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Helsinki

Helsinki gehört zu den jungen Hauptstädten Europas und liegt an der Nordküste des Finnischen Meerbusens. Sie bildet das kulturelle Zentrum des Landes.

Helsinki picture alliance / Zoonar | Hilda Weges

Helsinki ist die Hauptstadt Finnlands und der Provinz Uusimaa. Sie liegt zum größeren Teil auf einer stark zerklüfteten granitenen Halbinsel an der Nordküste des Finnischen Meerbusens.

Die finnische Hauptstadt, auch "Tochter der Ostsee" oder "Weiße Stadt" genannt, zählt 648.042 Einwohner (Stand Dezember 2018). Im gesamten Ballungsraum, zu dem auch die Städte Espoo und Vantaa zählen, leben über 1,3 Millionen Menschen (Stand Dezember 2018). Das Meer verleiht Finnlands Hauptstadt ein besonderes Flair. An der Nordküste des Finnischen Meerbusens gelegen, erstrecken sich weite Teile Helsinkis auf Halbinseln und vorgelagerte Schären.

Helsinki - Stadt, Land und Geschichte

Helsinki wurde 1550 von Gustav I. Vasa nordöstlich vom heutigen Zentrum an der Mündung des Vantanjook in den Finnischen Meerbusen gegründet, um mit der Handelsstadt Reval - heute Tallin - zu konkurrieren. Ab 1639 wurde es auf Befehl der Königin Christine an eine günstigere Stelle auf der Landzunge Vironiemi verlegt. 1748 wurde mit dem Bau der vorgelagerten Insel Suomenlinna begonnen. 1808 konnte die damals noch unbedeutende Stadt dem Angriff der russischen Truppen nicht widerstehen und wurde dem russischen Großfürstentum Finnland einverleibt. Im Jahre 1812 erhob Zar Alexander I. sie zur Hauptstadt. Nachdem 1808 ein Drittel den Flammen zum Opfer gefallen war, erhielt C.L. Engel den Auftrag, die Stadt wieder aufzubauen. 1828 wurde auch die Universität Turku nach Helsinki verlegt.

Helsinki mit Flair und Meer

Architektonisch ist Helsinki eine spröde Stadt, dabei eine Stadt der Kontraste, die sich dem Ankommenden nicht auf Anhieb öffnet. Ein Stadtkern, der in seiner klassizistischen Geschlossenheit einmalig ist, kündet vom Glanz einer Hauptstadt im Dienste des Zaren. Der Hauptbahnhof - Rautatieasema - von Helsinki ist ein Musterbeispiel für jenen Stil, den man finnischer Art Nouveau oder finnische Nationalromantik nennt. Er war geprägt von jener Epoche nationaler Euphorie um 1917, als Finnland seine Unabhängigkeit von Russland erklärte. Der Zeitpunkt war nicht zufällig gewählt: Nach der kommunistischen Oktoberrevolution hatte der mächtige Nachbar - seit 1809 Herr über Finnland - eigene Probleme. In den Sommernächten ist Helsinki hellwach und wird zur "Weißen Stadt des Nordens". Die Stimmung ist wie ausgewechselt. Unter dem leuchtenden Abendhimmel genießen die Bewohner den Überfluss an Licht und Wärme.