Das ist Oliver Intemann. Er arbeitet heute im Getränkemarkt. Normaler Job, normaler Mann. Ungewöhnlich ist nur, dass er schon mal Millionen im Lotto gewonnen hat, vor mehr als 30 Jahren.
„Damals war ich ein bisschen, wie soll ich sagen, grenzenlos. Und wusste überhaupt nicht, wo ich mich einordnen sollte.“
Aber der Reihe nach: Alles beginnt im Dezember 1994. 1.769.941 Mark und 30 Pfennig gewinnt er umgerechnet exakt 904.956,01 Euro.
„Ich war erst mal sprachlos. Ich konnte nicht glauben, dass das tatsächlich so passiert ist.“
Sechs Richtige – man kann sagen: alles Lotto! Intemann legt sein Geld in Aktien an, unterstützt Freunde finanziell. Aber er lebt auch in Saus und Braus, reist teuer und gönnt sich Luxus.
„Natürlich ein schönes neues Auto. Ich habe mir damals einen Audi Quattro Avant gekauft, Audi 80, weil ich dachte, ich gründe irgendwann eine Familie.“
Doch richtig glücklich wird er nicht. Nach zwei Jahren schmeißt er seinen Job bei der Post hin.
„Als ich keine Einnahmen mehr durch meinen Post-Job hatte, war es natürlich so, dass ich immer von dem großen Berg das Geld nehmen musste. Und so wurde der Berg immer kleiner und irgendwann war das Geld halt alle.“
Scheidung, Lebenskrise, Schulden: Aus dem Traum wird ein Albtraum, Intemann muss aus seinem Haus ausziehen. Auch wir bei RTL berichten damals, ein tiefer Fall.
„In 2007 bin ich dann in die Notunterkunft gekommen und habe quasi vom Jobcenter mein Geld bekommen und habe dann einen 1-Euro- Job angefangen, in einem Jugendzentrum.“
Inzwischen steht der Bremer wieder mitten im Leben, wohnt in einer WG und das Wichtigste: Er ist auch ohne ein dickes Konto glücklich. Struktur bedeutet ihm viel.
„Und da ist das für mich absolut sinnvoll für meine seelische Gesundheit, dass ich weiß, was ich den Tag über zu tun habe: morgens aufstehen, arbeiten gehen, Feierabend machen.“
Hin und wieder gibt er noch mal den Lottoschein seiner kranken Mutter ab. Selbst wird er aber nicht noch mal spielen. Und was hat der heute 59-Jährige aus seiner Achterbahngeschichte gelernt?
„Geld ist halt per se eine schöne Sache, aber das kannst du nicht in Arm nehmen und das nimmt dich auch nicht zurück in Arm. Also von daher: Menschliche Kontakte sind besser.“
Vom Tellerwäscher zum Millionär und wieder zurück. Intemanns Geschichte zeigt: Geld ist nicht alles. Glück kennt eben keinen Kontostand.