Lange Transportwege, Schadstoffe und hoher Preis

Warum Superfood gar nicht immer super ist

Sind Superfoods wirklich so gesund, wie viele behaupten?
Sind Superfoods wirklich so gesund, wie viele behaupten?
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06. September 2021 - 11:11 Uhr

Superfoods sind hip

Ob Acai- oder Quinoa-Bowl, Müsli mit Spirulina oder Chia-Pudding: Superfoods sind angesagt wie nie und gelten als wahre Wundermittel. Doch wie gesund sind die exotischen Beeren, Früchte und Getreide wirklich?

Lange Transportwege der Rohstoffe treiben Preise nach oben

In den Supermarkt- und Discountregalen stapeln sich Smoothies, Salate und fertige Bowls mit exotischen Zutaten. Allerdings heben sich die entsprechenden Lebensmittel nicht nur durch ihre Inhaltsstoffe von anderen Produkten ab, sondern sie kosten in der Regel auch ein Vielfaches der "normalen" Säfte, Joghurts oder Salate.

Viele Verbraucher zahlen die Preise, weil sie überzeugt sind, ihrer Gesundheit mit den vermeintlichen Superfoods etwas Gutes zu tun. Doch das stimmt oft nicht: Viele heimische Lebensmittel enthalten ähnlich so viel oder gar mehr Nährstoffe und Vitamine als die Exoten.

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Schadstoffbelastung und hoher Preis sprechen gegen Superfoods

So gelten Goji-Beeren aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehalts als echte Immunbooster. Dabei enthalten heimische Früchte wie schwarze Johannisbeeren oder auch Sanddorn sogar mehr Vitamin C als Gojibeeren. Zudem sind sie – aufgrund kürzerer Transportwege und saisonal gekauft – auch deutlich preiswerter.

Ähnliches gilt für Acai-Beeren. Sie werden wegen ihres hohen Gehalts an Antioxidantien als Superfood gepriesen. Entsprechend teuer sind folglich auch die entsprechenden Säfte, Pulver oder Kapseln. Was viele jedoch nicht wissen: Viele Produkte mit Acai-Beeren sind mit Mineralölrückständen belastet, die alles andere als gesund sind. Sie können sich in der Leber ansammeln und diese bei regelmäßigem Konsum schädigen.

Greifen Sie daher besser zu schwarzen Johannisbeeren, Heidelbeeren oder auch Rotkohl. Sie enthalten die gleichen Wirkstoffe, sind deutlich günstiger und müssen nicht um die halbe Welt transportiert werden. Zudem wird Obst und Gemüse in Deutschland in der Regel strenger kontrolliert.

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Eine Handvoll Walnüsse pro Tag für Hirn und Herz

Auch Avocados haben sich zu einem echten Trend-Food entwickelt. Sie enthalten viele ungesättigte Fettsäuren, die sich positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken und das Herzinfarkt-Risiko senken. Allerdings werden Avocados zum Großteil in Mexiko, Israel und Südafrika angebaut und müssen von dort importiert werden. Zudem brauchen Avocado-Bäume sehr viel Wasser: Für ein Kilo Avocado werden rund 600 Liter Wasser verbraucht.

Gründe genug, öfter mal zu Alternativen zu greifen, die ebenso gesund sind und bei uns wachsen – wie beispielsweise Walnüsse. Sie enthalten ebenfalls viele ungesättigte Fettsäuren wie die gesunden Omega-3-Fettsäuren. Eine Hand Walnüsse am Tag steigert die Konzentration, ist super fürs Herz und stoppt darüber hinaus auch noch den Heißhunger. Und günstiger als Avocados sind sie auch.

Und wenn es doch mal eine Avocado sein soll: An diesen drei Anzeichen erkennen Sie, ob die Avocado reif ist.

Haferflocken sind eine super Alternative zu Quinoa

Vor allem Vegetarier und Veganer setzen auf Quinoa, weil es mit 4,5 Gramm pro 100 Gramm relativ viel Eisen liefert. Ein Spurenelement, dass sich vor allem in rotem Fleisch findet und von Menschen, die darauf verzichten, ersetzt werden muss.

Allerdings enthält auch Hafer mit 4,3 Gramm Eisen pro 100 Gramm viel des Spurenelements. Ein Müsli mit Haferflocken oder Porridge zum Frühstück ist also genauso gesund, kostet aber deutlich weniger und schmeckt in Kombi mit frischen Früchten wie Beeren auch noch super.

Wer auf Quinoa zurückgreift, weil es kein Gluten enthält, findet in Hirse eine gute heimische Alternative.

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Heimische Superfoods schonen die Umwelt

Das zeigt: Viele Lebensmittel, die bei uns angebaut werden, enthalten mindestens genausoviele wertvolle Inhaltsstoffe wie die als Superfoods angepriesenen Exoten. Da die langen Transportwege weg fallen, sind sie frischer und auch besser für die Ökobilanz.

Greifen Sie daher öfter zu den heimischen Alternativen und nur ab und an zu den Superfoods aus Übersee. Auf diese Weise schonen Sie praktisch ganz nebenbei die Umwelt, pushen Ihr Immunsystem und sparen auch noch Geld. (Ärzteblatt/ nri)