Sie sind besonders von der Wirtschaftsflaute betroffen. Die Autobranche streicht zuletzt so viele Arbeitsplätze wie kein anderer Industriezweig. Aber auch in vielen weiteren Branchen heißt der Kurs aktuell kürzen, sparen, zögern.
Und so überschreitet die Zahl der Arbeitslosen im August die 3-Millionen-Marke – zum ersten Mal seit mehr als zehn Jahren. Ein gewisser Anstieg im Sommer ist dabei üblich. Viele junge Menschen schließen ihre Schule oder Ausbildung ab, Unternehmen stellen aber oft erst nach den Ferien wieder ein. Der massive Stellenabbau vor allem in der Stahl- und Autoindustrie lässt sich dadurch natürlich nicht schönreden.
„Wir müssen mit der Bundesregierung jetzt an die Energiekosten rangehen. Der Industriestrompreis steht im Koalitionsvertrag. Er muss jetzt umgesetzt werden. Die Energiekosten töten die Arbeitsplätze in der Stahlindustrie, aber auch in der chemischen Industrie und anderen energieintensiven Bereichen."
Aber nicht allen Branchen geht es schlecht. Angetrieben durch Energiewende und künstliche Intelligenz sehen Wirtschaftsinstitute gute und vor allem gut bezahlte Jobchancen im IT-, Energie- und Elektrosektor. Nur gilt es, dafür auch die passenden Leute zu finden.
„Wir haben ein Missmatch. Die Arbeitslosen streben überwiegend in Berufe, für die keine abgeschlossene Berufsausbildung Voraussetzung ist, also eher einfach Arbeit. Wohingegen die meisten offenen Stellen sich an Fachkräfte richten. Und das ist nicht so einfach aufeinander zu bringen."
Kleine Lichtblicke sieht die Agentur für Arbeit. Die Kurzarbeit sei seit Jahresbeginn leicht rückläufig und der Herbst dürfte wie üblich neuen Schwung in den Arbeitsmarkt bringen.