Der Zahnarzt liegt auf dem Bauch, als ihn die Rettungskräfte in den Krankenwagen schieben.
Mit einer Stichwaffe, vermutlich einem Messer, soll er so schwer verletzt worden sein, dass er nicht auf dem Rücken liegend transportiert werden kann.
Es ist halb eins am Mittag, als der Notruf eingeht. „Die 63-Jährige war anscheinend selbst Patientin in dieser Zahnarztpraxis, direkt hier in der Leipziger Innenstadt."
Ob es vorab einen Streit oder Auseinandersetzungen gegeben haben soll, ist noch nicht bekannt. Es heißt, sie soll zumindest am Tattag keinen Termin in der Praxis gehabt haben. Ob sie ihm gezielt auflauerte, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Anscheinend wollte der Zahnarzt in seiner Mittagspause die Post aus dem Briefkasten holen, als ihn die Frau im Treppenhaus getroffen haben soll und dann von hinten auf ihn eingestochen haben soll.
Zunächst flieht die 63-Jährige vom Tatort, kann aber kurz darauf festgenommen werden.
„Sie befindet sich die Nacht über schon bei uns hier im zentralen Polizeigewahrsam, weil ja mit ihr auch die ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen erfolgen, und wird heute im Laufe des Tages noch hier beim Amtsgericht dem Ermittlungsrichter zugeführt. Denn die Staatsanwaltschaft Leipzig wird Antrag auf Untersuchungshaft stellen vor dem Hintergrund, dass die Ermittlungen wegen versuchten Mordes laufen.“
Ein Kriseninterventionsteam der Stadt Leipzig betreut nach dem Vorfall die Praxismitarbeiter.
„Der eigene Chef im Haus brutal angegriffen, bestimmt keine einfache Situation für alle Mitarbeiter. Heute konnte ich hier niemanden antreffen. Es hängt nur dieser Zettel an der Tür, dass die Praxis bis auf weiteres geschlossen bleibt.“
Gegen die Frau wird jetzt wegen versuchten Mordes ermittelt. Sie wird heute noch einem Haftrichter vorgeführt. Zu einem Motiv für die Tat ist bisher nichts bekannt.