Zwei Sätze lang hat Alexander Zverev praktisch das perfekte Wimbledonfinale gespielt, die Nummer eins der Welt, Yannick Sinner, war im Prinzip chancenlos, chancenlos gegen die unglaubliche Schlaghärte von Alexander Zverev. Sowohl was seine Vorhand angeht, die teilweise mit über 130 kmh übers Netz gesaust ist, als auch natürlich sein Aufschlag. Zwei Sätze lang hat er eine Aufschlagquote jenseits von 80 %. Damit kann man eigentlich ein Wimbledonfinale nicht verlieren. Aber es ist dann eben die Qualität der Nummer eins der Welt dieses Jahr. Man kann es nicht anders sagen, dieses Mentalitätsmonsters Yannick Sinner, der sich einfach weigert, dieses Spiel verloren zu geben. Ich bin sicher, gegen jeden anderen Spieler der Welt hätte Sascha Zverev das Wimbledonfinale gewonnen. Aber eben nicht gegen Yannick Sinner, der dann nur eine kleine Chance am Ende des zweiten Satzes braucht, um wieder in das Match zurückzufinden. Und das hat er dann sukzessive bis zum Ende nicht mehr abgegeben. Natürlich wird Sascha Zverev jetzt extrem enttäuscht sein nach diesem verlorenen Finale. Ich glaube aber, mit ein paar Tagen Abstand wird ihm da bewusst werden, was er da Tolles erreicht hat in den letzten acht Wochen und wie viel besser sein Spiel jetzt ist, als es noch vor einiger Zeit war.