen Sie das ein, wenn Sie mit Bruttoanbietern vergleichen.
In Deutschland. Für eine Seite, die Kundendaten oder Kontaktanfragen speichert, entfällt damit die Frage nach der Übermittlung personenbezogener Daten in Drittländer, die bei amerikanischen Anbietern aufkommt und dort zusätzliche Verträge erfordert.
Der Anbieter nennt 99,99 %. Das ist eine vertragliche Zusage, keine Messung – prüfen Sie in den Bedingungen, was bei Unterschreitung gilt. Für ein Projekt, dessen Ausfall Umsatz kostet, ist eine solche Zusicherung mehr wert als Werbeaussagen über Geschwindigkeit.
Ja, dafür ist es gemacht. Sie können Rechte auf Projektebene vergeben, einem Kunden also Zugriff auf genau sein Projekt geben. Über eine Schnittstelle lassen sich wiederkehrende Vorgänge automatisieren – wer zwanzig Kundenseiten betreut, spart damit regelmäßig Stunden.
Ja, WordPress gehört zu den Anwendungen, die sich direkt einrichten lassen, neben TYPO3 und Shopware. Aktualisierungen und Sicherheitskorrekturen übernimmt der Anbieter. Sie behalten dabei Zugriff auf Werkzeuge, die sonst nur eigene Server bieten.
Nein, das gehört nicht zum Angebot. Wenn Ihre Besucher überwiegend aus Deutschland kommen, spielt das keine Rolle. Bei internationalem Publikum müssen Sie ein solches Netz separat einbinden – machbar, aber ein zusätzlicher Schritt und ein weiterer Vertrag.
Die Verwaltung folgt einer eigenen Logik: erst ein Projekt anlegen, dann Anwendungen hinzufügen, dann Adressen einrichten. Wer die üblichen Oberflächen anderer Anbieter gewohnt ist, braucht dafür etwa eine Stunde. Danach empfinden viele die Systematik als übersichtlicher.
Für Agenturen, Selbstständige und Unternehmen, die Postfächer, geprüfte Sicherheitsstandards und deutschen Serverstandort in einem Vertrag brauchen. Wer privat eine kleine Seite betreibt, ohne Vorkenntnisse startet oder eine fertige Seite per Vorlage erwartet, ist bei ALL-INKL.COM oder Onecom besser aufgehoben.
