Das ist gerade mein Normal. Nachts immer wieder wach werden, mich wälzen, nicht einschlafen können.
„Ich könnte eigentlich noch schlafen. Der Wecker klingelt noch lange nicht, aber ich habe so krasses Kopfkino. Ich weiß gerade gar nicht, wie ich diese Aufgaben, die ich heute habe, erledigen soll.“
Ich bin 46 und bis vor ein paar Monaten dachte ich noch, mir geht so gut wie nie vorbei.
„Also wenn ich morgens vor dem Spiegel stehe, dann ist es manchmal echt so krass mit meinen Augenringen.“
„Wir sind eine große Familie. Ich arbeite viel und das hat mir sonst nie Probleme bereitet.“
Doch jetzt heißt es funktionieren – mit einem Körper, der sich immer weniger wie meiner anfühlt.
„Jetzt kratze ich wahrscheinlich schon an der 70. Boah, 68,8. Das ist echt weit weg von meinem Wohlfühlgewicht. Das sind rund zehn Kilo mehr. Ich finde es schon cool, wenn ich mindestens vier Kilo verlieren würde.“
Ab jetzt werde ich acht Wochen Selbstoptimierung betreiben, Kilos weg, Schlaf verbessern, meine immer schlimmer werdende Migräne bekämpfen. In den Wechseljahren bin ich noch nicht, aber in der Phase davor. Die nennt man Perimenopause. In der Regel kommen Frauen ab Mitte 40 in diese Phase. Die Hormone Östrogen und Progesteron nehmen im Körper in dieser Zeit teilweise rapide ab. Ist der Wert auf null und die Periode zwölf Monate in Folge ausgeblieben, sprechen wir von der Menopause. Oft geht die Perimenopause mit Symptomen wie unregelmäßiger Menstruation, Hitzewallungen und Nachtschweiß, Schlafproblemen und Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Gereiztheit oder depressiven Verstimmungen einher – aber auch Veränderungen der Haut, der Haare oder eben – wie bei mir – Gewichtszunahme. Natürlich finde ich die vermeintlichen Lösungen für all diese Probleme auch online.
Aber online ist oft nicht klar, wie qualifiziert die Aussagen und Versprechen wirklich sind. Ich werde später jedenfalls noch mit ausgewiesenen Expertinnen über das Thema reden. Für den Anfang bestelle ich mir diese Gummibärchen gegen hormonell bedingte Müdigkeit, Menopause, Vitamine. Gibt es so was? Sie sollen meinen Körper angeblich wieder in die Balance bringen. Klingt toll, aber ob es wirkt? 27,9 Euro für einen zweiwöchigen Vorrat nicht gerade günstig, aber die Weiterempfehlungsrate soll hoch sein.
„Also abgesehen davon, dass das Angebot hier wirklich riesig ist, frage ich mich, ob das nicht vielleicht auch gefährlich sein kann, wenn man einfach irgendetwas einnimmt.“
Dazu hat der Verbraucherschutz eine klare Meinung und zu der kommen wir noch. Rund neun Millionen Frauen sind in Deutschland aktuell in einer Hormonkrise. Das kann sich ganz unterschiedlich anfühlen und im Worst Case noch vor dem 40. Geburtstag beginnen. Unsere Reporterin wird sogar noch eine Frau treffen, die vor ihrem 30. in die Wechseljahre gekommen ist. Aber vorher starten wir einen großen Test zusammen: Mit der 57-jährigen Barbara, der 47-jährigen Yvonne und der 46-jährigen Jutta will unsere Reporterin ab jetzt acht Wochen gegen diese sehr komplexen Symptome ankämpfen – mit unterschiedlichen Mitteln, von Nahrungsergänzungen bis zu bioidentischen Hormonen. Begleitet werden sie von der Gynäkologin Pia Baust.