Ludwig Smidt kann es einfach nicht fassen. Jeder Gang fällt ihm schwer, denn ein paar seiner Nachbarn wollen das seine Liebsten zum Schweigen gebracht werden: Die Gänse Paul, Pauline und Paula.
Ludwig Smidt:
„Da bin ich sehr traurig sogar, aber ihr wisst ja nun selber wie viele Leute, wie viele Zuschriften, da bin ich sehr froh drüber.“
Und die Unterstützung wächst. 160 Demonstrierende machen sich heute in Marienhafe im Landkreis Aurich laut Polizei für den 81-Jährigen und seine Tiere stark. Einem seiner Nachbarn seien die Gänse zu laut, nun läuft ein Verwaltungsverfahren. Die Befürchtung: Die Tiere und ein Hahn müssen weg. Aber nicht nur auf der Straße, sondern auch Online haben sie dagegen bis heute Nachmittag schon über 60.000 Unterschriften gesammelt. Initiiert wurde die Petition von Ludwig Smidts Nachbarin:
„Herr Ludwig Schmidt ist 81 und wenn der seine Tiere verliert, dann ja das war’s. Ich denke mir das ist so schlimm einen 81-jährigem gestandenen Mann weinend bei einem sitzen zu sehen, das geht gar nicht.“
Aber nicht nur um seinen Gesundheitszustand und den seiner Tiere machen sich die Unterstützer aus der Nachbarschaft Gedanken. Sie befürchten es könnte ein Präzedenzfall geschaffen werden.
„Weil ich einfach nicht richtig finde ihm die Tiere hier wegzunehmen.“
„Wir sind hier auf dem Land und jeder hat hier Tiere, Esel, Hühner, Enten, Gänse, Pferde und das soll auch so bleiben.“
„Dann müsste man auch die Vögel abschaffen, die fliegen ja auch hier rum.“
Leise ist die laut der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen stark gefährdete Emdener Gans wirklich nicht. Das sie nach so vielen Jahren bei Ludwig Smidt nun aber plötzlich stören soll, können viele nicht nachvollziehen. Das Landratsbüro verweist auf Anfrage von RTL Nord auf das laufende Verwaltungsverfahren und teilt dazu u.a. schriftlich mit:
„In diesem konkreten Fall ist zu berücksichtigen, dass es sich um ein faktisches allgemeines Wohngebiet handelt, das vorwiegend dem Wohnen dient und die Bewohner dieses Gebietes einen entsprechend hohen Schutzanspruch genießen.“
Weitere Anwohner hätten sich außerdem der Beschwerde angeschlossen. Man versuche zwischen den Parteien zu vermitteln. Ludwig Smidt hofft dabei auf den öffentlichen Druck durch seine vielen Unterstützer. Denn die Gänse sind für ihn schließlich Lebensinhalt und:
„Mein alles ist das“, sagt er.
Und so bleibt erstmal die Aufregung, die auch bei den Gänsen offenbar sehr groß ist.