Für Marion Rosin ist die Sache klar. Als Spitzenpolitiker hat Jens Spahn mit seinem Babyglück durch eine Leihmutter in den USA hier in Deutschland seine Glaubwürdigkeit verloren und muss zurücktreten.
„Leihmutterschaft ist in Deutschland aus guten ethischen Gründen verboten. Wer dieses Verbot durch eine Auslandslösung umgeht, handelt zwar möglicherweise legal, aber er setzt sich über den Geist des deutschen Gesetzes hinweg. Und von einem gerade von einem Spitzenpolitiker erwarte ich hier eine entsprechende Konsequenz."
Jeder soll mit diesem Bild wissen, wie glücklich Jens Spahn ist, dass dieses Glück durch eine Leihmutter zustande kam. Jetzt eine riesige Diskussion, denn erst im Februar, auf dem Parteitag, hat Spahns eigene Partei, die CDU, das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland bekräftigt.
„Was mich ein wenig stört, ist diese Art und Weise der Kommunikation. Diese Social-Media-Information ,We are family'. Ich hätte mir gewünscht, dass er sich erklärt hätte. Ich verstehe diese persönlichen Situationen, die kann man nachvollziehen. Aber ein Spitzenpolitiker muss sich erklären, damit er für Verständnis wirbt."
Vor elf Jahren sagt Jens Spahn dem Männermagazin GQ zum Thema Leihmutterschaft: „Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden."
Feministin Alice Schwarzer wirft Spahn vor, persönliche Interessen über das Recht zu stellen. Spahn habe sich mit Macht und Geld über das Verbot hinweggesetzt, wettert der Chef der Seniorenunion, Hubert Hüppe. Die Aufregung in und um die CDU für Experten verständlich.
„Natürlich schadet es seinem Ansehen. Gerade deshalb, weil er früher eben damit bekannt war, dass er das abgelehnt hat. Und jetzt sich dafür entschieden hat. Also dieser Eindruck. Wasser predigen, Wein trinken, der wird an ihm hängenbleiben."
Und während hier weiter diskutiert wird, genießt Jens Spahn erst mal eine Auszeit mit seinem Mann und Sohn Georg in den USA.