Ohnmachten, Panik und „Todesangst“: Passagiere berichten von Horror-Stunden in Hitze-Flieger
Video lädt...
Statt in die Flitterwochen ging es für Malik und seine Frau erst einmal durch bange Stunden. Eine SunExpress-Maschine nach Antalya wird am Frankfurter Flughafen zur Hitzefalle. Passagiere berichten von Ohnmachten, Panik und „Todesangst“, wie ihr im Video seht.
Ausnahmezustand am Frankfurter Flughafen. Im Flieger der SunExpress herrscht Panik, Passagiere berichten von „Todesangst“. „Die Kinder sind schweißgebadet. Das Flugzeug hat eine Panne, wir sitzen fest. Hilfe, wir brauchen Hilfe.“
Auch Malik ist an Bord der Maschine nach Antalya. Er und seine Frau wollen in die Flitterwochen. „Die Babys, die haben geschrien, die Kinder. Die Eltern sind schon langsam, langsam in Panik geraten.“
Denn, anders als geplant, hebt die Maschine nicht um 13:55 Uhr ab. „Das Flugzeug hat nicht gestartet. Wir wurden aufgehalten. Mit wie ‚in fünf Minuten geht es los', dann wieder ‚in fünf Minuten geht es los'.“
So versucht die Crew offenbar über eine Stunde lang, die Passagiere zu vertrösten.
Ohne funktionierende Klimaanlage und bei Außentemperaturen von 35 Grad wird der Flieger zur gefährlichen Hitzefalle. 189 Personen müssen an Bord verharren, angeblich bei bis zu 56 Grad. Die Passagiere dürfen nicht aussteigen, auch die Türen bleiben zunächst verschlossen.
„Natürlich spielen Rollen wie Time-Slots, wie Abflugzeiten usw. eine große Rolle in der Luftfahrt, weil gerade heutzutage es auf Kosten ankommt. Und natürlich versucht man dann alles auszureizen, was geht. Aber eines ist ganz klar: Wenn es um die Sicherheit, wenn es um die Gesundheit von Passagieren geht, dann muss ich darauf achten.“
Erst als einige Reisende und ein Baby ohnmächtig werden, wählen Passagiere den Notruf.
„Circa zehn Minuten später kamen auch die ersten Polizisten an Bord. Hat dann auch direkt gefragt, wo das Baby ist. Und dann kamen auch schon die anderen Rettungskräfte. Wurden erstmal alle Babys rausgeholt, alle Kinder mit Familien und dann zum Schluss die normalen Passagiere.“
Auch Familie Petric wählt den Notruf. Sie wollen prüfen, ob sie gegen die Fluggesellschaft vorgehen können. Unser Anwalt schätzt die Lage ein:
„Wenn es zu heiß wird und man sich unwohl fühlt, dann fängt schon die Körperverletzung an und wenn hier Strafanzeige erstattet wird, wird auf jeden Fall auch ermittelt.“
„Auf der anderen Seite haben die Passagiere auch einen zivilrechtlichen Schmerzensgeldanspruch und den würde ich hier so um 500 € einschätzen.“
Gegen 18:30 Uhr hebt der Flieger am Abend dann ab. Rund viereinhalb Stunden nach der geplanten Abflugzeit, nach einem Einsatz der Rettungskräfte und der Instandsetzung der Klimaanlage. In einem schriftlichen Statement entschuldigt sich SunExpress:
„Die Ursache war ein technischer Defekt am Hilfsaggregat. Dieses stellt am Boden unter anderem die Klimatisierung sicher. (…) Dies entspricht in keinster Weise unserem Anspruch an die Betreuung unserer Gäste an Bord.“
Die Airline will den Sachverhalt prüfen und betroffene Fluggäste kontaktieren. „Leider hat sich bis heute noch keiner gemeldet vom Sun-Express-Team. Aber für mich heißt es erstmal jetzt Urlaub. Flitterwochen genießen.“ Die Sorge vor dem Rückflug bleibt. Die Frankfurter Polizei ermittelt jetzt in dem Fall.
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche
