„Ich bin Christian Dobrick. Ich bin Fußballtrainer, 29 Jahre alt und ich bin schwul.“
Es war höchste Zeit für ein Outing wie dieses, und die Reaktionen waren positiv. Anders noch, als sie Thomas Hitzlsperger vor zwölf Jahren erlebte, auch von Ex-Torwart Jens Lehmann. Der fand sein Outing damals:
„Komisch. Man duscht jeden Tag zusammen, niemand kann seine Gedanken kontrollieren.“
Was macht so ein Satz mit dir?
„Dann muss er halt stinkend nach Hause fahren, ich weiß es nicht, wenn er dann nicht in die Dusche gehen möchte. Natürlich hilft so ein Satz nicht.“
„Das würde ich heute wahrscheinlich, zwölf Jahre später, nicht mehr so machen. Meine Aussage damals, wenn man die so sieht, ist ja auch ein bisschen aus Unkenntnis und Unbehagen, was man dazu eigentlich sagen soll, heraus entstanden. Und demzufolge sehe ich jetzt keinen Grund dafür, mich bei irgendjemandem zu entschuldigen. Ich finde es gut, dass der Christian Dobrick sich da jetzt zu geäußert hat.“
Und auch diese Aussage von 2014 würde Lehmann nicht wiederholen.
„Innerhalb einer Fußballmannschaft ist es undenkbar, dass einer hingeht und das preisgibt.“
„In unserer toleranten Gesellschaft sollte es ja gar keine Hemmnisse mehr geben. Die Vereine sind tolerant, die Spieler sowieso. Die Fans sehen, wenn jemand den Drang hat, dann kann er das in unserer toleranten Umwelt doch jetzt mal tun. Das wäre doch eine schöne Sache.“
Und so sieht das auch der Bundestrainer.
„Ich habe selber homosexuelle Freunde im Freundeskreis und weiß, wie es ist, wenn man lange Zeit in seinem Leben das Gefühl hat, nicht darüber sprechen zu können oder es nicht ausleben zu können. Das ist eine Qual und ich hoffe, dass alle anderen auch den Mut zusammennehmen und es eben dann irgendwann nicht mehr dazu führt, dass wir darüber diskutieren müssen, sondern dass es einfach ein normal ist.“
Als Schwuler Profifußball zu spielen oder zu trainieren – so wie Christian Dobrick in Hamburg.