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Ratingagenturen

​Ratingagenturen sind Privatunternehmen, die die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten in Form eines Ratingcodes (Buchstabenkombination) bewerten.

Ratingagenturen dpa

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen und Staaten sowie die Sicherheit von Finanzprodukten. Weltweit existieren rund 150 Ratingagenturen, der Großteil dieser Privatunternehmen arbeitet regional oder branchenspezifisch. Die drei mächtigsten Ratingagenturen auf dem Weltmarkt sind Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings. Die Ratings werden in Ratingcodes eingestuft: verschiedenen, sich ähnelnden Skalen. Dabei entspricht beispielweise die Einschätzung 'AAA' der besten Qualität, ein 'D' (Standard & Poor’s und Fitch) beziehungsweise 'C' (Moody’s) steht für den Zahlungsausfall. Die Noten der Ratingagenturen dienen Kreditinstituten, Anlegern und Versicherungen als Orientierung, wenn es um den Verleih von Geld geht.

Der Ratingprozess startet mit einem Mandatsvertrag, in dem der Auftrag an die Ratingagentur geschildert wird. Die Agentur ermittelt im Anschluss mit Hilfe öffentlich zugänglicher und unternehmensinterner Informationen die Bonität des Schuldners. Ratingempfehlungen werden erst von einem Komitee abgesegnet, bevor sie der Auftraggeber erhält. Bereits im Jahr 1841 arbeitete Lewis Tappan in seiner Mercantile Agency nach einem ähnlichen Muster. Agenten beschafften damals Informationen über Personen und Geschäfte, sie wurden durch Anteile an den eingetriebenen Forderungen vergütet.

Vor allem im Hinblick auf die Finanzkrise stehen Ratingagenturen häufig in der Kritik: Den drei großen Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings wird vorgeworfen, riskante Papiere in der Vergangenheit falsch eingeschätzt zu haben. Sie führen zudem ein angelsächsisches Kartell, weshalb die Kritiker von entsprechenden Bevorzugungen gegenüber dem kontinentaleuropäischen Raum ausgehen. Ebenso ist von politischer und wirtschaftlicher Beeinflussbarkeit die Rede. Da beispielsweise die Auftraggeber der Ratings von Finanzprodukten die Herausgeber der Wertpapiere selbst sind, besteht in den Augen der Kritiker die Gefahr einer verfälschten Bewertung. Die Ratingagenturen können allerdings nicht für Fehleinschätzungen haftbar gemacht werden, ihre Noten gelten vor dem Gesetz nur als Orientierungsrahmen. Dennoch stehen die Agenturen unter staatlicher Aufsicht.

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