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Hurrikan

Hurrikan bezeichnet einen tropischen Wirbelsturm, der im Nordatlantik und der Karibik sowie in Teilen des Nord- und Südpazifiks entsteht.

Hurrikan dpa

Hurrikan wird eine Form des tropischen Wirbelsturms genannt, die sich zumeist in Gebieten des nördlichen Atlantischen Ozeans – den Golf von Mexiko und die Karibik einbegriffen – sowie im Nordpazifik östlich des 180. Längengrades und im Südpazifik östlich von 180° Ost herausbildet. Eine Mindestgeschwindigkeit von 112 km/h ist kennzeichnend für Hurrikane. Die Hurrikansaison dauert in Nordpazifik und Atlantik offiziell vom 1. Juni bis zum 30. November, im Ostpazifik ist bereits ab dem 15. Mai mit tropischen Wirbelstürmen zu rechnen. Die Benennung der Hurrikane erfolgt derzeit gemäß vorgegebener Namenslisten abwechselnd mit männlichen und weiblichen Vornamen.

Hurrikane entstehen grundsätzlich in der Passatwindzone über dem Wasser des Atlantiks und Pazifiks. Damit sind sie klar von Tornado und Taifun abzugrenzen. Für die Entstehung eines Hurrikans spielen mehrere Faktoren zusammen. Eine wichtige Voraussetzung: Die Temperatur des Oberflächenwassers muss 26,5 Grad Celsius übersteigen. Ist dies der Fall, beginnt das Wasser zu verdunsten und in großen Mengen in die Atmosphäre aufzusteigen. Angekommen in großen Höhen, beginnt der Wasserdampf zu kondensieren – große Gewitterwolken entstehen. Die aufsteigenden Luftmassen führen zu einem Unterdruck über der Wasseroberfläche. Dieser wiederum hat zur Folge, dass feuchte Luft aus der Umgebung durch den sogenannten 'Kamin' nachströmt. Dadurch werden die Gewitterwolken weiter genährt und vergrößern sich. Bei konstant bleibender Wasser- und Lufttemperatur bringt die Corioliskraft die aufsteigenden Luftmassen zum Rotieren: Ein großflächiger Wirbel entsteht. Trifft ein Hurrikan auf Festland, lässt seine Geschwindigkeit für gewöhnlich nach. Experten zufolge werde ein möglicher Treibhauseffekt die Wassertemperatur und dementsprechend auch die Zahl der Hurrikane künftig weiter steigen lassen.

Der Begriff Hurrikan entstammt der karibischen Mystik und bezeichnet dort den Gott des Bösen. Und das zu Recht, denn die Wetterphänomene sind besonders für ihr enormes Zerstörungspotenzial bekannt: Flutwellen, Überschwemmungen, Küstenerosionen und Erdrutsche zählen zu den möglichen Folgen eines Hurrikans. Die Saffir-Simpson-Skala unterteilt Hurrikane gemäß ihrer Windstärke in fünf Kategorien von 'schwach' bis 'verwüstend'. Der bislang stärkste Hurrikan war Hurrikan Irma (September 2017), der innerhalb weniger Stunden von einem tropischen Sturm zu einem Hurrikan der Kategorie 5 mit einer Windgeschwindigkeit von knapp 300 km/h heranwuchs und über tausend Menschenleben forderte. Den bis dato größten materiellen Schaden in Höhe von 81 Milliarden Dollar verursachte Hurrikan Katrina Ende August 2005 in den US-Bundesstaaten Florida und Louisiana.

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