Familie Bopps Alltag dreht sich um Sohn Sebastian. Bereits als Kind erkrankt er an Demenz. Obwohl er sich als Baby ganz normal entwickelt, merken seine Eltern ab dem dritten Lebensjahr: Irgendetwas stimmt mit ihm nicht. Mutter Gabriele Bopp: "Innerhalb von einem halben Jahr hat sich sein Zustand extrem geändert. Er ist zusammengebrochen und hat dann innerhalb von einem halben Jahr alles verloren. Alles. Das heißt, er konnte nicht mehr laufen. Er konnte nicht mehr sprechen. Er war einfach, lag apathisch wie ein lebloses Etwas im Bällebad." Bei einer Fahrt in den Urlaub verschlimmert sich Sebastians Zustand. Er bekommt epileptische Anfälle. Danach beginnt die Suche nach Antworten. Zunächst kann dem Jungen kein Arzt helfen. Robert Bopp, Vater: "Und dann kommt der Moment, wo sie die Ärzte fragen, wie soll das weitergehen? Und das war dann der Moment, wo uns gesagt wurde also, ihr Sohn hat noch eine Erwartung, wenn uns nichts einfällt von 12 bis 15 Monaten." In der Uniklinik Göttingen bekommt die Familie endlich Antworten. Sebastian leidet unter der seltenen Krankheit CFTD. Cerebrale Folattransportdefizienz. Das wichtige Folat Vitamin B9 kann nicht ausreichend ins Gehirn transportiert werden. Gemeinsam mit den Ärzten finden sie zwar keine Heilung mehr aber... "In der Folge haben wir es dann tatsächlich geschafft, in den darauffolgenden Jahren diese Therapien zu verfeinern, den Zustand zu stabilisieren. Aber es sind natürlich signifikante Schädigungen am Hirn übrig geblieben, die irreparabel sind." Auch Sebastians Schwestern Janina und Bria kommen mit der gleichen Diagnose zur Welt. Auch Janina entwickelt Symptome. Doch bei beiden Mädchen können die Ärzte sofort handeln. "Durch die Einnahme dieses Vitamins frühzeitig konnte eben die Entwicklung, das heißt der Ausbruch dieser Krankheit, verhindert werden." Die beiden Schwestern müssen regelmäßig zum Arzt. Die Krankheit ist aber unter Kontrolle. Trotz Sebastians Behinderung sind die drei unzertrennlich. OT Schwestern: "Es gibt nichts Schöneres nach einem stressigen Tag, wenn Sebastian auf uns zukommt, die Tür aufgeht, er dich angrinst, dich an der Hand nimmt und praktisch richtig begrüßt. Das ist richtig schön. Tatsächlich?" Auch wenn die Krankheit extrem selten ist, haben die Eltern mittlerweile eine Stiftung gegründet. Sie wollen über Kinderdemenz aufklären. Und trotz schwerer Stunden steht bei dieser Familie eines an oberster Stelle: Mutter: "Die Lebensfreude, eigentlich die Lebensfreude und dass wir alle drei noch haben, das ist eigentlich die Freude und und das ist das Schönste, was überhaupt ist." Und sie kämpfen dafür, dass anderen Kindern mit der Diagnose Demenz, in Zukunft schneller geholfen werden kann.