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Ankara

Ankara ist die Hauptstadt der Türkei. Die wichtigen historischen Ereignisse samt den zugehörigen Sehenswürdigkeiten machen sie zu einem populären Reiseziel.

Ankara picture alliance / AA | Mehmet Ali Ozcan

Ankara ist die Hauptstadt der Türkei und gleichzeitig die Hauptstadt der Provinz mit dem gleichen Namen. Mit rund 5,6 Millionen Einwohnern ist sie nach Istanbul die zweitgrößte Stadt des Landes. Sie befindet sich im Landesinneren am Fuße des KöroÄŸlu-Gebirges und war bis zum 28. März 1930 unter der neugriechischen Bezeichnung Angora bekannt.

Ankara in der Antike und im Byzantinischen Reich

In der Antike wurde Ankara erstmals zur Hauptstadt eines Landes. Dabei handelte es sich um eine römische Provinz mit dem Namen Galatien. Einige Sehenswürdigkeiten wie der Augustustempel, die Juliansäule und die römischen Bäder stammen aus dieser Phase. Von 395 bis 1073 gehörte Ankara zum Byzantinischen Reich. Von 717 bis 775 fungierte sie als militärisches Hauptquartier von Bukellarion, einer Verwaltungseinheit der Byzantiner. Diese verloren die Stadt mehrmals an die Araber, konnten sie jedoch wieder für sich erobern. Die Befestigungsmauern der Zitadelle und die Kirche im Augustustempel sind Bauten aus diesem Zeitraum.

Die Rolle der Seldschuken und Osmanen in Ankara

Nach der Schlacht bei Manzikert im Jahr 1071 und der Auflösung der byzantinischen Reichsverwaltung geriet Ankara unter die Kontrolle des Sultanats der Rum-Seldschuken. Dieser Zustand hielt bis 1243, als die Mongolei einmarschierte und der seldschukischen Herrschaft ein Ende bereitete. Während die Beyliks Westanatolien für sich beanspruchten, übernahmen die mongolischen Ilchane die Gewalt über Ostanatolien und einen Teil Mittelanatoliens. Die Eingliederung ins Osmanische Reich erfolgte durch Sultan Orhan I. im Jahr 1356. Ankara wurde zur Hauptstadt eines Sandschak im Eyalet Anadolu bestimmt. 1892 wurde die Stadt zum ersten Mal durch die Anatolische Eisenbahn mit Istanbul verbunden.

Ankaras Entwicklung in der Republik

Die Truppen unter der Führung von Kemal Atatürk konnten den Sieg im Türkischen Befreiungskrieg für sich verbuchen. Als Folge der Abgrenzung zur osmanischen Hauptstadt Istanbul wurde die Türkei zur Republik erklärt. Seit dem 13. Oktober 1923 ist Ankara die Hauptstadt des Landes. In den nachfolgenden Jahren vergrößerte sich die Bevölkerung um ein Vielfaches, es wurden zahlreiche neue Bauwerke für Industrie und Wirtschaft errichtet. Seit den 80er Jahren gibt es eine Vielzahl an günstigen Hochhaussiedlungen, welche sich als gute Lösung für das Wohnproblem herausgestellt haben. Ein Highlight war die Auszeichnung mit dem Europapreis für die exzellenten Bemühungen um die europäische Integration 2009.