An einen normalen Unterricht ist hier heute nicht zu denken. Aber die Türen der Docemus-Privatschulen in der Nähe von Berlin bleiben heute geöffnet, um gemeinsam zu trauern, um gemeinsam über das zu sprechen, was hier gestern passiert ist.
"Wir werden versuchen, in den nächsten Tagen und Wochen gemeinsam einen Plan aufzustellen, wie wir jetzt vor Ort mit den Emotionen umgehen können. Sie haben vielleicht hier im Hintergrund gesehen, wir haben schon eine Trauerstelle, die erste eingerichtet, eine weitere ist weiteres im. Im Gebäude selbst. Wir haben ein Kondolenzbuch aufgestellt. Also wir haben allen Möglichkeiten gegeben, um mit der Situation umzugehen."
Gestern Mittag gehen bei der Polizei mehrere Notrufe ein.
Vor Ort finden die Einsatzkräfte eine 18-jährige Schülerin und einen 30‑jährigen, schwerstverletzten Mann. Die Retter können für beide nichts mehr tun.
Sie wurden niedergestochen, wohl vom Ex-Freund der 18-Jährigen.
Mitschülerin Laura ist Augenzeugin des schlimmen Verbrechens.
"Wir hatten halt Schluss. Wir sind noch auf Klo gegangen. Ich und meine zwei Freundinnen, die waren auch dabei. Und dann sind wir rausgegangen. Und dann haben wir das halt gesehen. Und dann sind wir halt ganz schnell gerannt zu meiner Klassenlehrerin und dann halt ins Sekretariat. Und dann hat die Sekretärin die Polizei gerufen. Es ist halt schon ein Schock."
Bei unserer Recherche vor Ort erfahren wir, dass es offenbar keine spontane Tat gewesen sein soll.
"Ich konnte mich hier mit einigen jungen Männern unterhalten, die den mutmaßlichen 19-jährigen Täter kannten. Sie erzählten mir, dass er bereits zuvor gegenüber Freunden angekündigt haben soll, seine Ex-Freundin umzubringen. Offenbar, weil sie sich von ihm getrennt hatte."
Bislang bekannt ist: Der mutmaßliche Täter soll Mika heißen. Er soll seine Ex-Freundin und einen Mitarbeiter der Schule, der die Tat verhindern wollte, getötet haben.
"Wir sind natürlich in erster Linie mit den Ermittlungen befasst, werden weitere Vernehmungen von Personen durchführen, die am gestrigen Tage Zeugen des Geschehens waren und auskunftsfähig sind. Und wir werden uns auch mit der Staatsanwaltschaft dazu abstimmen, ob es heute eine Haftanregung geben wird und wie es weitergeht."
Weitergehen wird es hier an der Schule erst mal mit Trauerarbeit, um zu verstehen, was hier gestern Schreckliches passiert ist.