Das ständige auf und ab an deutschen Zapfsäulen sorgt auch bei meinem Kollegen Patrick und mir für viele Emotionen. Und jeder hat so seine eigene Strategie beim Tanken. Ist das ein psychologischer Trick - häufig aber dafür nur wenig zu tanken oder lässt sich damit effektiv Geld sparen? Zusammen mit meinem Kollegen Patrick möchte ich das Herausfinden. Einen Monat lang wagen wir beide das Experiment. Ab jetzt heißt es: Für 20 Euro tanken oder doch ganz voll? Am Schluss wird verglichen – wer tankt für weniger Geld pro Liter?
Die erste Tankfüllung gibt es für uns beide für 1,89 Euro pro Liter. Noch hat Patrick zumindest den psychologischen Vorteil: Viel Geld, aber vielleicht lohnt sich Volltanken auf weite Sicht? Die nächsten vier Wochen halten wir unsere Ergebnisse im Videotagebuch fest. Während Patrick schon nachtanken muss, bin ich auf dem Weg in meine Heimat, diesmal als Beifahrerin. Normalerweise würde ich auf der Autobahn nur so viel tanken, dass ich am Ziel ankomme. Doch das ist während des Experiments nicht erlaubt. Ich merke: Wer volltanken möchte, der muss aktuell tief in die Tasche greifen. Ich sehe die Benzinpreise aktuell selten unter 1,80 Euro pro Liter, fast nie unter 1,75 - aber, das war ja mal anders. Ich frage mich, warum die Tankpreise so stark variieren und gefühlt immer teurer werden und treffe mich mit Claudia Löffler vom ADAC. Beeinflusst werden die Preise also vom Zeitgeschehen und Krisen. Zum Vergleich: Vor Corona und den aktuellen politischen Auseinandersetzungen hat Benzin im März 2020 pro Liter nur 1,28 Euro gekostet, im April sogar nur 1,17! Und diesen Kostenanstieg merkt man gerade beim Volltanken. Diese Preisschwankungen möchte ich mir genauer ansehen. 24 Stunden beobachte ich eine Tankstelle. Außerdem kontrolliere ich eine Woche lang die Preise zu gleichen Uhrzeiten. Ich habe mir nur eine Tankstelle angeschaut - meine Beobachtungen sind aber allgemeingültig. Aufgrund vom morgendlichen Zeitdruck habe ich bisher also immer richtig getankt. Tankapps folgen einem einfachen Prinzip: Alle Preise der Tankstellen in der Umgebung können eingesehen werden, und so die günstigste Tankstelle angefahren werden. Zusätzlich können die Preisverläufe jeder Tankstelle nachgeschaut werden. Nach drei Wochen des Experiments könnten unsere Stimmungen nicht unterschiedlicher sein. Ob sich Patricks Stress wenigstens finanziell gelohnt hat, das sehen wir gleich. Wer bis zu 20 % Sprit sparen will, sollte aber noch mehr beachten.Zusätzlich verbrauchen auch Heizung oder Klimaanlage mehr Kraftstoff und sollten bei kurzen Strecken am besten gar nicht angeschaltet werden. Der richtige Reifendruck kann ebenfalls 5 Prozent Sprit einsparen und sollte gerade vor langen Strecken überprüft werden. Für Patrick und mich ist ein Monat vergangen, heute wird abgerechnet: Patrick hat in vier Wochen 6-mal für je 20 Euro getankt und ist knapp 580 km gefahren. Seine Tankpreise schwanken zwischen 1,72 Euro pro Liter und 1,89 Euro. Ich musste in der Zeit nur 3-mal tanken, obwohl ich knapp 1.000 km – also das Doppelte gefahren bin. Für Benzin habe ich 1,83 Euro pro Liter bis 1,89 Euro gezahlt. Patrick hat mehr Preisschwankungen mitgenommen und insgesamt im Durchschnitt für 1,80 Euro pro Liter getankt, ich für 1,85 Euro. Das Experiment hat mir verdeutlicht, dass es sich lohnt, die Tankpreise im Blick zu behalten und man nur volltanken sollte, wenn der Preis stimmt.