Mehr und mehr Ungereimtheiten: Das verstörende Lügenleben der Gina H.
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Immer neue Widersprüche, fragwürdige Behauptungen und schwere Vorwürfe: Im Prozess um den Tod des kleinen Fabian zeichnet sich vor Gericht das Bild einer Angeklagten, deren Aussagen immer wieder auf den Prüfstand geraten. Selbst Fabians Mutter soll Ziel ihrer Behauptungen gewesen sein.
Sie versteckt sich im Gerichtssaal vor unseren Kameras. Wenn die Verhandlung beginnt, zeigt Gina H. aber ihr wahres Gesicht.
Chatverläufe und Telefonate von ihr, die vor Gericht gezeigt wurden, beweisen: Die wegen Mordes angeklagte Gina H hat wohl immer wieder schlecht über Fabians Mutter Dorina gesprochen. Sogar Gerüchte befeuert, sie sei selbst schuld am Tod von Fabian.
„Wenn man von sich ablenken will, dann versucht man natürlich die nächstgelegene anzugreifen. Und das tut auf eine Sicht weh. Natürlich, weil so viele Menschen das geglaubt haben. Zu Anfang."
Wie tief ist der Lügensumpf in dem Gina H. steckt?
Unser Reporter Carsten Kulawik ist seit Monaten beim Prozess dabei und ist Gina H.s Angaben auf den Grund gegangen:
„Einer Gerichtshelferin hat Gina erzählt, ihre Mutter sei drogenabhängig gewesen, deswegen habe sich keine Bindung aufbauen können. Ein schwerer Vorwurf. Nach RTL-Informationen soll das aber falsch sein. Gina H-'s Mutter soll schwer krebskrank gewesen sein und deswegen starke Medikamente genommen haben."
Und es wird noch kreativer vor Gericht.
„Gina H hat behauptet, an Glasknochen zu leiden. Fabians Vater sagte sie, sie habe einen Hirntumor. Anhaltspunkte für diese Krankheiten gibt es nicht. Auch widersprüchlich: Ihrem Psychotherapeuten erzählte sie, sie habe sich die Gebärmutter entfernen lassen. Später hatte sie Angst, schwanger zu werden. Dass Mitschüler während der Schulzeit ihre Haare angezündet haben und ihr ein Messer in den Bauch und Rücken gerammt haben, wie sie erzählt hat, scheint ebenfalls eine Lüge zu sein."
Marlis Möwe-Jarren kennt Gina H. vom Reiterhof. Die Angeklagte hat ihr damals einen Pferdesattel geklaut und alles abgestritten.
„Sie spielt sehr gerne mit Leuten. Das kann ich so jetzt schon sagen. Verdreht sich die Sachen gerne so hin, wie es bei ihr passt. Auch als die Polizei den Sattel bei ihr nachher mit Gerichtsbeschluss aus der Wohnung rausgeholt hat, war sie immer noch der Meinung, sie hätte das Ganze nicht geklaut und wollte das ganze immer noch weiter abstreiten. Wo sie nachher vor Gericht dann doch zugegeben hatte, dass sie es doch war. Und so glaube ich, spielt sich das ganze Leben bei ihr ab."
Gina H soll sogar Vergewaltigungen erfunden haben. Aber warum macht ein Mensch so etwas, sich immer wieder in Lügenkonstrukte zu verstricken?
„Und zwar geht es dann eher in Richtung Aufmerksamkeit zu generieren um, weil eben nicht mehr daran geglaubt wird, dass wenn man ehrlich sagt, was man braucht, dass man dann auch das Hilfe oder Unterstützung bekäme, sondern dass man was konstruieren muss, eine Handlungsebene ziehen muss, jemanden manipulieren muss, um das zu bekommen, was man sich eigentlich wünscht, oder denkt zu brauchen."
Das Gericht muss jetzt zwischen all den Lügen die Wahrheit finden, ob Gina H. schuldig oder unschuldig ist – am Mord des kleinen Fabian aus Güstrow.
