Joah, rein optisch macht dieses Netz am Geländer erstmal seinen Job. Es soll abschrecken. Während die Kinder der Frauenhofschule Ostern friedlich und sicher Zu Hause verbracht haben, hat sich die Stadt die Gefahrenzone in der Schule nochmal zur Brust genommen.
"Da wurde wohl am Wochenende ein Netz eingebaut, sodass den Wachschutz nicht mehr brauchen. [...] Man muss aber nicht vergessen, dass auch das Netz in meinen Augen überflüssig ist." Ist es das?
Rückblick: Der Wachdienst hat hier in den letzten drei Wochen aufgepasst: Von 7:30 bis 17 Uhr standen bis zu 14 Wachmänner am Treppengeländer.
„Die sitzen da mit den Stühlen und gucken. Und wenn ich nach Hause gehe, unterhalten sie sich ein bisschen.“
Auslöser für den ganzen Aufwand? Die Deutsche Industrienorm 18065, schreibt vor: Ein Treppengeländer muss mindestens 1,10 Meter hoch sein.
An der Frauenhofschule fehlen SIEBEN Zentimeter. "Ab einer gewissen Höhe kann man sich nicht so leicht hochziehen, kann man nicht so leicht drüberklettern. Und dann ist vielleicht auch das Hinunterrutschen nicht mehr so einfach."
Die Stadt stellt daraufhin Sicherheitskräfte ab. Kostenpunkt: 28.000 Euro. Sicherheit hat ihren Preis. In diesem fall - einen ziemlich hohen!
Wohl ein Grund, warum die Stad jetzt lieber auf Netz statt Security setzt. Aber ist diese neue Schutzkonstruktion besser? Netz-Kritiker sind skeptisch und befürchten sogar:
"Dass, möglicherweise das noch gefährlicher ist, dass da Kinder vielleicht hochklettern. So ein bisschen wie Spiderman. Das bietet sich auch an, oder dass Kinder ihre Finger darin verhaken. Ja, keine Ahnung. Es ist überflüssig." Die Stadt erklärt uns dazu: "Die Arbeiten für die provisorische Sicherung in der Frauenhofschule wurden abgeschlossen. Die Treppen wurden mit speziellen „Netzen“ gesichert. Die konkrete Konstruktion wurde im Vorfeld mit der Unfallkasse Hessen abgestimmt."
Bleibt zu hoffen, dass die provisorische Netz-Lösung auch wirklich provisorisch ist und die sieben Zentimeter bald nachgerüstet werden.