Deutsche Skijäger gehen im Sprint leer aus

Ausgerechnet Loginow: Ehemaliger Doping-Sünder gewinnt Gold bei Biathlon-WM

Positiv
© DPA

15. Februar 2020 - 20:56 Uhr

Loginow gewinnt WM-Gold im Sprint

Über dem ersten Einzel-Gold der Biathleten bei der WM in Antholz (Südtirol) hängt ein Schatten. Denn: Der 2013 als Doping-Sünder verurteilte Russe Alexander Loginow setzte sich im Sprint die Krone auf. Deutschlands Skijäger gingen leer aus.

Peiffer: Verdacht schwingt mit

Loginow traf beim Schießen alle zehn Scheiben und lag nach 10 Kilometern 6,5 Sekunden vor dem Franzosen Fillon Maillet. Bronze gewann dessen Landsmann Martin Fourcade, der am Schießstand zwar fehlerlos blieb, im Ziel aber 19,5 Sekunden hinter Loginow lag.

Die Konstellation auf dem Podest barg besondere Brisanz: Der fünfmalige Olympiasieger Fourcade gilt als lautester und entschiedenster Vorkämpfer gegen Dopingmissbrauch in der Biathlon-Szene, vor allem Loginow war ihm nach dessen Sperre ein Dorn im Auge. Nach dem Triumph des Russen hielt sich der Franzose aber zurück. "Wenn es um Doping geht, erwarten immer alle von mir, dass ich meine Stimme erhebe. Alle wissen, wie wichtig dieses Thema für mich ist und wie sehr es mich schmerzt", sagte Fourcade, der nicht weiter auf Loginow eingehen wollte: "Wir haben eine wundervolle WM hier in Antholz, und wir sollten uns auf die sportlichen Themen konzentrieren."

Deutlicher wurde Arnd Peiffer. Es schwinge "natürlich ein gewisser Verdacht mit, weil der Kollege Loginow schon einmal wegen Epo-Missbrauchs gesperrt war. Und jetzt ist er wieder auf einem Niveau wie zu den Zeiten, als er diesen Epo-Missbrauch durchgeführt hat. Da ist natürlich schon immer ein bisschen ein Gschmäckle dabei", sagte der bestplatzierte deutsche Skijäger (Platz 7 / 0 Fehler). Andererseits müsse "man die Unschuldsvermutung walten lassen. Das fällt nicht immer leicht."

Top-Favorit Johannes Thingnes Bö musste sich nach einem Schießfehler mit dem fünften Rang zufrieden geben. Bester Deutscher war Arnd Peiffer (0 Fehler) auf Rang 7. Benedikt Doll - vor drei Jahren Sprint-Weltmeister - ballerte dreimal vorbei und wurde nur 14.

Podest-Eklat vor drei Jahren

Loginows Triumph dürfte im Biathlon-Lager Grummeln auslösen. Der 28-Jährige war wegen EPO-Dopings 2014 für zwei Jahre gesperrt worden. Nach seiner Sperre kehrte er 2017 bei der WM in Hochfilzen zurück, als sei nie etwas gewesen.

Als Loginow bei den Titelkämpfen mit der russischen Mixed-Staffel Bronze gewann, verließ Fourcade (der mit Frankreich Silber gewann) aus Protest das Podium. Auch vor einem Jahr wetterte Fourcade nach Loginows Weltcup-Sieg in Oberhof. "Für mich ist es eine Schande. Er hat gewonnen, aber meinen Respekt bekommt er nicht." Der Russe habe sich für seine Doping-Vergangenheit "nie entschuldigt oder später darüber gesprochen".