Er sieht selbst noch aus wie ein Kind, dabei ist Jan T. schon einmal wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern in 14 Fällen auf Bewährung verurteilt worden. Und in dieser Bewährungszeit wurde er – so der Vorwurf – wieder straffällig.
„Der Angeklagte ist für die Justiz kein Unbekannter. Er sitzt derzeit aufgrund einer Vorstrafe in Strafhaft. Weshalb die Untersuchungshaft, die gegen ihn in dieser Sache verhängt wurde, derzeit nicht vollzogen wird.“ Der aktuelle Vorwurf: Jan T. soll zwei 13 und 14 Jahre alte Jungs aus einem Sportverein sexuell missbraucht haben. Der Angeklagte hat sich dabei als Trikot-Sponsor im Fußballverein engagiert und so den Kontakt zu den Kindern hergestellt.
Unser Reporter trifft während des Gerichtsverfahrens den Vater eines mutmaßlich missbrauchten Kindes. Er erzählt uns, wie er gemerkt hat, dass bei seinem Sohn etwas nicht stimmt. „Also er hat nachts nicht den Schlaf gefunden, weil vermutlich immer wieder diese Sache in ihm aufkam. Und irgendwann hat er sich dann seinem besten Freund geöffnet und der hat ihm dann geraten, zu seinem Klassenlehrer zu gehen und das dann irgendwann nicht publik zu machen, aber sich von der Seele zu reden.“
Der Prozess gegen Jan T. findet hinter verschlossenen Türen statt, weil die Opfer zum Tatzeitpunkt noch minderjährig waren. Der Vater hat als Nebenkläger aber mitbekommen, wie der Angeklagte vor Gericht auftritt. „Er hat sich mehr oder weniger als Opfer selbst dargestellt, dass er ja quasi selbst eine Benachteiligung hat, dass er sich als pädophil empfindet. Und er hat eine generelle Entschuldigung in den Gerichtssaal ausgesprochen. Aber jetzt zu uns Eltern oder zu den Prozessbeteiligten nicht.“
Weil Jan T. vor Gericht bis auf eine Tat alles gestanden hat, müssen die Opfer nicht aussagen. Der Vater wünscht sich jetzt für seinen Sohn nur eins. „Dass mein Sohn wieder in den Schlaf findet, dass er wieder ein geregeltes Leben hat und dass er einfach irgendwann mit der Sache abschließen kann, weil ihn das schon sehr, sehr stark belastet.“
Vor Gericht weint der Angeklagte heute versteckt hinter einem Aktenordner. Wenig später fällt das Urteil. Jan T. muss sechs Jahre ins Gefängnis und 12.500 Euro Schmerzensgeld bezahlen.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche