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Literatur

Die Literatur entstand bereits in der Antike, war aber wenigen Gebildeten vorbehalten. Erst die Erfindung des Buchdrucks sorgte für eine Verbreitung in der normalen Bevölkerung.

Literatur picture alliance / Luo Dafu / Costfoto | Luo Dafu / Costfoto

Als Literatur bezeichnet man im engeren Sinne alles schriftlich festgehaltene und im weiteren Sinne die Gesamtheit aller sprachlichen Zeugnisse, was auch mündlich überlieferte Texte in Versform einschließt.

Der Begriff Literatur

Der Begriff Literatur leitet sich vom lateinischen Wort "literatura" ab, was "Buchstabenschrift" bedeutet. So war Literatur ab dem 19. Jahrhundert zunächst ein Sammelbegriff für alles schriftlich Festgehaltene. Dies schloss jedoch die meist in Versform und mündlich überlieferten Texte der Antike und des Mittelalters nicht mit ein. Deshalb wurde der Literaturbegriff mittlerweile auf sprachliche Zeugnisse ganz allgemein erweitert. Im "Sachwörterbuch der Literatur" wird dies wie folgt zusammengefasst: "Als solche umfasst sie andererseits über den Wortsinn des schriftlich Niedergelegten hinaus auch das vorliterarisch mündlich Überlieferte (Mythos, Sage, Märchen, Sprichwort, Volkslied): Nicht alle Literatur ist Dichtung, nicht alle Dichtung Literatur im Wortsinn."

Arten von Literatur

Zunächst einmal unterscheidet man zwischen Sach- und Fachliteratur und schöngeistiger Literatur. Sach- und Fachliteratur unterteilt man dann noch einmal in Primärliteratur (Zeitzeugnisse, Erstbeschreibungen etc.) und Sekundärliteratur (Texte, die auf der Primärliteratur aufbauen). Bei der schöngeistige Literatur finden sich deutlich mehr Kategorien. Zunächst wird nach Anspruch in "hohe Literatur" und "Trivialliteratur" sortiert. Dann folgt die Einteilung nach Textart in Epik, Dramatik und Lyrik. Unter Epik oder auch Prosa versteht man Erzählungen, Romane, Märchen und Sagen. Als Dramatik bezeichnet man zur Aufführung gedachte Texte, also Dramen und Schauspiele. Die Lyrik oder Poesie umfasst alle Arten von Dichtung. Der Begriff Belletristik (vom französischen "belles lettres" = schöne Literatur) entstand zur Abgrenzung kunstvoller, schöngeistiger Literatur vom eher roh gestalteten Volksbuch und der Fachliteratur. Darüber hinaus unterteilt man grundlegend nach fiktionalen (ausgedachten) und nicht-fiktionalen (auf wahren Begebenheiten beruhenden) Texten.

Anfänge der Literatur und spätere Entwicklung

Die Anfänge der Literatur reichen bis in die Antike zurück, z. B. das Gilgamesch-Epos aus Mesopotamien, Totenbücher und Grabtexte aus dem alten Ägypten oder "Ilias" und "Odyssee" aus dem antiken Griechenland. Diese Texte wurden bewusst in Versform verfasst, weil sie sich so zur mündlichen Weitergabe besser merken ließen. Die meisten Texte in Antike und Mittelalter waren religiöser oder mythologischer Natur. Nicht-religiöse, fiktionale Literatur kam erst mit der Renaissance auf und etablierte sich in breiten Bevölkerungsschichten erst im 18. Jahrhundert. Ein wichtiger Faktor hierbei war der im 15. Jahrhundert erfundene Buchdruck.