Verena Kloos muss heute dem Mann gegenübersitzen, der ihr alles genommen hat: Nikola Z.
Der 23-Jährige versteckt sich hinter einem Aktenordner, als er in den Gerichtssaal geführt wird und zeigt nahezu keine Regung. Doch für Verena Kloos ist dieser Tag besonders schwer, denn sie musste mitansehen, wie Nikola Z. ihren Mann in ihrem eigenen Haus tötete.
„Ich hätte gerne meinen Mann verteidigt, das war das schlimmste für mich, dass ich ihm nicht helfen konnte. Das furchtbar.“
Es ist früh am Abend, als es am 12. Juli letzten Jahres an diesem Haus in Herrsching, einem beliebten Ort am Ammersee, an der Haustür klingelt. Nichtsahnend öffnet der 74-jährige Hausbesitzer die Tür – und wird plötzlich von einem Unbekannten angegriffen. 13-mal sticht der Mann auf den ehemaligen Chefdesigner der Luxusautomarke Rolls-Royce ein.
„Die Streifenbesatzungen, die dann sofort zum Tatort geeilt sind, haben dort eine schwerverletzte Person auffinden können. Der Notarzt hat dann nur noch den Tod eines 74-Jährigen feststellen können.“
Verena Kloos schafft es gerade noch, sich zu den Nachbarn zu retten.
„Währenddessen flüchtet der Täter in die dunkle Nacht. Für Nachbarin Julia Magenau beginnt damals eine Zeit in ständiger Angst.“
„In der Nacht hat man natürlich alle Rollläden heruntergemacht, Man hat abgeschlossen, man hat versucht, die Gärten und die Terrassen auszuleuchten.“
Mit einem Großaufgebot an Hunden, Drohnen und Hubschraubern sucht die Polizei nach dem Täter. Ein möglicher Fluchtweg könnte hier runter zum See gewesen sein.
„Der Täter hinterließ Spuren, Passanten hatten an der Uferpromenade des Ammersees, einen roten Rucksack gefunden. Für die Polizei war das später ein wichtiges Beweismittel.“
Außerdem überprüft die Polizei etliche Überwachungskameras im Ort - und landet so einen Treffer. Auf diesem Bild ist Nicola Z. zu sehen, wie er wenige Stunden vor dem Angriff in einem Supermarkt grüne Haushaltshandschuhe einkauft. Mit diesen Fotos fahndet die Polizei nach dem mutmaßlichen Täter - bis Nicola Z. schließlich wenige Tage nach dem Angriff in der Nähe von Paris verhaftet werden kann. Seitdem sitzt der 23-jährige in Untersuchungshaft.
„Nach den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte vorgehabt haben, den Geschädigten und seine Ehefrau zu überfallen, sie in seine Gewalt zu bringen, gegebenenfalls auch zu töten, um so an Wertgegenstände zu kommen.“