Wegen sieben Zentimetern: Zehntausende Euro teuer! Grundschule mit Wachmann am Treppenaufgang
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Weil das Geländer sieben Zentimeter zu niedrig ist, bewachte ein Sicherheitsdienst das Treppenhaus einer Frankfurter Grundschule. Der Grund: Die Deutsche Industrienorm 18065. Und das ist teuer, wie ihr im Video seht.
Hier steht er, der Sicherheitsmann. Von 7:30 bis 17 Uhr machen er und seine Kollegen – was? „Die sitzen da mit den Stühlen und gucken. Und wenn ich nach Hause gehe, dann unterhalten sie sich ein bisschen.“
Der Grund: Die Deutsche Industrienorm 18065, die besagt: Ein Treppengeländer muss mindestens 1,10 Meter hoch sein.
„Ab einer gewissen Höhe kann man sich nicht so leicht hochziehen, kann man nicht so leicht drüberklettern. Und dann ist vielleicht auch das Hinunterrutschen nicht mehr so einfach.“
An der Frauenhofschule in Frankfurt sind es teilweise aber nur 1,03 Meter. Also sieben Zentimeter zu wenig. Das flog bei einer Kontrolle auf. Das Bauamt sagte daraufhin: Gesetz ist Gesetz und das geht so nicht.
„Ich kann keinen Dienst an der Treppe absolvieren, kann auch keine Lehrkräfte dafür abstellen und habe das natürlich dann an der Stelle verwehrt und habe gesagt, das ist nicht in meinem Aufgabenbereich, was dann dazu geführt hat, dass jetzt ein Wachdienst für die Schule organisiert worden ist.“
Zu Spitzenzeiten stehen hier 14 Personen vom Wachdienst. Die Kosten sollen bei mehreren 1.000 € pro Tag liegen. Das zahlt die Stadt, also der Steuerzahler. Jetzt könnte man meinen, die Sicherheit der Kinder ist unbezahlbar. Und wenn sich Eltern und Kinder doch Sorgen machen?
„Nö. Eigentlich hatte ich nie gar nicht Angst.“
„Nein, ich mache mir überhaupt keine Sorgen. Es ist völlig ungefährlich aus meiner Sicht. Die Schule besteht seit 100 Jahren, über 100 Jahren. Das Treppengeländer sieht ähnlich alt aus. Ich glaube nicht, dass da jemand runtergefallen ist schon mal.“
Und was sagt der Fachmann zum Wachmann?
„Ich würde jetzt eher mit einer Hilfsmaßnahme arbeiten und nicht jemanden nebendran stellen. Also es gibt natürlich immer die Möglichkeit, das Gelände zu ertüchtigen, indem man vielleicht eine Holzplatte davorstellt, die man an dem Geländer befestigt, um eine Höhe zu leisten. Man könnte mit Kunststoffplatten arbeiten oder man kann eben auch tatsächlich aus Metall Dinge draufsetzen.“
Das sieht die Stadt Frankfurt auch so, aber das dauert wohl.
„Bis diese Arbeiten umgesetzt sind, wird ein Sicherheitsdienst zur Verfügung gestellt. Dabei handelt es sich um kurzfristige Übergangslösungen, die nur wenige Wochen benötigt werden. Wenn Mängel auffallen, müssen diese behoben werden, unabhängig von den anfallenden Kosten.“
Und so stehen sie hier wohl noch weiter von 7:30 bis 17 Uhr.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
